Farbenreiche Bildsprache

Die  in Husum lebende Italienerin Siri Pasina interpretiert deutsche Literaturklassiker auf ihre Art. Foto: wis
Die in Husum lebende Italienerin Siri Pasina interpretiert deutsche Literaturklassiker auf ihre Art. Foto: wis

Neue Ausstellung im Haus Peters mit Werken von Siri Pasina / Tetenbüller Kulturzentrum ab März unter neuer Leitung

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07. November 2012, 07:02 Uhr

Tetenbüll | "Sie haben die Wahl - betrachten Sie die Bilder als Kunst an sich, oder begeben Sie sich auf eine Reise durch Kunst und Literatur", sagte Dr. Katrin Schäfer, letzte Laudatorin in diesem Jahr, anlässlich der Ausstellungseröffnung mit Bildern von Siri Pasina im Haus Peters. Denn die "Traumbilder zu Theodor Storm" , so der Ausstellungstitel, nehmen nicht nur Zitate dieses Autoren zur Grundlage, sondern auch solche aus Werken von Johann Wolfgang von Goethe und Thomas Mann. "Siri Pasinas literarische Bilder sind ungewöhnlich, denn es sind sozusagen Illustrationen im engsten Wortsinn", so Schäfer weiter. "Sie erhellen den literarischen Text, erklären ihn bisweilen besser, als es ein Literaturwissenschaftler könnte und würdigen den Autor und dessen Werk."

Die Malerin liebe die Farbe: "Bunt darf es sein, mal grell, mal aufdringlich, meist aber pastellartig sanft und verspielt", erläuterte Katrin Schäfer, "Farben, die irgendwie unwirklich sind, so wie man eben manchmal Träume erlebt." Siri Pasina, eine zierliche Italienerin, lebt seit Jahren in Husum, weil sie "fasziniert ist von der ursprünglichen Landschaft und der Nordsee", wie sie selbst sagte.

Die Laudatorin eröffnete nicht von ungefähr diese Ausstellung: Vom

1. März 2013 an wird Katrin Schäfer die Geschäftsführung von Haus Peters übernehmen, als Nachfolgerin von Brigitta Seidel, die dann in den wohlverdienten Ruhestand geht. Dies teilte Seidel in ihrer Begrüßungsansprache mit. Dr. Katrin Schäfer lebt in Husum. Sie ist unter anderem als Kulturberaterin tätig und konzipiert die Ausstellungen im Hotel Miramar in Tönning. Sie hat Germanistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Kommunikationswissenschaft und Journalistik studiert.

Bürgermeister Henning Möller beklagte zum wiederholten Mal die "schwach entwickelte Solidarität in der Region" in Bezug auf das Haus Peters und sagte an, dass man im nächsten Jahr die neue Kultusministerin von Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Waltraud Wende (parteilos) einladen wolle, um ihr das Projekt "Haus Peters" nahezubringen, nicht ohne die finanzielle Lage zu verschweigen.

Der obligatorische Blumenstrauß, der bei jeder Vernissage vom Bürgermeister im ehemaligen Tetenbüller Kaufmannsladen an besondere Gäste überreicht wird, ging diesmal an Bettina Bulau aus Husum, die nahezu bei jeder Ausstellungseröffnung dabei war und im Sommer auch gern per Motorrad anreist.

Die Ausstellung "Traumbilder zu Theodor Storm" läuft bis zum 24. Februar 2013. Das Haus Peters in Tetenbüll, Dörpstraat, ist von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet (außer Heiligabend und Silvester), im Januar und Februar nur sonnabends und sonntags. Info unter Telefon 04862/681.

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