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Gross-Kreuzung im Norden von Husum : Fast alles spricht für einen Kreisel

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Alte Ampelanlagen und neue Zahlen zum Verkehrsaufkommen: Die stark befahrene Kreuzung im Norden von Husum ist wieder Thema in Verwaltung und Politik. In zwei Jahren könnte sie zum Kreisverkehr umgebaut werden – für rund 600.000 Euro.

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erstellt am 17.Okt.2013 | 07:00 Uhr

Welcher Autofahrer in Husum hatte nicht schon mal unter diesem Verkehrsknotenpunkt zu leiden? In Spitzenzeiten ist dort, wo Bredstedter Straße, Adolf-Brütt-Straße und Marktstraße aufeinandertreffen, das Aufkommen oftmals so hoch, dass eine einzige Grünphase zum Passieren nicht ausreicht. Die Wartezeiten sind entsprechend lang und der Leerlaufbetrieb der Motoren schädigt die Umwelt noch mehr als es Autoabgase ohnehin schon tun. Ein Kreisverkehr könnte Abhilfe schaffen und würde, anders als bei herkömmlich ausgebauten Kreuzungen mit Ampelregelung, erwiesenermaßen einen gleichmäßigen und zügigen Verkehrsfluss ermöglichen.

Ein Kreisel an dieser Stelle – das war schon vor elf Jahren politischer Wille. Ein entsprechender Beschluss des Bauausschusses vom 19. Juni 2002 erwies sich seinerzeit allerdings als nicht umsetzbar: Im Zuge der Planung stellte sich nämlich heraus, dass zum damaligen Zeitpunkt die Leistungsfähigkeit des Kreisverkehrs nicht ausgereicht hätte.

Nun, nachdem die Westtangente seit einem Jahr fertiggestellt ist und die geschlossene Deichstraße damit Verkehr aus der Innenstadt heraushält, haben sich die Vorzeichen jedoch massiv geändert. Ein Kreisverkehrsplatz macht wieder Sinn, könnte allerdings aus haushaltstechnischen Gründen erst 2015 in Angriff genommen werden, wie Klaus Lorenzen im Bauausschuss verdeutlichte. Aus diesem Grunde nahm das Gremium die Ausführungen des Straßenbau-Experten zu diesem Thema auch erst einmal nur zur Kenntnis, ohne einen Grundsatzbeschluss zum rund 600 000 Euro teuren Bau eines Kreisels zu fällen.

„Wir haben unsere Hausaufgaben vorgezogen und eine komplett neue Verkehrszählung vorgenommen“, sagte Lorenzen. Das daraus resultierende Gutachten vom 31. Juli diesen Jahres besage, dass der vorhandene Verkehr bei einer Umgestaltung zu einem Kreisverkehrsplatz leistungsfähig abgewickelt werden könne. Mehr noch: „Es bestünden darüber hinaus noch deutliche Kapazitätsreserven.“

Von einem Umbau würden nicht nur die Autofahrer profitieren, sondern auch die schwächeren Verkehrsteilnehmer: „Die bei der jetzigen Kreuzung zum Teil auftretenden hohen Wartezeiten für Radfahrer und Fußgänger fallen beim Kreisverkehr deutlich geringer aus“, heißt es dazu in der Vorlage der Verwaltung. „Durch die Mittelinsel ließen sich die Fahrbahnen viel schneller überqueren“, erklärte Lorenzen.

Hinzu kommt, dass die vorhandene Signalanlage ihre Nutzungsdauer bereits weit überschritten hat, so dass es mittlerweile auch keine Ersatzteile mehr gibt. Bereits jetzt arbeiten die Verantwortlichen im Rathaus mit Provisorien, um die Funktionsfähigkeit der Ampeln aufrechtzuerhalten – was immer häufiger misslingt.

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