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Tourismus in Nordfriesland : Es gibt noch viel Luft nach oben

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Trotz wechselhaften Wetters – die Touristiker des Kreises Nordfriesland ziehen eine positive Bilanz. Doch die Zahlen könnten besser sein.

von
erstellt am 23.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Auch wenn der Sommer in Nordfriesland länger auf sich warten ließ, hat die Tourismusbranche an der Westküste Fahrt aufgenommen. Allerdings ließ das Tempo bislang zu wünschen übrig. Die Touristiker im Kreisgebiet ziehen zwar eine überwiegend positive Bilanz des ersten Halbjahres, allerdings mit Einschränkungen.

„Grundsätzlich liegen wir bei den Buchungen in St. Peter-Ording derzeit leicht über dem Vorjahresniveau“, sagt Constanze Höfinghoff von der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording. Jedoch liegen der stellvertretenden Tourismus-Direktorin zufolge die Einnahmen aus Tagesgästekarten und Strandparken durch die Einbrüche im Juni und Juli teils deutlich unter dem Vorjahr.

Auch Andrea Scheibe von der Nordfriesland-Tourismus GmbH spricht von leichten Zuwächsen im Bereich Südtondern. Allerdings seien die vorliegenden Zahlen nicht repräsentativ, da in der amtlichen Statistik nur Anbieter mit zehn oder mehr Betten berücksichtigt werden und lediglich die Monate Januar bis Mai erfasst sind. Doch eine Tendenz ließe sich ableiten. „Wir kommen auf 13 Prozent mehr Übernachtungen als im gleichen Zeitraum 2014“, so Scheibe. Sie gibt aber zu bedenken, dass das tatsächliche Übernachtungsvolumen in Nordfriesland höher liegt – und meint damit die Privatvermietung, die in der amtlichen Statistik nicht erfasst wird.

Auf Amrum ist man bislang zufrieden. „Nach den ersten sieben Monaten, in denen es immer Schwankungen gibt, bewegen wir uns auf Vorjahresniveau“, erklärt Frank Timpe von Amrum Touristik verhalten. Doch auch hier wurden, ähnlich wie in St. Peter-Ording – weniger Tagesgäste verbucht.

Etwas besser sieht es – zumindest rein statistisch – in Husum aus. Jutta Albert vom Tourismus- und Stadtmarketing erwartet bis Ende Juli ein Übernachtungs-Plus. Bis Mai 2015 schliefen 5,6 Prozent mehr Besucher in der Storm-Stadt als 2014. Das mag daran liegen, dass Husum nicht ganz so abhängig von der Saison ist wie die Inseln. „Gemäß der Daten der Zentralen Zimmervermittlung Husum haben wir bis einschließlich Juni 2015 sogar sieben Prozent mehr Übernachtungen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum verbucht“, sagt Albert. Trotzdem: Für kurzfristige, spontane Anreisen noch unentschlossener Gäste spielt auch für Husum das Wetter eine große Rolle.

Auf Sylt gibt es laut Christine Kühn, Sprecherin vom Sylt Tourismus-Service, „für 2015 von Beginn an einen erfreulichen Anstieg an Buchungen und Übernachtungen, wobei sich die Anzahl der Besucher erhöht, die Aufenthaltsdauer im allgemeinen Urlaubsverhalten aber etwas verkürzt hat“. Konkrete Zahlen nennt sie jedoch nicht.

Auf Föhr verzeichnete Ann-Kathrin Meyerhof von der Föhr Tourismus GmbH im Vergleich zu Januar bis Mai 2014 einen Gästezuwachs von 14,4 Prozent sowie 2,1 Prozent mehr Übernachtungen – und das trotz früher Osterferien und einer relativ kalten Periode von April bis Anfang Juni. „Letztes Jahr hatten wir einen relativ sonnigen und warmen Sommer. Davon profitieren wir in diesem Jahr. Viele Urlauber kommen aufgrund dessen 2015 wieder.“ Was die Hauptsaison anbelangt, rechne sie damit, die Vorjahresergebnisse zu erreichen. „Insbesondere von Mitte Juli bis Ende August hatten wir kaum freie Unterkünfte, da sich die Sommerferien in diesem Jahr geballt auf wenige Wochen konzentriert haben“, sagt die Marketing-Beauftragte.

Nun hoffen die Touristiker auf eine Aufholjagd im Spätsommer und auf Kurzurlauber aus Schleswig-Holstein und den angrenzenden Bundesländern. Auch wenn ihnen das eher kühle Sommerwetter ein wenig die Bilanz verhagelt hat – die niedrigen Temperaturen haben auch ihre Vorteile, wie Christine Kühn berichtet. Denn der extrem heiße Sommer mit Temperaturen bis zu 40 Grad in vielen Bundesländern hat nicht wenige Touristen nach Nordfriesland gelockt. „Hier auf Sylt können wir mit dem durchweg gesunden, erholsamen Klima und unserer stets frischen Luft punkten“, erklärt sie. Und noch mehr Aspekte kommen Nordfriesland zugute. Zum Beispiel interessieren sich immer mehr Gäste für das Weltnaturerbe Wattenmeer. Darüber hinaus kommen deutlich mehr Touristen aus Skandinavien, Dänemark, Schweden oder Frankreich an die Westküste als noch vor zehn Jahren. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass Online-Buchungen einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Allein in St. Peter-Ording hat sich die Zahl digitaler Reservierungen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

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