Ramstedt : Es herrscht wieder Frieden in Ramstedt

Ramstedts Jugend darf die Hütte wieder nutzen.
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Ramstedts Jugend darf die Hütte wieder nutzen.

Die Gemeindevertretung von Ramstedt beschließt neue Nutzungsordnung für die Jugend- und Sporthütte.

shz.de von
29. Januar 2018, 13:00 Uhr

„Brillant“, sagte ein junger Zuhörer nach dem Ende der Ramstedter Gemeindervertreter-Sitzung draußen vor dem Dörpshuus – und reckte anerkennend den Daumen in die Höhe. In der Tat: Die Zuhörer, die seit den letzten Sitzungen in sehr großer Anzahl teilnehmen, zeigten sich ausnahmslos zufrieden mit ihrer Gemeindeführung. Äußerst positiv kam dabei an: Der neue Bürgermeister Holger Schefer, der Mitte Dezember gewählt worden war und jetzt seine erste Sitzung komplett leitete, ließ die Einwohnerschaft bis zum Schluss nach jedem Tagesordnungspunkt zu Wort kommen. Zu Beginn merkte Einwohnerin Anne-Martha Mewes kritisch an: „Wo ist denn Jörg Hansen? Und soll das so weitergehen, dass er nach seinem Rücktritt als Bürgermeister hier jedes Mal fehlt? Immerhin ist er ja noch Gemeindevertreter.“ Bürgermeister Holger Schefer erklärte: „Bei mir hat er sich nicht abgemeldet. Er fehlt also erneut unentschuldigt.“

Der Sozialausschuss-Vorsitzende Stefan Lukas trug umfangreich zur neuen Nutzungsordnung der Jugend- und Sporthütte vor. Die Einwohnerschaft zeigte sich sehr zufrieden, dass damit sämtliche vormaligen Streitpunkte ausgeräumt worden sind. Lukas sagte unter anderem, dass Gespräche mit den Vorsitzenden Ingo Dau-Schmidt (SV Ramstedt) und Peter Kolberg (Reitverein) stattgefunden hätten. „Der Vertrag, den ich anhand etlicher Mustersatzungen entworfen habe, besagt unter anderem: Eigentümer des Gebäudes und des Sport- und Reitplatzes ist die Gemeinde Ramstedt. Sie überlässt Gebäude und beide Plätze den beiden Vereinen zur kostenfreien Nutzung. Das Rasenmähen der Flächen wird von der Gemeinde übernommen.“ Dafür sollen zwei Mäh-Roboter angeschafft werden.

Nach einstimmigem Beschluss gab es starken Beifall der vielen Zuhörer. Damit ist der Frieden in der Gemeinde wieder hergestellt. Der frühere Bürgermeister hatte den Jugendlichen die Nutzung des Hauses untersagt. Es war daraufhin in mehreren Gemeinderats-Sitzungen zu lautstarken Protesten gekommen. Am Ende war Jörg Hansen zurückgetreten (wir berichteten).

Weiteren Beifall gab es auch für die nachfolgende Entscheidung: Die Gemeinde übernimmt einstimmig die Mitgliedsbeiträge der 27 Feuerwehrleute. Dazu Gunhild Koester: „Mit der Übernahme der Beträge (gut 400 Euro jährlich) zeigen wir auch ein Stück Wertschätzung gegenüber unserer Feuerwehr.“ Der Bau- und Wegeaussschuss-Vorsitzende Carsten Flatterich betonte: „Es kann nicht angehen, dass die Kameraden für ihr Ehrenamt auch noch ihre Mitgliedsbeiträge selbst bezahlen müssen.“

Abschließend stellte die Gemeinde einen Nutzungsplan für das Gelände westlich der ehemaligen Malerei Massow auf. Damit besteht für etliche junge Bauwillige nun doch noch Hoffnung, irgendwann in der Heimatgemeinde ein Grundstück erwerben zu können. Das in den vergangenen Jahren als Baugrund angekaufte Gelände hatte die Landesplanung als Baugelände verworfen. Eine Klage der Gemeinde vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig hatte Ramstedt verloren. Nun will die Kommune einen neuen Anlauf nehmen.

Bürgermeister Schefer berichtete außerdem: „Eine Straßenlaterne in der Mühlenstraße wird ausgetauscht. Zur Behebung der Schäden im Straßenzug Op de Sein wurden acht Tonnen Material herangefahren. Der Förderverein Kinderspielplatz feiert im Sommer 35-jähriges Bestehen. Der SV Ramstedt und die Gemeinde wollen enger zusammenarbeiten – und das wird klappen. Der alte Reitplatz soll wieder begrünt werden. Und der Baumkletterer hat seine Arbeit getan. Gegen eine kleine Spende für den Förderverein Spielplatz kann das Holz im Wald abgeholt werden.“

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