Aus für Grundschule Emmelsbüll-Horsbüll : "Es ist ein trauriger Tag"

<dick>Die Verbandsführung</dick>  mit Friedhelm Bahnsen (M.) und seinen Stellvertretern Holger Lassen (r.) und Helmut Stender. Foto: Dieter Wrege
Die Verbandsführung mit Friedhelm Bahnsen (M.) und seinen Stellvertretern Holger Lassen (r.) und Helmut Stender. Foto: Dieter Wrege

shz.de von
04. Februar 2010, 06:21 Uhr

Amt Südtondern | Die Grundschule Emmelsbüll-Horsbüll wird zum Ende des laufenden Schuljahres 2009/10 geschlossen. Die Schüler werden ab Schuljahr 2010/11 in der Grund- und Regionalschule Neukirchen unterrichtet. Das beschloss der Schulverband Südtondern-Nord in seiner Sitzung am Mittwoch im Niebüller Amtsgebäude. Einem weiteren Beschluss zufolge werden die 7. und 8. Regionalschulklassen ab nächstem Schuljahr in Wimmersbüll beschult und alle anderen Jahrgangsstufen - das sind die 5. und 6. sowie 9. und 10. Klassen - in Neukirchen.

"Es ist schon ein schwerer Entschluss, einen Schulstandort zu schließen", sagte Verbandsvorsteher Bahnsen. Doch demografische Entwicklung und Gesetzesvorgaben seien nun mal nicht wegzudiskutieren. Auch hätte er sich zu seinem Amtsantritt als Vorsitzender einen schöneren Einstand gewünscht. "Es ist ein trauriger Tag."
"Nichts läuft von alleine."
Dieser Entscheidung gingen Beratungen in der Arbeitsgruppe "Zukunft der Schulen im Schulverband Südtondern-Nord" voran. Die AG, bestehend aus Mitgliedern des Hauptausschusses, Schulleitern und Elternvertretern, tagte seit November vergangenen Jahres. "Wenn man sich nicht darum kümmert, läuft nichts von alleine", sagte Schulverbandsvorsteher Friedhelm Bahnsen (Klanxbüll), seit der letzten Sitzung zusammen mit seiner Stellvertretern Helmut Stender (Uphusum) und Holger Lassen (Braderup) an der Spitze des Verbands, der seine Schullandschaft unter veränderten Rahmenbedingungen neu aufstellen musste. Rahmenbedingungen - das waren vor allem die sich dramatisch verändernden Schülerzahlen, die zur Verfügung stehenden Lehrerwochenstunden und die Mindestgrößen-Verordnung. Ziel der Bemühungen sei vor allem auch eine leistungsfähige und attraktive Schule gewesen. Unterm Strich kam in der AG ein Konzept heraus, dass den Hauptausschuss "zustimmend" passierte und nun auch von der Verbandsversammlung verabschiedet wurde: im Falle Emmelsbüll mit acht Ja-, einer Neinstimme und fünf Enthaltungen, im Falle Regionalschul-Bereich mit elf Ja-, einer Neinstimme und zwei Enthaltungen.
"Elternwille schwer einschätzbar"
Die Wimmersbüller stellvertretende Schulleiterin, Konrektorin Petra Christiansen, gab Erläuterungen zur Sachlage. Die Arbeitsgruppe sei schnell zum Ergebnis gekommen, dass eine Fortführung aller drei Grundschulen wegen zu geringer Schülerzahlen nicht möglich ist. Die Neukirchener Schüler in Emmelsbüll-Horsbüll zu unterrichten, hätte womöglich dazu geführt, dass etwa die Aventofter Schüler nach Süderlügum abwandern würden. Hinzu komme der nach Möglichkeit der freien Schulwahl nur schwer einschätzbare Elternwille.
Die Schülerzahlen:
Die Sitzung des Schulverbands Südtondern-Nord verfolgten eine größere Zahl von Lehrkräften der betroffen Schulen sowie Vertreter der Elternschaft. Verbandsvorsteher Bahnsen kündigte an, dass die "Offene Ganztagsschule" eines der nächsten Beratungsthemen sein werde. Im Bereich des Schulverbands Südtondern-Nord werden zurzeit 710 Schüler und Schülerinnen unterrichtet: an den Regionalschulstandorten Neukirchen/Süderlügum 393 und an den Grundschulen Süderlügum 163, Neukirchen 90 und Emmelsbüll-Horsbüll 64. Die Zahl der Schulanfänger im Verbandsgebiet geht dramatisch zurück. 2004 waren es noch 78, im Jahre 2015 werden es nur noch 54 Abc-Schützen sein.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen