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Tanzende Skelette und krabbelnde Fische : Fantastische Bilderwelten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Haus Peters in Tetenbüll präsentiert bis zum 28. Juni Werke des Künstlers Hans-Ruprecht Leiß. Die Bilder des gebürtigen Husumers zeigen Fabelwesen und bizarre Figuren, die mit feinem Strich auf Papier gebannt sind.

„Leiß kann alles“ – dieses Kompliment aus dem Munde seines Dichterfreundes Uwe Herms spricht Bände über die detailverliebte, fast altmeisterliche Art, mit der Hans-Ruprecht Leiß seine fantastischen Wunderwelten zum Leben erweckt. Es sind handwerklich perfekt gestaltete Rätselbilder voll versteckter Ironie und skurriler Momente, deren Botschaften sich nur schwer entschlüsseln lassen. Ein surrealer Mini-Kosmos, der die Fantasie beflügelt. Man steht – und staunt. Und taucht tief ein in eine Welt wimmelnden Lebens, der Leiß in seinen Bildern eine „große Bühne“ gibt.

Bis zum 28. Juni erzählt der Künstler, der freiberuflich als Maler, Grafiker und Illustrator in Flensburg arbeitet und schon viele Preise gewonnen hat, seine „kleinen Geschichten auf Papier“ im Haus Peters in Tetenbüll. Vermischt mit aktuellen Werken, die zum Teil speziell für diese Ausstellung entstanden sind, werden faszinierende Einblicke in den fantastisch-realistischen Bildstil des gebürtigen Husumers gegeben.

Eine „ganz neue Art der Fantasieauslebung“ bescheinigte der Eiderstedter Schriftsteller Uwe Herms bei der Eröffnung der Ausstellung seinem langjährigen Künstlerfreund, mit dem ihn auch gemeinsame Buchprojekte verbinden. Sein „barockes Temperament“ ermögliche Leiß die „freieste Entfaltung der Fantasie bis ins Surrealistische“, stellte Herms fest und forderte die dicht gedrängt stehenden Besucher auf, sich selbst Bild für Bild die Geheimnisse der Leißschen Traumwelten zu erschließen. Die ließen sich nicht lange bitten und diskutierten angeregt vor den Werken des Künstlers. Auf denen tummeln sich Menschen und Tiere, Fabelwesen und bizarre Figuren in unwirklich anmutenden Szenerien, in denen Boote durch Lüfte fliegen, Städte aus dem Rücken von Fischen wachsen, Elefanten mit zwei Enden und Giraffen mit Knöpfen leben, Früchte im Obstkorb ein babylonisches Eigenleben führen und winzige Totenköpfe zwischen blühenden Seerosen die Idylle nachhaltig stören. Nichts ist bei Leiß am „richtigen“ Platz. Städte schweben, Fische krabbeln an Land, Schnecken ziehen Elefanten, Skelette tanzen oder telefonieren im Sarg. Größenverhältnisse sind ebenso wie die Gesetze der Schwerkraft aufgehoben. Im exzessiven Spiel mit dem Unerwarteten sorgt der Künstler immer wieder für Überraschungen, Irritationen, Erheiterung und Denkanstöße. Eine Traumwelt, die zum Träumen einlädt. Und auch Albträume zulässt.

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