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Oktoberfest in Husum : Export aus München kam gut an

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Oktoberfest mit verkaufsoffenem Sonntag: Rund um die Tine genossen Einheimische und Gäste das schöne Wetter bei Bier und zünftiger Musik. Vermisst wurden aber Weißwurst und Leberkäs.

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erstellt am 28.Sep.2015 | 07:00 Uhr

Das Oktoberfest-Fieber greift immer weiter um sich und rückt unaufhaltsam von München aus nach Norden. Auch Husum reihte sich am vergangenen Wochenende nun ein in die lange Reihe der Städte, die dieses traditionelle süddeutsche Spektakel übernahmen – und das mit Erfolg. Nicht nur die Storm-Städter selbst zollten der weiß-blauen Sause Anerkennung. Auch aus dem Umland strömten die Gäste.

So wie Familie Möller, die sich von Langenhorn aus auf den Weg gemacht hatte, um das bayerische Flair zu genießen. „Wir sind ausgesprochene Oktoberfest-Fans“, erzählte Dörte Möller mit Begeisterung. Für das kommende Jahr ist sogar ein Besuch beim Münchener Original fest im Kalender eingetragen. „Schön, dass die Husumer jetzt auch auf diesen Geschmack gekommen sind“, stellte Madita Möller fest. Charly jedoch, das Oberhaupt der Familie, wies – freundlich aber bestimmt – auf einen Geburtsfehler hin: „Zum Oktoberfest gehören unbedingt bayerische Spezialitäten wie Weißwurst, Leberkäse und Brezeln, sonst hat das Fest diesen Namen nicht verdient.“ Das habe er hier vermisst. Im übrigen sei das Oktoberfest nicht nur in Deutschland ein Phänomen, stellte er klar. So werde seit 1984 auch in Blumenau in Brasilien Oktoberfest gefeiert. Schon mehrmals habe die Familie Möller die von deutschen Einwanderern im Jahr 1850 gegründete Stadt besucht. „Dafür haben wir sogar extra Portugiesisch gelernt“, so Charly.

Begeistert zeigten sich auch Besucher aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. „Wir erleben in Husum ein romantischen Wochenende“, erläuterte Per Svensson schmunzelnd. Das Oktoberfest fiel zufällig in die Zeit ihres Urlaubs in der Storm-Stadt. „Ich finde es sehr schön, dass es das hier gibt“, lobte Pia Andersen, was von Mikael Hansen mit deutlichem Kopfnicken bestätigt wurde.

Klaus-Peter Pätzold und seine Frau Doris nutzten die Gelegenheit zum Feiern ebenfalls aus. Sie hatten ihre Freunde Moni Friedrichsen und Manfred Kramer mit auf den Markt genommen, wo das Volksfest seit Freitagabend stattfand. Dennoch zeigten sie sich uneins in der Frage, ob ein Oktoberfest zu Husum passe: „Also wenn hier im Norden der Oktober gefeiert werden soll, wie es die Bayern tun, dann sollten die Husumer das auch richtig durchziehen“, stellte Klaus-Peter Pätzold klar. Das Bier und die in zünftige Tracht gekleidete Bedienung seien vollkommen in Ordnung. „Doch Weißwurst und Leberkäse gehören unbedingt dazu“, unterstrich auch Moni Friedrichsen. Es wäre doch sehr schön, wenn die Bedienung zudem Brezeln verteilen würde, meinte Manfred Kramer. Und vielleicht sei das Feiern ja auch als Zweibahnstraße möglich: „Wie wäre das denn, wenn die Nordfriesen ihre erfolgreichen Krabbentage in die bayrische Hauptstadt exportieren würden?“ Zumindest Charly war sich sicher, dass Krabbentage in München gut ankommen würden.

Zufrieden zeigte sich auch Webegemeinschafts-Vorsitzender Peter Cohrs mit dem Verlauf des Wochenendes. „Das gute Wetter hat uns geholfen“, sagte er. Auch der mit dem Oktoberfest verbundene verkaufsoffene Sonntag sei gut angenommen worden. „Ich habe gesehen, dass die Geschäfte mit Menschen gefüllt waren“, so Cohrs. Und rund um die Tine sei immer ordentlich Betrieb gewesen. „Es wurde gut angenommen und es passt auch nach Husum und in die Jahreszeit“, fand Cohrs. Auch wenn das Fest nicht, wie der Name suggeriert, im Oktober stattfand, denn die Münchner selbst hätten ihr Original ja auch im September gestartet. Ob es nächstes Jahr eine Wiederholung gibt, weiß Cohrs noch nicht. „Wir hatten vor ein paar Jahren ja schon einmal ein Oktoberfest veranstaltet und wollten sehen, ob es erneut funktioniert“, erläuterte er und fügte lachend hinzu: „Wir hatten einfach das Gefühl, es wurde wieder Zeit für so etwas.“


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