Oldersbek : Erstmals eine Frau im Rat

Maren Rohwedder ist die erste Frau im Oldersbeker Gemeinderat. (hem )
Maren Rohwedder ist die erste Frau im Oldersbeker Gemeinderat. (hem )

Im Gemeinderat ist nun auch eine Frau vertreten. Bürgermeister Karl-Heinz Harder bleibt im Amt. Auch an der Sitzverteilung hat sich nichts geändert, allerdings sind zwei Neulinge dabei.

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11. Juni 2008, 08:52 Uhr

Oldersbek | Für seine Worte erhielt der alte und neue Bürgermeister Karl-Heinz Harder gleich mehrfach Beifall: "Wir sind hier zwar mit zwei Wählergruppen zur Wahl angetreten und im Gemeinderat vertreten, aber letztlich werden hier in Oldersbek keine Partei-Interessen vertreten."

Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Sitzung, entsprechend stark fiel der Beifall aus, als der Bürgermeister feststellte: "Mit Maren Rohwedder ist erstmals eine Gemeindevertreterin im Amt. Sie hat sich bisher schon sehr für unsere Kinder und Jugendlichen engagiert." Nur einmal gab der Gemeindechef das "Ruder" aus der Hand, damit Hans-Joachim Müller die Wahl zum Bürgermeister leiten konnte. Harder versprach, "für jedermann da zu sein und jedem gerecht zu werden". Stellvertreter wurden Udo Deertz und Sönke Matzen.
Besuch bei der Partnerwehr Quitzow

Jede der beiden Wählergruppen hat einen Neuen "eingebracht": In der AAWO kommt Maren Rohwedder für Harm Rochel, in der WAO Alexander Heegardt für Hans-Thomas Schäfer. Damit gehören dem neuen Gemeinderat für die AAWO an: Bürgermeister Karl-Heinz Harder, Maren Rohwedder, Sönke Matzen, Hans-Joachim Müller und Claus Kruse. Die WAO ist durch Michael Wolf, Alexander Heegardt, Udo Deertz und Ulrich Leba vertreten. Damit hat sich auch an der Sitzverteilung nichts geändert.

Vor Benennung der "Arbeitsgruppe Feuerwehr" gab der Gemeindechef die Erklärung ab, "dass die Feuerwehr-Solidargemeinschaft im alten Amt Treene aufgelöst sei" und dadurch deren sämtliche Aufgaben wieder auf die einzelnen Gemeinden zukommen. Harder: "Diese Entscheidung ist für Oldersbek nicht unbedingt angenehm" - immerhin hält die Gemeinde die personalmäßig stärkste Truppe vor, mehr als zehn Prozent der Einwohnerschaft sind in der Wehr vertreten. Die Arbeitsgruppe wird von Wehrführer Dieter Dau-Schmidt geleitet, es arbeiten mit: Rüdiger Lorenzen, Florian Müller, Sönke Matzen, Joachim Behrend und Olaf Holst. Innerhalb der 19 Tagesordnungspunkte wurde auch festgelegt, dass zum 100-jährigen Bestehen der Partnerwehr in Quitzow/Brandenburg beide stellvertretende Bürgermeister reisen.
Erlaubt: 1,2 Wohnungen pro Jahr bauen
Verbitterung gab es anlässlich der eingeforderten Stellungnahme zum Landesentwicklungsplan. "Das ist ein dicker Hund, was sie da mit uns vorhaben", erboste sich der Gemeindechef. Auch Michael Wolf meldete scharfe Kritik an: "Da kommt eine Landesplanung daher und sagt: Das wird so und so gemacht. Das zeugt von wenig Demokratie." Als Bürgermeister Harder vorrechnete: "Gemäß dieser Vorgabe dürfen wir im Jahr nur 1,2 Wohnungen bauen", platzte Michael Wolf vollends der Kragen: "Das ist eine Schweinerei."
Der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Nordsee-Treene, Claus Röhe, erläuterte, dass Bauland-Erweiterungen in den ländlichen Gemeinden statt wie bisher 20, nur noch acht Prozent betragen solle. Der LVB sagte weiter: "Wir haben im alten Amt Treene fast überall 30 Prozent Erweiterungen gehabt, da reichten schon die 20 Prozent nicht mehr aus. 1996/97 war der Bauboom. Nun kann man aber nicht sagen: Jem hebbt een groote Schluck uut de Buddel hebbt, un nu gifft das lüttjere Schlucke. Das wäre der totale Stillstand für den ländlichen Raum." Ulrich Leba wetterte: "Dann können wir ja nicht mal unseren eigenen Bedarf decken. Und wo sollen schließlich unsere Kinder bleiben?" Der Rat hofft bei seiner Ablehnung auf die volle Unterstützung vom Landkreis.
Zur Verabschiedung waren Rochel, der 30 Jahre lang im Gemeinderat gewirkt hatte, sowie Hans-Thomas Schäfer (22 Jahre Gemeinderat) verhindert, sie wird nachgeholt. Die nächste Sitzung findet am Donnerstag (19.) um 20 Uhr statt.

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