Friedrichstadt : Festival mit Überraschungen

Endspurt: Aus dem Rennen um Platz eins ging das Team des Spezialpionierregiments 164 als Sieger hervor.
Endspurt: Aus dem Rennen um Platz eins ging das Team des Spezialpionierregiments 164 als Sieger hervor.

Vom Heiratsantrag bis zum Freundschaftsdienst: Das Drachenboot-Rennen in Friedrichstadt hat nicht nur spannende Wettkämpfe zu bieten.

shz.de von
09. Juli 2018, 09:00 Uhr

Nachdem sich 21 Schülerteams beim 14. Drachenboot-Festival in Friedrichstadt spannende Wettkämpfe geliefert haben, waren am Wochenende die Erwachsenen an der Reihe. Doch in diesem Jahr wurde in Friedrichstadt etwas geboten, das selbst die Organisatoren überraschte und vielen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

27 Spaßteams aus dem ganzen Land waren dabei – und zahlreiche Zuschauer, die sich auf beiden Seiten des Westersielzuges eingefunden hatten. Im Übrigen war es auch schwierig, dem Fest zu entgehen: Die dumpfen Trommelschläge, die lauten Anfeuerungsrufe und die professionelle Moderation von Regatta-Sprecher Kim Koltermann waren bis ins Zentrum der Stadt zu hören. Traditionell wurde dabei gleichermaßen zu Wasser und zu Lande gefeiert, denn ein Rahmenprogramm bot zusätzlich Abwechslung.

Dann, gegen 12 Uhr, kam die erste Überraschung: Von einem Drachenboot aus hielt ein Rennteilnehmer ein großes Banner in die Höhe – und warb mit der Aufschrift „Mareike, willst du mich heiraten?“ bei seiner Angebeteten um eine entsprechende Zusage. Diese kam unter aufbrandendem Beifall prompt – denn die junge Dame hatte die Rennen von oben auf der Blauen Brücke verfolgt. Als Mike Oldfields Hit „Heavens’s open“ am Abend die spannenden Endrunden einläutete, war die Stimmung längst am Siedepunkt angekommen.

Kurioses ereignete sich auch beim Rennen um den dritten Platz. Die Boote befanden sich gerade auf der Zielgeraden. „Was ist da jetzt los auf dem Wasser? Ich sehe im Moment nur, dass es nicht weitergeht“, erklärte Koltermann über die große Lautsprecheranlage. Auch den Einsatzkräften gab das Rätsel auf. Das DLRG-Rettungsboot ging in Startbereitschaft. Doch dann brach Jubel unter den Zuschauern aus. Beide Drachenboote schoben sich im Gleichklang der Trommeln gemächlich dem Ziel entgegen. Schließlich das eindeutige Signal des Ruderregatta-Schiedsgerichts mit Günther Tiedgen, Hans-Walter Martin, Bernd Schweitzer und Winfried Michalski: „Die Teams von Hol schon mal 14 Bier und der Koldenbütteler Boßler haben die Ziellinie sekundengleich überquert.“ Kommentar des Moderators: „So etwas haben wir hier noch nicht erlebt – das ist absolut einmalig.“ Den Hintergrund verriet Sascha Heinrich-Missal im Interview: „Koldenbüttler Teams treten fair gegeneinander an – und sie gewinnen auch gemeinsam. Da ist keiner besser als der andere.“ So gab es eben zwei dritte Plätze.

In der Endrunde traten die Flintstones aus Friedrichstadt gegen das Spezialpionierregiment 164 unter der Bezeichnung „Nordfriesland 1“ an. Die Pioniere durchquerten die 250 Meter lange Rennstrecke auf dem sechs Meter tiefen Westersielzug in 1,02 Minuten, die Flintstones folgten 20 Zehntelsekunden später.

Die Siegerehrung nahm Friedrichstadts neue Bürgermeisterin Christiane Möller-von Lübcke vor: „In den vergangenen drei Tagen habe ich die Drachenbootrennen mit großem Vergnügen verfolgt. Das Drachenboot-Festival ist jedes Jahr wieder ein Highlight, auf das wir stolz sind und das – wie man sieht – einen Anziehungspunkt für Groß und Klein schafft.“ Ihr besonderer Dank gelte dem Veranstalter, der Friedrichstädter Rudergesellschaft, dem unermüdlichen Organisationsteam und dem Stimmungsmacher Kim Koltermann.

Der Pokal für die beste Verkleidung ging an das Icehouse-Team aus Husum. Beim Schäfchenrennen wurden die Schäfchen in zuvor von Rechtsanwalt und Notar Dr. Lars Koltermann versiegelter grüner Tonne zum Ponton in der Flussmitte gebracht und dort ins Wasser gelassen: Die Preisträger: 1. Christian Henningsen; 2. Aaron Grätz – und der letzte (40. Preis) ging an Oliver Cropp aus Pearth (Australien), der gerade mit den Großeltern Urlaub auf Sylt macht und aus der Zeitung vom Festival erfahren hatte.

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