Mittelalterfest des Vereins "Frisia Historica" : Farbenfrohe Zeitreise

Kostümschneiderin Sandra Florean (li.) präsentierte historische Gewandungen. Foto: dew
Kostümschneiderin Sandra Florean (li.) präsentierte historische Gewandungen. Foto: dew

"Frisia Historica": Mittelalterlicher Markt bildet Auftakt für das Jubiläumsjahr

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31. Januar 2011, 11:40 Uhr

Niebüll | Das gabs in Niebüll noch nie. Unter dem Dach eines ehemaligen Sparmarktes am der Friesischen Straße 3 wurde am Wochenende ein mittelalterlicher Hallenmarkt abgehalten. Veranstalter des kaufmännischen und sonstigen illustren Treibens war "Frisia Historica", ein noch junger Haufen mit 30 pfiffigen Friesen, die es sich unter dem Kommando von Stefan Nissen auf ihren Wimpel geschrieben haben, die Erinnerung ans Mittelalter wachzuhalten.

Den Hallenmarkt proklamierte Historica-Boss Nissen als eine Art Präludium. "Niebüll feiert in diesem Jahr die 575. Wiederkehr des Datums seiner ersten urkundlichen Erwähnung. Das ist ein großes Jubiläum. Wir von Frisia Historica feiern auch ein Jubiläum - mit unserm fünfjährigen Bestehen ein kleines", sagt Nissen, fügt aber schnell hinzu, dass es ganz groß gefeiert werden soll: vom 8. bis 10. Juli auf dem Wehlengelände. "Wir werden es ,Friesisches Historisches Treyben nennen und Wikinger aus ganz Norddeutschland zu Gast haben."

Einen kleinen Vorgeschmack dessen, was die Bürger erwartet, bot schon mal der kleine Hallenmarkt. An zehn Ständen wurde demonstriert, wie die alten Wikinger lebten, wie erfinderisch sie waren, wie sie handelten, sich "gewandeten" und wie stolz sie auf ihre Erfindungen und Produkte waren. Gunnar Christiansen aus Süderlügum zeigte seine Trinkhörner, Günther Grabow aus Wimmersbüll Wurf-Äxte, Becher und geschnitztes Dekor. Hier stand ein Zelt, dort liefen historisch gewandete Wikinger umher, auch Kinder. Feuerjonglage, Bogenschießen und Gaukelei sorgten für Unterhaltung.

Wie sich die Mode vom Wikinger-Look bis zu Barock, Rokoko und Empire gewandelt hat, demonstrierte Sandra Florean aus Schwentinental, die selbst in ein Gewand gehüllt war, das dem der Katharina von Bora, der Ehefrau Martin Luthers, ähnlich war. Der zweiteilige Wandel durch die Epochen der Mode war ebenso interessant wie amüsant, als der wohlhabende Wikinger hervortrat, sich die Dame von Stand zeigte, der Kaufmann mit Schnabelschuh andeutete, wie reich er ist, eine junge "Metropolin" mit der Menge kokettierte und eine andere Städterin ihr "Teufelskleid" vorführte, das der Klerus im 14. Jahrhundert als zu lüstern verdammte. Sehr fraulich und lieblich schließlich die Mode der Renaissance (ab 15. Jahrhundert) mitsamt florentinischen und englischem Farbtupfern.

Zwischendurch und zum späten Finale gab es mittelalterlichen Rock aus Flensburg von "Attonitus". Mittelalterrock wird mit einem Mix aus historischen Instrumenten wie Harfe, Laute, Schalmei und Blockflöte sowie Gitarre, E-Gitarre und Drums gespielt. Die jungen Musiker ließen es krachen und machten damit auch ihrem Namen Ehre. durch die Epochen

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