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Garding : Familie verliert durch Brand ihr Zuhause

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bekannte und Verwandte kümmern sich um die Opfer des Feuers in Garding. Das Reetdachhaus ist durch Brand- und Wasserschäden unbewohnbar. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 08:00 Uhr

Garding | Nur langsam erholt sich die Gardinger Familie von dem großen Schrecken, noch sitzt dem Ehepaar und seinen beiden kleinen Kinder der Schock in den Gliedern. In der Nacht zu Sonnabend, 22. November, ist ihr Haus im Norderring einem Feuer zum Opfer gefallen. Der Familienvater, selbst Feuerwehrmann, konnte Frau, Kinder und den Hund rechtzeitig ins Freie bringen. Er selbst hatte den Brand gegen 21 Uhr bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Auch das Urlauberpaar, das in einer Ferienwohnung im Haus wohnte, warnte er. Alle blieben unverletzt.

Doch Möbel, Kleider, Hausrat, Spielzeug – alles ist verbrannt oder durch das Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Eine schreckliche Situation, gerade jetzt in der Adventszeit. Doch für die Familie ist gesorgt. Sie ist in eine Wohnung in der Stadt gezogen. Die Kollegen von der Feuerwehr, Freunde und Verwandte haben sie mit allem Notwendigen für den Alltag versorgt, wie Wehrführer Matthias Trapp, der auch die Einsatzleitung hatte, berichtet. „Glücklicherweise konnten wir Papiere und Computer noch retten. So ist das Wichtigste erhalten.“ Doch die Tatsache, dass das eigene Zuhause zerstört ist, das benötigt seine Zeit, um verarbeitet zu werden.

Das Feuer war an einer Ecke des Reetdaches ausgebrochen. Der Brand breitete sich zügig aus, innerhalb einer Stunde war das Dach zu 50 Prozent abgebrannt. „Zu allem Unglück kam der Wind auch noch aus der absolut falschen Richtung“, sagt Trapp. „Er fachte die Flammen noch zusätzlich an.“ Zunächst waren die Feuerwehren aus Garding, Welt und St. Peter-Ording mit 65 Einsatzkräften vor Ort. Als das Feuer auf das Ziegeldach des Hauses übergriff, wurde Tetenbüll nachalarmiert. Die Wehr rückte mit 15 Aktiven an. Sie konnten verhindern, dass die vier Ferienwohungen abbrannten, die in einem Anbau an das Reetdachhaus untergebracht sind. Die erste erlitt allerdings einen Wasserschaden, wie Trapp berichtet. Die beiden Feriengäste konnten mit Hilfe der Feuerwehr ihr Hab und Gut in Sicherheit bringen.

Der Dachstuhl unter Reet brannte komplett aus. Das Erdgeschoss wurde durch Reet und Rigips beschädigt und ist unbewohnbar. Es entstand erheblicher Sachschaden. Um 4 Uhr am Sonnabend waren die Löscharbeiten beendet, die Brandwache rückte um 7.30 Uhr ab. Ein Feuerwehrmann verletzte sich bei dem Einsatz am Bein. Er konnte aber nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen, berichtet Trapp. Die Erste Hilfe vor Ort übernahm der DRK-Ortsverein Garding, der sich auch um die Verpflegung der Einsatzkräfte kümmerte. Was das Feuer ausgelöst hat, steht noch nicht fest. Die Kripo Husum hat die Ermittlungen aufgenommen.

Für die Gardinger Wehr war es der zwölfte Brandeinsatz in diesem Jahr. „Wir hatten es dabei mit Brandstiftungen und technischen Defekten zu tun“, sagt Trapp. Im August war am Stadtwald ein Reetdachhaus abgebrannt, dabei wurden mehrere Bewohner obdachlos. Insgesamt mussten die Gardinger 45 Mal ausrücken. „Das ist erheblich mehr, als sonst“, so Trapp.

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