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Speicher Husumer Hafen : Fans froh: Gedenktafel für den Sänger der weißen Tauben

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Er bekommt zwar kein Denkmal - aber eine Tafel wird im Husumer Speicher an den 2002 verstorbenen Liedermacher Hans Hartz erinnern.

Husum | Kaum hatten sich die gut 30 Teilnehmer des ersten Hans-Hartz-Treffens in der Schobüller Gaststätte "Magisterhof" einander vorgestellt, tauchte Husums Bürgermeister Rainer Maaß in der Runde mit einer frohen Botschaft auf: "Wir werden eine Gedenktafel für Hans Hartz im Husumer Speicher anbringen. Gespräche mit den Betreibern sind positiv verlaufen."

Etwas Besseres hätte den Organisatoren - Elisabeth Linnenbrügger und Rob Keppels - nicht passieren können. Genau darauf hatten sie gehofft, denn ihr Credo -"Hans Hartz ("Die weißen Tauben sind müde") darf in der Storm-Stadt nicht in Vergessenheit geraten" - wird so praktisch umgesetzt. Rainer Maaß will schnellstens mit allen Beteiligten zusammen kommen, um noch Details zu besprechen. Husums Bürgermeister, der Hans Hartz persönlich gekannt hatte, war im Übrigen überrascht, dass so viele Fans des 2002 verstorbenen Liedermachers zu diesem Treffen gekommen waren.
Fans brachten Lieblings-Scheiben mit

"Ein solcher Sänger hat ein Denkmal verdient", erklärte die Husumerin Regina Markert (69). Für sie ist Hans Hartz eng mit einem Teil ihrer Lebensgeschichte verknüpft. Als die gebürtige Leipzigerin 1984 nach Berlin zog, fiel ihr die Decke auf den Kopf. Sie ertrug die Enge der Stadt nicht. Gesundheitlich ging es ihr immer schlechter. Damals hörte sie viel Musik über Freiheit, Meer und Weite. Die Lieder von Hannes Wader und schließlich Hans Hartz sprachen sie an. Die erste Langspielplatte, die sie von dem Husumer erwarb, hieß "Neuland-Suite". Bis heute hütet sie die "Scheibe" wie einen Schatz, denn die Lieder gaben ihr Kraft. 1991 zog Regina Markert nach Husum. Vom ersten Tag an fühlte sie sich hier zu Hause. Doch nirgendwo fand sie ein Stück Erinnerung an den von ihr geschätzten Sänger. Als die Hartz-Verehrerin von dem Treffen über unsere Zeitung erfuhr, "hüpfte", so Markert, ihr Herz vor Freude, denn Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten hatte sie sich schon lange gewünscht.

Viele Hans-Hartz-Fans hatten zum Treffen ihre Lieblings-LPs oder -CDs mitgebracht. Natürlich hörten sie hinein in die so vertraute Musik. Rainer Christ aus Stade zeigte eigene Video-Mitschnitte von Konzerten. "Hans war ein ehrlicher Mann. Er scheute sich nicht, Fehler zu bekennen. Er kam oft nicht gut an mit seiner direkten Art", berichtet er. Viele junge Leute, so Christ, seien erstaunt, wie aktuell die Hartz-Songs aus den 1980er-Jahren noch heute sind. Er sang von der Macht der Banken und der Banker oder prangerte die Umweltverschmutzung an. Hartz habe sich sehr für sozial schwache Menschen eingesetzt. Musik und Texte seien stimmig.

Auch Stephan Bork, Bassist bei "Godewind", schaute noch kurz vor Beginn eines aktuellen Konzertes herein, um die Hartz-Fan-Gemeinde zu begrüßen. Bork spielte viele Jahre in der Band des Verstorbenen.

Die Hartz-Fans waren sich einig: "Es gibt ein Wiedersehen." Außerdem haben sie den "Hans-Hartz-Freundeskreis" gegründet. Jeder darf mitmachen und Material zur Verfügung stellen. Auf der Homepage www.lisalinn.jimdo.com wird ständig Neues hinzugefügt. Informationen gibt es unter 04671/927709 (Linnenbrügger).

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erstellt am 28.Aug.2009 | 10:13 Uhr

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