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100 Jahre Eiderbrücke : Fest zum großen Brückenjubiläum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im September soll das 100-jährige Bestehen der Eiderbrücke in Friedrichstadt gefeiert werden. Vorgesehen ist eine Feier mitten auf dem stählernen Bauwerk über dem Fluss. 1916 galt die Brücke als eine Sensation

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erstellt am 14.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Im September soll nach den vielen Höhepunkten des Sommers erneut ein großes Fest in Friedrichstadt gefeiert werden. Anders als bei den Rosenträumen, dem Lampionfest, beim Tischlein deck dich oder dem Regionaltag, wird nicht auf dem Marktplatz im Herzen der historischen Altstadt gefeiert. An einem ganz ungewöhnlichen Ort soll die große Fete steigen – mitten auf der stählernen Brücke über die Eider. Dort, außerhalb der Stadt, weil das deutschlandweit bekannte Bauwerk in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. „Noch“, so sagt Tourismus-Chefin Anke Stecher, „ist aber nicht sicher, ob die Planungen wie erhofft auch verwirklicht werden können. Schließlich muss dafür die Landesstraße 156 für den Verkehr gesperrt werden.“

Und mit der Unterbrechung dieser wichtigen Verbindung zwischen Friedrichstadt und St. Annen haben die Bewohner der Region schon schlechte Erfahrungen gemacht. Im Jahr 2007 wurde das Stahlbauwerk nämlich von Grund auf saniert. Die damalige Vollsperrung hatte länger gedauert als ursprünglich angekündigt, mehr als sechs Monate, bis in das Jahr 2008 hinein. Die Verkehrsteilnehmer mussten im Schnitt einen Umweg von mehr als 26 Kilometer in Kauf nehmen, sie waren auf die Eiderbrücke in Tönning angewiesen.

Zur Entschädigung wurde den geplagten Pendlern aber auch ein Spektakel auf dem längsten Fluss des Landes geboten. Der Schwimmkran „Grizzly“ wurde den Fluss hinauf bugsiert, um die zwei jeweils gut 170 Tonnen schweren Brückenklappen zu demontieren. Der Kran passte nur knapp durch das Eidersperrwerk – an Back- und Steuerbord hatte er jeweils nur knapp 50 Zentimeter Luft.

Wegen der langen Umwege ist sich Anke Stecher nicht so sicher, ob eine Sperrung für ein Fest von den Verkehrsbehörden genehmigt werden würde. Auf alle Fälle soll aber nachgefragt werden, schließlich werde ein Straßenbauwerk ja nicht alltäglich 100 Jahre alt.

Zudem ist die Friedrichstädter Eiderbrücke eine ganz besondere Konstruktion. Sie ist eine sogenannte Langersche Balken-Brücke. Als erste in Deutschland gebaute große Stabbogenbrücke nach diesem Prinzip wurde sie 1916 fertig gestellt. Sie löste eine mehr als 300 Jahre bestehende Fährverbindung ab.

Die Bedeutung der Brücke für die Stadt und das ganze Umland wird auch daran deutlich, dass der damalige Friedrichstädter Bürgermeister Voß „Seiner Excellenz, dem Herrn Oberpräsidenten a. D. v. Bülow zu Bossee die Ehrenbürgerschaft der Stadt antrug. In dem Schreiben hieß es: „Das Stadtverordneten Kollegium hiesiger Stadt hat einstimmig beschlossen, in Würdigung der außerordentlichen großen Verdienste, die sich Ew. Exzellenz um das Zustandekommen der Friedrichstädter Eider-Straßen-Brücke und damit zugleich um die Stadt Friedrichstadt erworben haben, Ew. Excellenz zum Ehrenbürger der Stadt Friedrichstadt zu ernennen.“

Noch stehen die Details für die große Jubiläumsfeier nicht fest, doch Anke Stecher räumt freimütig ein, dass der Vorschlag für ein solches Fest aus der Dithmarscher Gemeinde St. Annen gekommen ist. Gemeinsam wolle man ein buntes Programm ausarbeiten. „Noch ist es aber zu früh dafür“, sagt die Tourismus-Chefin. Wer allerdings Ideen für eine solche Jubiläumsfeier habe, der könne sich im Tourismusbüro melden. Allerdings hänge es von der Genehmigung der Behörden ab, ob die Brücke für einen Festtag geschlossen werden darf.

Anlässlich der Brückenfertigstellung im Jahr 1916 wurden für die Eröffnungsfeier am 3. Dezember Tischkarten mit folgender Speisenfolge gedruckt: Suppe, Karpfen, Hasenbraten, Apfeltorte und Käse. Dazu wurde ein 1911er Zeltinger Forstweg und ein 1904er Chat. Pontei Canet Pauillac gereicht.

Übrigens, die Nutzung der Brücke war nicht kostenfrei. In der Brückengeld-Ordnung heißt es unter anderem: „Für jede Person, ohne Rücksicht auf das Alter und gleichgültig, ob sie geht, reitet, fährt gefahren oder getragen wird, beträgt das Brückengeld fünf Pfennige.“ Großvieh durfte für 20, Kleinvieh für zehn Pfennige die Brücke passieren. Die Querung für Kraftfahrbusse, Dampfwalzen, -maschinen, -pflüge und Dreschfahrzeuge war teuer, es wurden 400 Pfennige fällig. Autos kamen bereits für 200, Motorkräder für 100 Pfennige über die Eider.

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