Tönning : Feuer verwüstet Wohnhaus

Am Vormittag musste die Feuerwehr immer wieder Glutnester im Dach löschen.
Am Vormittag musste die Feuerwehr immer wieder Glutnester im Dach löschen.

Vier Wehren waren in der Nacht zu heute in Tönning im Einsatz. Ein Wohnhaus brannte. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig vor den Flammen retten.

shz.de von
28. März 2017, 19:00 Uhr

Beißender Geruch liegt in der Luft über der Paul-Dölz-Straße in Tönning. Ein Zwei-Familienhaus ist in der Nacht zu heute komplett ausgebrannt. Eine Bewohnerin hatte das Feuer gegen 2 Uhr bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. 70 Feuerwehrkräfte aus Tönning, Kating, Garding, Oldenswort und Husum rückten an. „Als wir vor Ort eintrafen, stand der Dachstuhl der linken Haushälfte bereits komplett in Flammen“, berichtet Gemeindewehrführer Dr. Stefan Klützke. Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Bewohner ihre Wohnungen bereits verlassen. Sie sollen durch den Rauchmelder geweckt worden sein, berichtet Klützke. Über dem Dachstuhl habe sich das Feuer auch auf die andere Haushälfte ausgebreitet. „Uns war sofort klar, dass wir die Feuerwehren aus den umliegenden Ortschaften anfordern müssen“, so Klützke weiter. Wichtige Dienste tat auch die rund 30 Meter lange Drehleiter der Husumer Wehr. Auch der Rettungsdienst sowie das Rote Kreuz waren vor Ort. Letzteres versorgte die Feuerwehrleute mit heißen Getränken und Brötchen.

Während der Löscharbeiten wurden die Einsatzkräfte mit einem ganz besonderen Problem konfrontiert: Die beiden Hausscheiben waren mit einem Wärmeverbundsystem eingekleidet. „Dieses Zeug brennt wie Zunder“, berichteten einige Einsatzkräfte. Das Feuer kann nur mit Schaum, nicht mit Wasser bekämpft werden. Zum Einsatz kam auch der Rüstwagen mit Kran, der erst Anfang des Monats in Dienst gestellt worden war.

„Es war eine sehr unruhige Nacht“, berichtete das Ehepaar Obst, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite wohnt. Eine weitere Nachbarin zeigte sich bestürzt. „Die Menschen haben nichts mehr, sie haben alles verloren, das muss grauenhaft sein.“ Eine Bewohnerin stand am Vormittag danach noch unter Schock.

Wie sehr der fast zwölfstündige Einsatz an den Kräften der Feuerwehrleute zehrte, machte Gemeindewehrführer Stefan Klützke deutlich. „Wir haben während des Einsatzes über 50 Sauerstoff-Flaschen für unsere Atemschutzträger verbraucht“, berichtet er. Am Ende wäre alles leer gewesen. Immer wieder mussten die Spezialkräfte ausgetauscht werden. „Die Kameraden sind fix und alle, die müssen sich zuerst von diesem Einsatz erholen.“ Doch er sprach auch ein großes Lob aus: „Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Wehren, der Einsatzkräfte sowie vom DRK war ausgezeichnet und professionell.“

Während der Brandwache am folgenden Vormittag loderten immer wieder Flammen auf, die sofort gelöscht wurden. Die beiden Feuerwehrleute Armin Heidmann und Thomas Bußkamp gehören zu jenen Einsatzkräften, die von ihren Arbeitgebern voll und ganz unterstützt werden. „Ich habe mit meinem Arbeitgeber ausgemacht, dass ich eine WhatsApp schicke“, erklärte Bußkamp. Als Antwort kam der Vermerk: „Komm’ gesund wieder zurück.“ Auch Heidmann hat diesbezüglich noch nie Probleme gehabt.

Wie es zu diesem verheerenden Feuer kommen konnte, wird nun die Polizei klären müssen. Beide Haushälften wurden für die Ermittlung beschlagnahmt. Der Schaden wird auf 150.000 Euro geschätzt. „Was die Ursache war, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden“, war von der Pressestelle der Polizeidirektion Flensburg zu erfahren. Die Kriminalpolizei in Husum hat die Ermittlungen aufgenommen. Sachdienliche Hinweise nimmt sie unter Telefon 04841/8300 entgegen.



zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen