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Großeinsatz in Katharinenheerd : Feuer zerstört Altersruhesitz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Reetdachhaus in Katharinenheerd brennt komplett nieder. Die Bewohner, ein Rentner-Ehepaar, können sich rechtzeitig retten und die Feuerwehr alarmieren.

Es gehört wohl zu den schlimmsten Erlebnissen, wenn einem buchstäblich das Haus über dem Kopf abbrennt. Fassungslosigkeit und Entsetzen stand Hans Hermann Martens aus Katharinenheerd ins Gesicht geschrieben, als er zusehen musste, wie sein Wohnhaus am Montagabend (12. Oktober) ein Raub der Flammen wurde. Nichts hatte auf diese Katastrophe hingedeutet. „Ich saß am Computer, als meine Frau mich auf Brandgeruch hinwies“, berichtet der 80-Jährige. Dabei hatten sie erst vor wenigen Wochen neue Fenster mit Schallschutz in das fast 270 Jahre alte Reetdachgebäude einbauen lassen. „Da heizt bestimmt ein Nachbar mit Holz, dachten wir zuerst“, erzählt Martens weiter. Sicherheitshalber ging das Ehepaar durch ihre Wohnung, ohne irgendetwas Bedrohliches festzustellen. Doch ein Blick nach draußen verschlug dem Ehepaar die Sprache: Das Dachgeschoss brannte. „Wir haben kurzerhand die Jacken angezogen und sind aus dem brennenden Haus gesprungen.“

Um 19.41 Uhr ging bei der Leitstelle in Harislee die Meldung ein. Schon vier Minuten später war die zuständige Freiwillige Feuerwehr Tetenbüll unterwegs zum Brandort. „Als wir eintrafen, stand das Reetdach schon zur Hälfte in Flammen“, berichtet Einsatzleiter und Wehrführer Oliver Tetzlaff. Auch in St. Peter-Ording und Garding wurde Vollalarm ausgelöst. Beide Wehren waren mit allen Fahrzeugen in Einsatz. Dabei leistete das Fahrzeug mit Drehleiter aus St. Peter-Ording wertvolle Hilfe. Eine halbe Stunde später wurde auch die Wehr aus Tating alarmiert. „Wir benötigten dringend Verstärkung durch Atemschutzträger“, so der Einsatzleiter. Doch nicht nur mit dem beißendem Rauch und der Hitze hatten die mehr als 70 Feuerwehrkräfte, darunter 20 Atemschutzträger, zu kämpfen. „Die Hauptwasserleitung, aus der wir das Löschwasser pumpten, versagte plötzlich ihren Dienst aufgrund eines Wasserrohrbruchs. Zum Glück konnten wir sehr schnell eine Ersatzwasserleitung aufbauen“, so Tetenbülls Wehrführer.

Bis zwei Uhr waren die Kräfte aus Tetenbüll im Einsatz und sicherten so die Brandwache. Gegen vier und sieben Uhr mussten nochmals Glutnester bekämpft werden. Die Ortsdurchfahrt im Zuge der B 202 war während der ganzen Nacht gesperrt. Bis in die frühen Morgenstunden wurden die Feuerbekämpfer vom Deutschen Roten Kreuz mit heißen Getränken und Bratwurst versorgt. „Das war für uns eine unglaublich große Hilfe“, so Tetzlaff, er richtet einen großen Dank an sie. Aber auch die Zusammenarbeit zwischen den vier Ortswehren klappte hervorragend und vorbildlich. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.

„Trotz Großaufgebot konnte das Reetdachhaus nicht mehr gerettet werden und brannte bis auf die Grundmauern nieder“, heißt es im Polizeibericht. „Wir gehen von einem Totalschaden aus“, erklärte Mandy Lorenzen von der Polizei-Pressestelle in Flensburg. Der Sachschaden werde auf mehr als 300.000 Euro geschätzt. Um die Brandursache zu ermitteln, wurde das Gebäude beschlagnahmt. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen. „Auch in Richtung Brandstiftung“, erklärte die Pressesprecherin und verwies dabei auf das Feuer in der vergangenen Woche in Garding, wo Brandstiftung nachgewiesen werden konnte.

Doch das Ehepaar Hans Hermann und Christa Martens hat nicht nur ihr Wohnhaus verloren. „Es war mein Elternhaus, in dem ich vor 80 Jahren geboren worden bin“, verriet Hans Hermann Martens den Tränen nahe. Seit 1747 sei das Haus in Familienbesitz gewesen. Während er bei seinem Bruder Karl-Heinz Martens in Katharinenheerd untergebracht ist, musste die 77-jährige Ehefrau mit Herzproblemen vorsorglich ins Klinikum nach Tönning eingeliefert werden.

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