Naturschutz : Eulen im Aufwind

Neugierig: Jungvögel des Steinkauzes im Brutkasten.
Neugierig: Jungvögel des Steinkauzes im Brutkasten.

Gute Nachricht für die Landschaft Stapelholm: 2018 ist ein sehr gutes Eulen-Jahr.

shz.de von
18. Juli 2018, 13:00 Uhr

Wenig Nahrung und schwindende Brutgebiete: In den vergangenen Jahren stand es nicht besonders gut um die Eulen-Welt in Schleswig-Holstein. Die Bestände haben sehr gelitten. Doch in der Landschaft Stapelholm geht es den Eulen gerade in diesem Jahr erstaunlich gut. Vor allem in Sachen Nachwuchs gebe es so einige Erfolge zu verzeichnen, wie der Landesverband Eulenschutz mitteilt.

Henning Müller (Tetenhusen), Reinhard Blohm (Meggerdorf), Joachim Schoof (Börm) und besonders Torsten Nummsen in den restlichen Dörfern, kümmern sich im Auftrag des Landesverbandes Eulenschutz um die Eulen und deren Nachwuchs in der Landschaft Stapelholm. Von Groß Rheide im Norden über Kropp und Tetenhusen im Osten, dazu Erfde und Meggerdorf im Süden, bis Bergenhusen und Stapel im Westen reicht das Kontrollgebiet. Sie arbeiten dabei eng mit den Haus- und Grundbesitzern zusammen. Einhergehend mit der jeweiligen Brutsaison werden die Standorte durch den regional zuständigen Vogelschützer beobachtet und der Bruterfolg kontrolliert.

Begonnen hat alles mit dem Steinkauz, berichtet Torsten Nummsen, der ursprünglich in Dithmarschen ansässig ist und dort ein Gebiet mit fast 100 Brutpaaren des seltenen Vogels betreut. „Ich hatte die Idee, auch nördlich der Eider dem Steinkauz Brutmöglichkeiten anzubieten, schließlich war er früher in der Eider-Treene-Sorge-Niederung weit verbreitet. Ich habe dann zirka 80 Kästen im Bereich Kropp-Stapelholm angebracht. Entweder auf Bäumen oder am Gebäude.“ Kurz darauf haben Reinhard Blohm und Joachim Schoof in ihren Dörfern weitere Kästen angebracht. So hoffen die Drei jetzt, dass der Steinkauz eine stabile Population aufbaut.

Vier erfolgreiche Bruten, mit geschätzten zwölf bis 14 Jungvögeln und ein Brutabbruch hat es in diesem Jahr bereits gegeben. Die Jungvögel verlassen oft früh den Brutkasten, eine genau Aussage über den Bruterfolg kann daher nur geschätzt werden. Nummsen bittet Steinkauz-Vorkommen, die er noch nicht kennt und beobachtet, unter Telefon 01520/1715413 an ihn zu melden.

Besser sieht es allerdings beim Bestand der Schleiereule, mit 19 Bruten und insgesamt 78 Jungvögeln aus. Bemerkenswert war eine Brut in Alt Bennebek, bei der gleich sieben Jungeulen im Nistkasten beobachtet werden konnten. Den Vorkommen hinzuzurechnen, wären die noch nicht vorliegenden Zahlen aus Tetenhusen. „Insgesamt haben wir ein sehr gutes Eulenjahr“, bilanziert Naturschützer Nummsen und freut sich so ganz nebenbei über die Turmfalken, die sich vielfach in unbesetzten Kästen der Schleiereulen angesiedelt haben.

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