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Neues Album : Eureka meldet sich eindrucksvoll zurück

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach fünfjähriger Pause legt der Husumer Musiker und Komponist Frank Bossert ein neues Album vor. Es heißt „Great Escapes“ und beschäftigt sich mit Flucht-Situationen aller Art – auch mit der vor dem eigenen Ego.

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erstellt am 08.Nov.2015 | 16:00 Uhr

Die Uferpromenade einer Stadt. Wolken, Wellen und Asphalt scheinen um den beklemmendsten Grauton zu wetteifern. Schmucklose Hochhäuser reihen sich an heruntergekommene Villen, als hätten die Planer Drogen genommen, als sie das Stadtbild entwickelten. Einziger Lichtblick ist eine junge Frau, die mit einem Sonnenhut in der Hand aus dem Fokus der Kamera läuft. Ja, die Vermutung sei richtig, sagt Frank Bossert: „Das Bild zeigt Havanna“ – einen Sehnsuchtsort mit deprimierendem Beiklang – mehr schöner Schein als Sein.

Das Coverfoto der renommierten Agentur „photocase“ hat der Gründer der Band „Eureka“ passend zum Titel seines neuen Albums gewählt. Das heißt „Great Escapes“ und erzählt Geschichten aus den Grenzbereichen menschlichen Daseins. „Es geht um Flucht, auch um die Flucht vor dem eigenen Ego“, sagt Bossert. „Das klingt dramatisch und schwer – ist es aber gar nicht“, versichert der Husumer Komponist und Musiker.

Eine Hörprobe bestätigt diesen Eindruck. Obgleich „Great Escapes“ anders als die Vorgänger-CD „Shackelton’s Voyage“ kein Konzept-Album ist, folgt es auf rockigem Grundmuster einer lyrischen Gesamtidee, die in den zehn Songs inhaltlich wie musikalisch allerdings ganz unterschiedliche Töne anschlägt. Natürlich kann und will Bossert Vorbilder wie Rush, Pink Floyd, Marillion oder Yes nicht verleugnen. Doch geht er in „Great Escapes“ einen deutlichen Schritt weiter. Das Songwriting rückt in den Mittelpunkt. Dafür hat sich der 48-Jährige Zeit gelassen, die Dinge in fünf Jahren immer wieder neu durchdacht, sich dem Zugriff „des täglichen Medienterrors“ entzogen und nach innen gehorcht.

Herausgekommen sind Stücke wie „Animated World“. Den Anlass dazu bot ein Amoklauf. „Und ich hatte den Text noch gar nicht zu Ende geschrieben, da gab es bereits den nächsten“, erinnert er sich. Bossert recherchierte und fand sich in seinen eigenen Überlegungen bestätigt: „Es gibt keine signifikanten Gemeinsamkeiten bei Amokläufern – bis auf eine: Alle haben Ballerspiele gespielt.“ Besonders am Herzen liegt ihm auch der Song „Stolen Child“. Darin geht es um ein Thema, für das sich Politik und Medien viel zu wenig interessierten: die unfreiwillige Trennung vom eigenen Kind.

Welche Bedeutung das Schreiben von Liedern für ihn hat, zeigt auch die Tatsache, dass Bossert – anders als in „Shackelton’s Voyage“ nicht Billy Sherwood singen lässt, sondern selbst zum Mikrofon greift: „Das hat mir enorm viel Spaß gemacht und fühlt sich richtig gut an“, sagt er. Kollegen und Kritiker gehen noch einen Schritt weiter und sagen: „Das fühlt sich nicht nur gut an, das klingt auch gut.“ Deshalb möchte Bossert „Great Escapes“ auch nicht in CD-Regalen verschwinden sehen, sondern vielmehr auf die Bühne bringen. Die Songs seien dafür konzipiert, sagt er und will 2016 mit dem Album auf Tour gehen.

Aber heute gibt es im „Workshop Musik“ in der Twiete eine Release-Party (Beginn: 19 Uhr).

>Die CD ist erhältlich im Handel (amazon etc.), vor Ort beim „Musikhaus Husum“ sowie im Eureka-Webshop auf der Webseite www.eureka-music.de.

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