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Kulturarbeit an der Westküste : Fäden laufen in Nordsee-Akademie zusammen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Nordsee-Akademie in Leck ist erster Kulturknotenpunkt in Schleswig-Holstein. Akademie-Chef Oke Sibbersen nahm den offiziellen Bescheid von Ministerin Anke Spoorendonk entgegen.

„In Leck ist mit der Nordsee-Akademie der erste Kulturknotenpunkt Schleswig-Holsteins entstanden“, verkündete Kulturministerin Anke Spoorendonk gestern in einer Feierstunde. „Und das ist kein Zufall.“ Mit dem Buchdruckunternehmen CPI Clausen & Bosse sowie der Nordsee-Akademie habe die Gemeinde zwei kulturelle Aushängeschilder. „Schöne Bücher und Begegnungen sind wichtig“, so die Ministerin. Die Landesregierung habe sich mit ihrer Kulturkonzeption zur Aufgabe gemacht, die Kulturangebote im ländlichen Raum sinnvoll untereinander und mit den großen Zentren zu vernetzen, Kultur-Akteure professionell zu beraten, Kooperationen zu fördern und die Öffentlichkeitsarbeit für kulturelle Angebote unterstützen. Um diese Aufgabe zu gewährleisten, beauftragt sie bestehende Einrichtungen, als Kulturknotenpunkte zu agieren. Die Nordsee-Akademie Leck hatte sich für die Region Nordfriesland/Nordschleswig beworben und den Zuschlag erhalten.

Für die kommenden fünf Jahre werden der Einrichtung jeweils 20.000 Euro bewilligt. Das Geld ist für die ehrenamtlich Tätigen in der Region nicht abrufbar, sondern wird dafür genutzt, ein Netzwerk zu errichten und kann für Personal- oder Sachkosten verwendet werden. In der Nordsee-Akademie wird Dr. Herle Forbrich (Seminar- und Veranstaltungsmanagement) künftig die Aufgabe der Mittlerin übernehmen. Anke Spoorendonk: „Viel Kulturarbeit wird von Ehrenamtlern geleistet. Aber wir können nicht nach dem Gießkannenprinzip alle unterstützen. Das ist auch nicht zielführend. Die Nordsee-Akademie soll sich als Impulsgeber sehen und helfen, die kulturelle Grundversorgung im ländlichen Raum sicherzustellen.“ Sie solle Interessengruppen zusammenbringen, mit vereinten Kräften dafür sorgen, die Kultur zur stärken. „Wir haben festgestellt: Auch hier in der Region gibt es Kulturschaffende, die sich gar nicht kennen.“ Das soll sich nun ändern: „Wichtig ist es, dass sie wissen, wo ein Ansprechpartner zu finden ist, wo sie Hilfe bekommen. Wir brauchen eine Stärkung der Kulturarbeit an der Westküste.“

Der Leiter der Akademie, Oke Sibbersen, und seine Vertreterin Jutta Nissen, freuen sich über die Auszeichnung. Sibbersen sieht in ihr eine Wertschätzung der bisher geleisteten Arbeit. Rückblickend erklärte er: „Wir haben eine Chance erhalten und sie genutzt, waren kreativ, innovativ, mutig und hatten auch viel Glück.“ Die Nordsee-Akademie sei eine belastbare, verlässliche Bildungseinrichtung im ländlichen Raum geworden – und das grenzübergreifend. Besonders freue ihn, dass Kürzungen in den vergangenen Jahren nahezu gänzlich zurückgenommen worden seien. „Die Einrichtung eines Kulturknotenpunktes ist ein Beweis, dass wir eine Zukunft haben.“

„Der Kulturknotenpunkt wird nicht an den Kreisgrenzen aufhören“, bestätigte Dr. Herle Forbrich. „Wir werden auch die Fühler nach Tondern ausstrecken, wollen verschiedene Projekte angehen, Menschen zusammenbringen, Vertrauen schaffen. Wir wollen einen lebendigen Kulturknotenpunkt schaffen.“

Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn unterstrich: „Der Kulturknotenpunkt ist gut für die deutsch-dänischen Beziehungen.“ So sieht es auch Kreispräsident Heinz Maurus. „Der Kreis Nordfriesland wird sie stets begleiten“, versprach er Oke Sibbersen. Jörg-Dietrich Kamischke, Vorsitzender des Deutschen Grenzvereins, der Träger der Einrichtung ist, erklärte: „Der westliche Außenposten Nordsee-Akademie wird durch den ersten Kulturknotenpunkt des Landes hervorgehoben – und das zeigt den Wert und die Wertschätzung der Einrichtung.“ Dr. Sönke-Peter Nehlsen, Vorsitzender der Fördergemeinschaft, sagte: „Wir sind schon eine ganz tolle Marke auf der Landkarte.“

„Mit Leck werden in diesem Jahr landesweit drei Kulturknotenpunkte eingerichtet. Weitere sollen ab 2016 folgen. Das geschieht auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“, so Anke Spoorendonk. Die Kulturknotenpunkte sollen vom Landeskulturring vernetzt werden. Ob sich Leck nach Ablauf der fünf Jahre erneut bewerben muss, ist noch nicht geklärt. Es hängt wohl auch ein wenig von der Umsetzung des Projektes ab.

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erstellt am 06.Feb.2015 | 11:45 Uhr

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