Husumer Hafen : Fast wie in alten Tagen

Sehen und staunen: An den Plattbodenseglern, die im Hafen festgemacht haben, bleiben immer wieder Schaulustige stehen. Foto: hjm
Sehen und staunen: An den Plattbodenseglern, die im Hafen festgemacht haben, bleiben immer wieder Schaulustige stehen. Foto: hjm

Der Binnenhafen mausert sich allmählich zum Anziehungspunkt für Traditionssegler

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20. Mai 2011, 07:55 Uhr

Husum | Der Hafen hat weiteren Besuch erhalten. Vor wenigen Tagen haben die Plattbootsegler "Jonas" und "Amazone" an der Kaimauer festgemacht und geben mit ihren je zwei Masten der maritimen Seite des Stadtbildes neuen Glanz. Die "Jonas" wurde 1911 im friesischen Waterhuizen gebaut und war als Versorgungsschiff für die Bewohner der Küsten, Halligen und Inseln im Einsatz. In den 1980er Jahren wurde sie sogar als Plattform für eine Windkraftanlage eingesetzt und sollte anschließend verschrottet werden. Doch dann kaufte das Bildungswerk Nordseewatten e. V. den Segler und versetzte ihn in Eigenleistung in den Originalzustand zurück. "Unser Heimathafen ist Friedrichstadt, doch für unsere Vereinsmitglieder fahren wir hauptsächlich ins Wattenmeer", berichtet Kapitän Stefan Schremmer.

Wie "Jonas" ist auch die "Amazone" ein See-Ewer und gehört wie dieser dem Bildungswerk. Einziger Unterschied: Sie ist zwei Jahre älter. Auch die "Amazone" versorgte Inseln, aber auch das Festland - vor allem Hamburg - mit Gütern aller Art. Als Küstenmotorschiff war sie bis 1984 zudem zwischen Kopenhagen und Dortmund unterwegs. Seit 1999 segelt die alte Dame wieder unter ihrem ursprünglichen Namen. "Wir liegen bis Montag im Binnenhafen und gehen dann zusammen mit der ,Jonas und in Kooperation mit dem Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst für junge Erwachsene auf Bildungsreise", sagt Kapitän Sönke Lüneburg. Bis Himmelfahrt werden von Husum aus Törns angeboten. Danach macht sich die "Amazone" mit einem schwimmenden Seminar der Stiftung Naturschutz Berlin in die Ostsee auf. Übrigens: Der Begründer des Bildungswerks Nordseewatten ist John von Eitzen, Kapitän der "Ronja".

Das dritte Schiff im Bunde, die 97-jährige "Brittantje", hat ja schon vor einigen Wochen ihren Dauer-Liegeplatz im Binnenhafen eingenommen. Schiffseigner und Kapitän Wolfgang Loy und seine Frau Conny haben mit dem Plattbodenschiff noch einiges vor. Die alte Dame soll bis zu ihrem 100. Geburtstag umgebaut werden. Unter anderem wird ein großer Salon im Bauch des Schiffes entstehen. "Nach dem Umbau schwebt uns vor, hier auch kulturelle Veranstaltungen anzubieten", verrät der Kapitän.

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