St. Peter-Ording : Ferienjob am Strand

Nadja und Anna arbeiten den ganzen Sommer am Strand von St. Peter-Ording.
Nadja und Anna arbeiten den ganzen Sommer am Strand von St. Peter-Ording.

Anna und Nadja haben gerade ihr Abitur gemacht und arbeiten jetzt für die Tourismus Zentrale. Am Strand bieten sie für Kinder Gymnastik und Spiele an.

shz.de von
14. Juli 2018, 06:00 Uhr

Den ganzen Sommer Barfuß an den Stränden von St. Peter-Ording herumturnen – und dabei auch noch Geld verdienen. Hört sich nach einem guten Deal an. Das dachten sich Nadja Poslad aus Köln und Anna Stockfleth aus Albersdorf, die in diesem Jahr die Animation für Kinder und Gymnastik für Erwachsene am Strand anbieten. Im Auftrag der Tourismus-Zentrale klappern die beiden 18-Jährigen montags bis freitags von 11.30 Uhr bis 16.30 Uhr alle vier Strände ab und bieten lockere Gymnastik für Erwachsene und Spiele für Kinder direkt neben der Badeaufsicht an. „Wir machen immer eine halbe Stunde Gymnastik und anschließend eine Stunde Kinderprogramm“, erklärt Nadja, die gerade die Hütchen und den Hula Hoop einsammelt und in den großen blauen Jeep räumt. Den dürfen die beiden sich in den zwei und drei Monaten, die sie hier arbeiten, teilen. Sie hätten sich schon an den Unterschied zum normalen Straßenverkehr gewöhnen müssen, als sie die ersten Touren durch den Sand machten. Aber: „Es macht Spaß mit dem Jeep durch den Sand zu driften“, sagt Anna Stockfleth.

Nadja lebt für zwei Monate in einer Personalunterkunft, die die Tourismus-Zentrale den Saisonkräften zur Verfügung stellt. Anna, die aus dem benachbarten Dithmarschen kommt, kann bei einer Freundin der Mutter Unterschlupf finden. „Ich fahre an den Wochenenden meistens nach Hause, ich hab es ja nicht so weit“, sagt Anna. Nadja hingegen muss sich an den Wochenenden eine Beschäftigung suchen, denn dann haben die beiden frei. Das sei aber kein Problem für die Kölnerin. „Ich gehe an den Strand oder unternehme was mit meiner Mitbewohnerin.“ Für beide sei es eine ganz neue Erfahrung, direkt nach dem Abi zum ersten Mal auf eigenen Füßen zu stehen.

Und was ist das schönste an ihrem Job? „Dass wir den ganzen Tag draußen am Strand sein können“, sagt Anna. „Und dass uns hier viele Freiheiten gelassen werden“, ergänzt Nadja. Welche Gymnastikübungen und was sie mit den Kindern spielen, ist den Animateuren selbst überlassen. Gerade bei den Kindern sei da Flexibilität gefragt. „Das sind oft sehr gemischte Altersgruppen, die natürlich ganz unterschiedliche Sachen können, da muss man immer einen guten Mittelweg hinkriegen“, erklärt Anna. Das sei auch gleichzeitig das nervigste an ihrem Job, sind sich die beiden einig. „Das Angebot für Kinder ist ab vier Jahre, aber oft kommen dann die kleinen Geschwister mit, und dann wird das manchmal ein bisschen schwierig.“ Aber das gehöre eben auch zum Job dazu, erklärt Anna. Vom Plumssack über Geschicklichkeitsspiele bis zum „Herr -Fischer-Spiel“ ist einiges dabei, was mit den Kindern im Sand gespielt wird. „Häufig bringen die Eltern ihre Kleinen vorbei, schauen noch ein bisschen zu und ziehen sich dann zurück“, sagt Nadja.

Auch wenn sich das nach einem Traumjob anhört und die beiden ihn nicht missen wollen, ist es auch anstrengend, den ganzen Tag an der frischen Nordseeluft Programm zu machen. Abends gegen 17 Uhr kommen sie wieder beim Gerätelager neben dem Alten Rathaus an, spritzen den Jeep ab, bringen die Geräte in den Lagerraum und gehen in ihren wohlverdienten Feierabend.

Lockere Gymnastik und Kinderspiele finden von Montags bis freitags immer von 11.30 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 16 Uhr an den verschiedenen Stränden statt. Infos dazu im Veranstaltungskalender der TZ.

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