Nordfriesland im Wettbewerb : Exklusives Programm für die Westküste

Die meisten Vorschläge bezogen sich auf touristische Projekte.
Die meisten Vorschläge bezogen sich auf touristische Projekte.

Die besten Projekt-Ideen von drei Kreisen und von Helgoland werden von der Europäischen Union gefördert. Das Spezialprogramm umfasst 30 Millionen Euro.

von
26. Januar 2015, 11:00 Uhr

Es ist ein Wettbewerb – auch wenn die Gewinnerin bereits feststeht: An die schleswig-holsteinische Westküste sollen bis zum Jahr 2020 zusätzlich 30 Millionen Euro fließen. Allerdings werden die Gelder nicht nach dem Gießkannen-Prinzip ausgeschüttet, vielmehr kommen die besten Projekt-Ideen und -Konzepte zum Zuge. Möglich macht’s „ITI“. Die Abkürzung steht für den sperrigen Aktionsnamen „Integrierte Territoriale Investitionen Tourismus- und Energiekompetenzregion Westküste“.

„Es ist tatsächlich ein Wettbewerb“, versicherte Sven-Olaf Salow vom ITI-Regionalbüro im Wirtschaftsausschuss des nordfriesischen Kreistages. Das Spezialprogramm soll mit Hilfe des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) – er ist mit 271 Millionen Euro ausgestattet – die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Steinberg sowie die Insel Helgoland (Kreis Pinneberg) stärken. „Die Fördergelder sind exklusiv reserviert für die so definierte Westküste“, erklärte Salow im Husumer Kreishaus.

In der laufenden ersten Phase des ITI-Wettbewerbs mit seinen „etwas komplizierten Rahmenbedingungen“ (Salow) geht es darum, Vorschläge zu sammeln, die dann jeweils gebündelt unter einem Dutzend „Konzeptdächern“ in den Wettbewerb gehen. Klassische Einzelprojekte, sprich Alleingänge, sind nicht gefragt, sondern sich ergänzende Bausteine für eine Teilregion der Westküste – etwa die Husumer Bucht, Nordfriesland oder auch kreisübergreifende Vorhaben.

Um sich über mögliche Vorhaben und ihre Ansätze auszutauschen, trafen sich zuletzt rund 100 Akteure aus der Förderregion. Dabei wurden Projekt-Ideen gebündelt unter „Nachhaltige Tourismusdestination Nordee“ und „Naturerbe Westküste – bewahren und erleben“. Andere Beteiligte sind noch dabei stimmige Konzepte für ihre Regionen zu erarbeiten.

Projekt-Ideen wurden bereits seit vergangenem Herbst gesammelt. Insgesamt sind Salow zufolge schon rund 150 zusammengekommen – mit Schwerpunkt Nordfriesland und nachhaltiger Tourismus. Nicht alle eignen sich allerdings für die Realisierung im Zuge des ITI-Wettbewerbs.

Spätester Abgabetermin ist der 31. März. Danach werden die Fachministerien in Kiel und ein ITI-Gremium mit rund 30 Mitgliedern die Vorschläge bewerten und zunächst einmal fünf bis zehn regionale Vorhaben auswählen, erläuterte Salow. „Entscheidungen sollen im Konsens getroffen werden.“ Das endgültige Okay für die Förderung kommt dann vom Land. Im Idealfall geht es spätestens Mitte 2016 an die Umsetzung, die einige Jahre dauern kann.

Das unter dem Dach der Projektgesellschaft Norderelbe in Itzehoe angesiedelte Regionalbüro mit seinen vier ITI-Scouts berät die Teilnehmer bis zum erfolgreichen Projektstart – „kostenfrei und vertraulich“, wie Sven-Olaf Salow betonte. Das Regionalbüro wird nach seinen Aussagen mitfinanziert von den beteiligten Kreisen und den Industrie- und Handelskammern. Die Kosten belaufen sich bis November 2017 auf bis zu 834.000 Euro. 75 Prozent übernimmt das Land, der Kreis Nordfriesland ist mit 53.000 Euro dabei.

Kreispräsident Heinz Maurus begrüßte den ITI-Wettbewerb als Chance, um Wachstum und Innovation in Nordfriesland zu stärken. Und für Burkhard Jansen, Fachbereichsleiter für Kreisentwicklung, Bauen, Umwelt und Kultur, steht fest: „Es ist ein sehr wertvolles Programm – wenn man es gut nutzt.“

Löwenanteil erhält Tourismus

Von den 30 Millionen Euro für die Westküste sollen drei in die Forschung und Entwicklung im Bereich erneuerbarer Energien fließen und sieben in die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, wie Krankenhäuser, Schwimmbäder oder Jugendherbergen. Der größte Brocken in Höhe von 15 Millionen Euro ist vorgesehen für den ressourcenschonenden Tourismus, wobei Naturschutz- und Kulturprojekte in Frage kommen. Fünf Millionen Euro sind für Stadt- und Brachflächenentwicklung in den Zentren vorgesehen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen