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Pole-Poppenspäler-Tage in Husum : Festival mit vielseitigem Programm

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Veranstalter freuen sich über ein „rundes“ Figurentheater-Festival – einige Neuerungen wurden so gut angenommen, dass sie fortgeführt werden.

Gestern gingen sie zu Ende, die Pole-Poppenspäler-Tage, und die Initiatoren waren mit dem Verlauf der 32. Auflage des Internationalen Figurentheater-Festivals sehr zufrieden. Das war dieses Jahr absichtlich in etwas kleinerem Rahmen als sonst gehalten worden, was sich bezahlt gemacht hat. „Es war ein schönes Festival – und mit 4600 Besuchern haben wir eine gute Auslastung gehabt, die sich auch wirtschaftlich rechnet. Tatsächlich hoffen wir sogar auf ein kleines Plus“, sagt Ruth Zimmermann. „Die Organisation hat gut funktioniert und alle Absprachen haben geklappt – es gab keine Probleme.“

Das Programm sei auch sehr vielseitig gewesen, ergänzt Birgit Empen, die wie Ruth Zimmermann zum vierköpfigen Vorstand des Pole-Poppenspäler-Förderkreises gehört. „Es gab was zum Lachen und zum Nachdenken, es gab Tanz, Performance und Figuren – die Zuschauer haben die Auswahl gelobt.“

Dabei kann sich das Festival nicht nur auf eine feste Fan-Gemeinde stützen, die während dieser Tage zum Teil von weit her extra nach Husum kommt, um sich ja kein Stück entgehen zu lassen: „Der Anteil der Stammbesucher zu den neuen Gästen beträgt etwa zwei Drittel zu einem Drittel“, so Birgit Empen. Dabei würden auch viele neue Besucher von den alten zum Mitgehen überredet werden und dann dabei bleiben.

Der Renner sei dieses Jahr das Stück „Der wunderbare Massenselbstmord“ nach Arto Paasilinna gewesen. „Das war sofort ausgebucht im Vorverkauf, was ich allerdings schon wegen des Titels so erwartet hatte“, sagt Ruth Zimmermann. Ursprünglich war nur eine Aufführung geplant gewesen, aber wegen des großen Erfolges wurde eine zweite angesetzt – und ebenfalls ausverkauft.

Überhaupt sei die Auslastung der Erwachsenen-Stücke am besten gewesen: „Hier haben wir hundert Prozent erreicht“, so Ruth Zimmermann weiter. Nicht ganz so gut sei es bei den Familien-Stücken gelaufen, wo nur 70 Prozent der Karten verkauft werden konnten. „Das lag zum Teil aber wohl am zeitgleich stattfindenden Weltkindertag auf dem Jahnsportplatz, der bei gutem Wetter ja bestens besucht war“, meint Birgit Empen. Zumal die Kleinen ja auch im Rahmen von Schule und Kindergarten Vorstellungen der Pole-Poppenspäler-Tage besuchen konnten. „Hier waren wir dann auch wieder bei einer Auslastung von 86 Prozent“, so Birgit Empen.

Eine besondere Rolle habe das Stück „Guten Tag, wo ist mein Fuß?“ eingenommen, eine bunte Reise in die Welt des Malers Joan Miro. „Weil es so bilderlastig ist und mit wenig Sprache funktioniert, haben wir dazu neben einer Grundschulklasse aus Viöl auch Schüler eingeladen, die Deutsch als Zweitsprache lernen, sowie Schüler mit Behinderungen von der Rungholtschule und aus den Husumer Werkstätten“, sagt Ruth Zimmermann. Das sei so hervorragend angenommen worden, dass sich das Kieler Ministerium für Kultur und Europa jetzt überlege, das Stück auch anderswo für derartige Zwecke zu buchen.

Eine Wiederholung wird wohl auch die Aufführung im Seniorenheim Gasthaus zum Ritter St. Jürgen finden. „Das hat den alten Leuten sehr gut gefallen.“ Und in Kooperation mit Friedrichstadt gab es auch eine Vorstellung in der ehemaligen Synagoge. Das grimmige Kasperlstück „Hermann geht nach Engelland“ erinnerte an ein spezielles Kapitel der Nazipropaganda und war auch im Rittersaal des Schlosses zu sehen.

So waren auch die 32. Pole-Poppenspäler-Tage nach Ansicht der Veranstalter eine „runde Sache“. Was die Vorstandsdamen aber immer wieder verblüfft, ist die Unwissenheit mancher über die Struktur des Fördervereins und seiner Aufgabe: „Wir bekommen immer wieder Anfragen nach Auftritten – einige Leute denken tatsächlich, wir spielen alle Stücke selbst!“

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erstellt am 28.Sep.2015 | 14:00 Uhr

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