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Nordfriesland : Fahrplan für den Klinik-Umbau steht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kreis und Klinikum Nordfriesland können auch nach dem Regierungswechsel in Kiel mit der zugesagten Landesförderung rechnen.

Binnen weniger Jahre sollen die beiden Kreis-Kliniken in Husum und Niebüll modernisiert und damit fit für die Zukunft gemacht werden. Das sieht die Strategie 2020 des Klinikums Nordfriesland vor. Der grobe Fahrplan für die Sanierung der beiden Krankenhäuser auf dem Festland steht, viele Vorbereitungen laufen bereits. Geplant sind betriebsnotwendige und zukunftsorientierte Investitionen von insgesamt 48,5 Millionen Euro. Wie beim Bürgerentscheid über die Klinikums-Zukunft im Mai avisiert, sollen dafür Landeszuschüsse in Höhe von 30 Millionen Euro fließen.

Und daran, dass dies auch nach dem Regierungswechsel in Kiel der Fall sein wird, besteht für Landrat Dieter Harrsen nicht der Hauch eines Zweifels. Nach Kontakt mit dem neuen Staatssekretär des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren, Dr. Matthias Badenhop, versicherte er, dass in dieser Frage in der Landeshauptstadt „kein Richtungswechsel“ vorgenommen werde. Im Gegenteil: Die Pläne, Nordfrieslands Kliniken weiterzuentwickeln, werde sowohl vom Minister als auch von der Arbeitsebene ausdrücklich gut geheißen, berichtete Harrsen dem Arbeits- und Sozialausschuss. Dass zum jetzigen Zeitpunkt – abgesehen von 1,1 Millionen Euro für den vierten Kreißsaal der Husumer Klinik, der im Januar 2018 in Betrieb genommen werden soll – noch keine Bewilligungsbescheide vorliegen, sei ganz normal: „Für Vorhaben, die im Detail noch nicht durchgeplant und durchgerechnet sind, können auch keine erteilt werden.“

Da im Bereich der Husumer Klinik im Vergleich mit Niebüll komplexere Bauvorhaben anstehen, die einander teilweise bedingen, sind dort schon mehr Planungen weiter fortgeschritten. Dies gilt etwa für den für rund 22,6 Millionen Euro veranschlagten Anbau eines Bettenhauses (Z-Flügel). „Zurzeit haben wir eine höhere Nachfrage als wir bedienen können“, erläuterte Klinikums-Geschäftsführer Christian von der Becke.

Das Dach des neuen Bettenhauses soll nach dessen Fertigstellung vom Jahr 2021 an als neuer Helikopter-Landeplatz dienen. Denn der vorhandene, zwischen Klinik und Kreishaus gelegene, erfüllt nicht mehr die gestiegenen Sicherheitsanforderungen.

Unerlässlich ist auch der Neubau der zentralen Sterilgutversorgung für rund 3,3 Millionen Euro und der Umbau der Nuklearmedizin (300  000 Euro), der Mitte 2018 abgeschlossen sein soll. In Angriff genommen wird von der Becke zufolge sowohl in Husum als auch in Niebüll der Austausch von Betten. Da dafür insgesamt 420  000 Euro veranschlagt sind, soll dies schrittweise über drei Jahre geschehen. Spätestens Mitte 2020 wird demnach die Grundsanierung und Optimierung der OP-Säle in Niebüll abgeschlossen sein. Andere Maßnahmen wie die Erweiterung der Geriatrie oder der Ersatz medizinischer und andere Technik werden ebenfalls sukzessive angegangen.

Sowohl der Landrat als auch der Klinik-Chef erwarten, dass das Investitionspaket für Niebüll eher abgearbeitet sein wird als jenes für Husum. Von der Becke ging bei der Runde im Kreishaus davon aus, dass das Klinikum NF am Ende selbst mehr als zehn Millionen Euro für die Investitionen wird aufbringen müssen.

Auch einer kritischen Nachfrage des SPD-Kreispolitikers Eberhard Eberle wich der Klinikums-Geschäftsführer nicht aus: Ob die zentrale Entbindung in Husum mit Fertigstellung des vierten Kreißsaals gleichbedeutend mit dem endgültigen Aus für die Geburtsstation in Niebüll sei, wollte dieser wissen. „Nicht zwangsläufig auf ewige Zeiten“, sagte Christian von der Becke. Wenn es gelänge, ein Team – Gynäkologen, Krankenschwestern und Hebammen – zusammenzustellen, würde er über eine Wiedereröffnung in Niebüll nachdenken, versicherte er. „Die Hoffnung ist verhalten, aber sie besteht.“ Und: „In der Zwischenzeit müssen wir uns der Nachfrage in Husum stellen.“ Auch hier sei es schon ein Problem, ausreichend Personal zu gewinnen.

Landrat Harrsen nutzte die Runde, um mit Blick auf Kritik an der Notfallversorgung in Eiderstedt klarzustellen, dass der Kreis die Einbindung der BG-Klinik St. Peter-Ording nach Schließung der Tönninger Klinik mit Bedacht ins Spiel gebracht hatte: „Es gab eine schriftliche Zusage, und wir sollten die Kosten erstatten“ Und: „Es war alles sehr gut abgeklärt“, sagte er. Der BG-Rückzug sei nach einem Wechsel in der Geschäftsführung überraschend gekommen. Um mit dieser Situation umzugehen, solle nun die Arbeitsgruppe auf Amtsebene wiederbelebt und mit der Kassenärztlichen Vereinigung erörtert werden, ob sich eine Arztsitz-Zuweisung für St. Peter-Ording realisieren lässt.

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erstellt am 26.Jul.2017 | 15:00 Uhr

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