Bilanz einer Silvesternacht : Feuer und ein dreister Diebstahl

Die schöne Seite der Silvesternacht: Feuerwerkskörper erleuchten die städtische Kulisse rund um den Husumer Hafen.
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Die schöne Seite der Silvesternacht: Feuerwerkskörper erleuchten die städtische Kulisse rund um den Husumer Hafen.

Husumer Feuerwehr und Polizei fuhren in der Silvesternacht zahlreiche Einsätze. Am Damm brannte die Dachwohnung eines Hauses aus, und vom NCC-Parkplatz wurde ein Auto gestohlen.

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02. Januar 2015, 10:00 Uhr

Gut, wenn die Ordnungshüter gleich um die Ecke arbeiten und – wie in diesem Fall – Schlimmeres verhindern. Das mag sich auch der Eigentümer des Hauses Damm 2 gedacht haben, als er erfuhr, dass dort am frühen Morgen des Neujahrstages Feuer ausgebrochen war. Von ihrer Dienststelle in der Poggenburgstraße aus hatten die Beamten im Dachgeschoss des Gebäudes Rauch gesehen und die Kollegen von der Feuerwehr benachrichtigt. Nach Angaben der Rettungsleitstelle war das um 0.18 Uhr.

Weil die Einsatzkräfte zunächst nicht sicher sein konnten, dass in der brennenden Dachwohnung niemand mehr ist, wurde Großalarm ausgelöst. Die Feuerwehr rückte mit zwei Löschzügen und 40 Blaujacken an. Auch die Drehleiter kam zum Einsatz. Zwei Rettungswagen nebst Notarzt und Polizei vervollständigten die Hilfskräfte. Die Mieter einer Kellerwohnung, in der eine Silvesterparty gefeiert wurde, hatten das Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen und sich in Sicherheit gebracht.

Mit Atemschutz arbeiteten sich die Feuerwehrleute Schritt für Schritt in die brennende Wohnung vor, erfuhren dann aber recht schnell, dass sich darin niemand mehr befindet. Der Bewohner war andernorts zu einer Silvesterparty eingeladen, kehrte dann aber zum Damm zurück, als er von dem Feuer in seiner Wohnung erfuhr. Den Brand, dessen Ursache noch ungeklärt ist, bekamen die Einsatzkräfte zügig in den Griff. Gleichwohl konnten sie nicht verhindern, dass die Wohnung – nicht zuletzt durch das Löschwasser – nicht mehr bewohnbar ist. Die Kriminalpolizei ermittelt. Zu Brandursache und Schadenshöhe gab es gestern keine Angaben. „Aber das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde“, fasste ein Feuerwehrmann die Situation zusammen.

„Im vergangenen Jahr mussten wir nur ein einziges Mal ausrücken“, blickte ein Feuerwehr-Sprecher auf die „Nacht der Nächte“ 2013 zurück. „Insofern können wir von einer sechshundertprozentigen Steigerung sprechen“, fügte er nicht ohne Ironie hinzu. Tatsächlich gab es in der Silversternacht sechs Einsätze, wobei allein vier brennenden Containern galten. Und dann löste auch noch die Alarmanlage eines Hotelbetriebes aus. „Da waren wir gerade vom Brand am Damm zurückgekehrt und hatten uns noch nicht einmal ganz umgezogen.“ Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen Fehlalarm. „Das ist leicht zu, wenn überall Böller krachen und Rauchwolken durch die Stadt wabern.“

Verschärfte Routine gab es auch bei der Polizei, die zwischen Silvester, 18 Uhr, und Neujahr, 6 Uhr, in Husum und Umland 32 Einsätze fuhr – „etwas mehr als im Vorjahr“, erläuterte ein Sprecher der Polizei. Neben diversen Streitigkeiten und Beschwerden wegen allzu heftiger Knallereien gab es um Mitternacht noch einen handfesten Diebstahl: Im Nordsee-Congress-Centrum ließen Unbekannte eine Handtasche mitgehen und kamen so an den Schlüssel für einen Renault Koleos, der bis gestern Abend verschwunden blieb. Die Ermittlungen laufen, und ansonsten verlief auch diese Silvesternacht vergleichsweise friedlich, hieß es seitens der Polizei. „Wir haben zwar ein paar Einsätze mehr gefahren als im Vorjahr“, und natürlich sei wieder reichlich Alkohol geflossen, aber dramatische Szenen habe es erfreulicherweise nicht gegeben.

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