Kulturnacht in Husum : Fast zu viel für einen Abend

Vor dem Speicher warfen die „Meereshelden“ ihre Netze nach Besuchern aus. Fotos: ssl
Vor dem Speicher warfen die „Meereshelden“ ihre Netze nach Besuchern aus. Fotos: ssl

Das Programm der Kulturnacht bot für jeden Geschmack etwas, war aber schlichtweg nicht zu schaffen.

von
02. Juli 2018, 12:00 Uhr

Höchst unterschiedlich verteilten die zahlreichen Kulturnacht-Gänger ihre Gunst. Wobei nicht eindeutig zuzuordnen war, woran es gelegen haben mag, dass einige Einrichtungen von Anfang an „volles Haus“ verzeichnen konnten, während in anderen die Besucher nur kleckerweise eintrafen. Die jeweilige Lage – mitten im Zentrum oder etwas abseits – spielte im Gegensatz zum vielleicht etwas zu guten Sommerwetter keine so große Rolle.

Es war wohl eher das jeweilige Extra, das den Unterschied ausmachte, denn die Mitmach-Angebote, Lesungen und Konzerte vor Ort waren teilweise sehr gut besucht: Der Gospelchor Olderup sang im Weltladen vor ebenso großem Publikum wie das Duo In2Parts in der Stadtbücherei und Cross the Border im Eckhus. Während die Schatzsuche im Nissenhaus vor allem Familien mit Kindern anzog, wurden die klassischen Museumsausstellungen oft ganz gezielt von Menschen angesteuert, die am jeweiligen Thema entsprechend großes Interesse haben.

Erstaunlich still war es im Speicher, obwohl hier etliche Menschen voller Hingabe tanzten, munter vor sich hin summten und gar lauthals mitsangen, was ihnen die drei DJs über die großzügig verteilten Funkkopfhörer an Musik einspielten. Besonders beliebt bei dieser Kopfhörerparty waren die Liegestühle und Sitzkisten vor dem Haus, wo zudem „Meereshelden“ auf Stelzen Schabernack trieben und ihre Netze nach wehrlosen Passanten auswarfen.

Sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Besuchern fand die Kulturnacht insgesamt großen Anklang. Allerdings hat die Veranstaltung für manchen Geschmack mit 23 Stationen eine Dimension angenommen, die in den wenigen Stunden bis Mitternacht und bei den teils etwas weiteren Wegen schlichtweg nicht mehr zu schaffen ist. „Das liegt vielleicht auch an den zusätzlichen Unterhaltungs-Aktionen und den kulinarischen Angeboten unterwegs, für die der Kulturnacht-Besucher zusätzlich eine gewisse Zeit benötigt“, meinte Karin Cohrs vom Schiffahrtsmuseum.

Einige Besucher der Kulturnacht versuchten den Spagat trotzdem und huschten teils im Eiltempo durch die Ausstellungen – was am Ende keinem wirklich gerecht werden konnte. Alix Paulsen hofft allerdings, dass so mancher nach diesem Schnelldurchlauf beschlossen hat, bei anderer Gelegenheit wiederzukommen und sich in ihrem Weihnachtshaus und den anderen schönen Einrichtungen, die Husum zu bieten hat, in Ruhe umzuschauen. Wenn dem so ist, dann hat die Kulturnacht ihren Zweck auf jeden Fall erfüllt.













zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen