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Sportler in Feierlaune : Fastnachtsboßler übernehmen Garding

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Dreilandenhalle in Garding war fest in der Hand vom Manns- und Fruunsboßelvereen Schambüllsenn Gaarngeest Leegesee. Nach einem Jahr Pause trat Musikwirt Rainer Martens wieder in die Bütt.

Was Köln für das Rheinland, das ist Garding für Eiderstedt. Einmal mehr zeigten die Närrinnen und Narren der Mommsen-Stadt, dass auch sie zünftig in die fünfte Jahreszeit starten können. Erneut verwandelte sich die Dreilandenhalle in eine Karnevals-Hochburg. Traditionell feierten die Mitglieder des Manns- und Fruunsboßelvereen „Schambüllsenn Gaarngeest Leegesee“ ihr Fastnachtsboßeln, das nicht mit dem närrischen Treiben in Deutschlands Narren-Zentren vergleichbar ist. „Gardinger Fastnacht ist eben anders“, so die Vorsitzende, Elke Katryniak. Deren einzige Aufgabe war es, die vielen Gäste aus Wirtschaft, Vereinen, Politik und etliche Bürger zu begrüßen und die Nacht der Nächte zu eröffnen.

Von Anfang an war die Stimmung in der liebevoll geschmückten Halle grandios. Alles war ausgerichtet auf den Valentinstag und das damit verbundene Thema Liebe. Herzen aus Pappe mit passenden Sprüchen oder in Form von Luftballons zierten Wände und Vorhänge, alles in Rot gehalten. Die Tanzfläche blieb dank DJ „Mac Fly“ – alias Dennis Lafrentz – nie leer. Auch viele junge Leute tummelten sich in Feierlaune zu Hits, Schlagern und Oldies auf dem Parkett. Während der Tanzpausen jagte ein Höhepunkt den nächsten. Ohne die Gardinger Funkenmariechen lief nichts. Viel Applaus erhielten sie mit ihrer Leiterin Uta Manthey für die fetzigen Einlagen. Liedermacher und Kneipenwirt Rainer Martens kam nach einem Jahr Pause wieder als Büttenredner – diesmal der besonderen Art – daher. Kurzerhand brachte er den –nachgebauten – Tresen seiner Musikantenkneipe „Lütt Matten“ mit, nannte ihn „Büttmatten“, und lud sich Gäste ein, darunter die Gardinger Willy Mommsen, Mo Bouzidi, Jürgen Grün und Annkatrin Marwig. Schnell war das muntere Quintett im Zwiegespräch. Gnadenlos nahm es, gewürzt mit viel Lokalkolorit, Persönlichkeiten, Gegebenheiten oder Ereignisse der Stadt aufs Korn. Dabei fehlten die Geschehnisse um den zurückgetretenen Bürgermeister Ranjet Biermann nicht. „Stirb Langsam 6“ müsste der Film heißen, den es über die Enge Straße zu drehen gäbe. Statt bunter Geschäftsmeile gebe es dort mittlerweile schon sechs Fußpflegerinnen. Eines habe wohl keine Kommune der Region, einen auch in seiner Kirche mit Band Blues singenden und spielenden Pastor Thomas Knippenberg. Vielleicht sei er ja deshalb, unkte man, aus seinem früheren Wirkungsort in Dithmarschen nach Eiderstedt „verbannt“ worden. Immer wieder hatten die Akteure die Lacher auf ihrer Seite und die Besucher stimmten mit dem singenden Wirt in den umso treffenderen Gassenhauer „Schietegol“ ein. Sketche und Parodien über die Liebe im Frühling oder Herbert Grönemeyers „Männer“ waren weitere Höhepunkte.

Das abwechslungsreiche Programm – nach alter Sitte nur mit Darstellern aus den eigenen Reihen besetzt – hatten die Damen des Festausschusses mit Monika Licht und Uta Manthey, zusammengestellt. Dank Sponsoren aus der Gardinger Geschäftswelt und dem Umland sorgte eine Tombola für Überraschungen. Durch die Geldspenden, die die Einlader im Vorwege sammeln konnten, war das Fest selbst erneut möglich geworden. „Wir finanzieren es nur daraus“, so die Vereins-Chefin. Begonnen hatte alles bereits nachmittags mit dem Umzug, voran mit dem Feuerwehrmusikzug. Vor manchem Haus machten die gut 50 Teilnehmer Halt. Nach Gesangs- und Tanzeinlagen gab es Wegzehrung, meist in flüssiger Form. Beim Boßeln spielte weniger der sportliche, als der Spaßfaktor, die Rolle.

Aufwärmen hieß es danach bei heißem Kaffee, Heedewecken und Schnack in der vollbesetzten Dreilandenhalle. Den Verein gibt es bereits seit 1899. Seither wird jeden Sonnabend vor dem Rosenmontag das Faßnachtsboßeln zelebriert.

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