Wiederkehrende Straßenausbaubeiträge : Erste Bescheide gibt es im Sommer

Benjamin Nissen zeigt das Abrechnungsgebiet „Alt-Husum“.
Benjamin Nissen zeigt das Abrechnungsgebiet „Alt-Husum“.

Knapp 6000 Grundstücke hat die Bauverwaltung der Stadt Husum erfasst.

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08. Februar 2018, 09:00 Uhr

Die Einführung der wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge sorgt derzeit für Hochbetrieb in der Bauverwaltung: Nachdem Benjamin Nissen und Susanne Winter in den vergangenen beiden Wochen rund 4000 Schreiben an die Besitzer der knapp 6000 Grundstücke im zentralen Gebiet „Alt-Husum“ auf den Weg gebracht haben, stehen ihre Telefone nicht mehr still. „In den ersten Tagen waren es 50 bis 60 Anrufe täglich“, erzählt Nissen. Dazu kamen noch sechs bis sieben Einwohner pro Tag, die sich persönlich auf den Weg ins Rathaus gemacht hatten, um ihre Fragen gleich vor Ort klären zu lassen. „Dazu etwa 100 E-Mails. Und jede davon wird individuell beantwortet“, verspricht Nissen.

Die Abrechnung der Straßensanierungskosten wird von der Stadt nach einem neuen Verfahren vorgenommen (wir berichteten). Bislang zahlten nur die direkten Anlieger – einmalig und leider oft vier- bis fünfstellige Summen. Jetzt werden die Kosten jährlich und weiträumig auf alle privaten und gewerblichen Eigentümer sowie Behörden im jeweiligen Gebiet verteilt. „Viele wussten gar nicht, worum es geht, weil sie von den einmaligen Beiträgen nie betroffen waren“, sagt Nissen, der bei jedem Fragesteller für die neu eingeführte Abrechnungsmethode wirbt: „Die ist viel solidarischer und gerechter den Bürgern gegenüber.“

Nachdem die neue Regelung vor zwei Jahren vom Stadtverordnetenkollegium beschlossen worden war, gab es sehr viel Arbeit für die Bauverwaltung. „Wir hatten kein Programm, in dem alle Flurstücke zusammengefasst waren. Das mussten wir uns alles zusammensuchen“, erzählt Nissen. Und seine Kollegen hätten lange Touren durch die Stadt gemacht, um vor Ort nachzusehen, wie viele Stockwerke das jeweilige Haus auf dem Grundstück überhaupt hat. „Bei der Berechnung müssen wir uns allerdings überall da, wo es Bebauungspläne gibt, nach der im B-Plan festgelegten maximal zulässigen Bauweise richten, nicht nach der tatsächlichen Zahl der Stockwerke.“

Berechnet werden nur die real anfallenden Sanierungskosten. „Die Stadt legt erst einmal die Gesamtsumme aus. Am Ende eines Jahres wird dann abgerechnet: 38 Prozent bezahlt die Stadt, 62 Prozent werden auf die Bürger im betroffenen Gebiet umgelegt.“ Dieses Jahr gebe es aber schon im Sommer die ersten Bescheide: „Die sind noch für das Jahr 2016“, sagt Nissen und fügt lachend hinzu: „Die Bürger werden sich wundern, wie gering die Beträge da sind.“

Feldberg- und Schückingstraße sind die ersten Straßen, deren Sanierung nach der neuen Methode abgerechnet wird. Sobald die ersten Straßen außerhalb „Alt-Husums“ fällig sind, werden sich Benjamin Nissen und Susanne Winter um die Katalogisierung des nächsten Gebietes kümmern. „Jetzt macht das noch keinen Sinn, dann wechseln da zum Teil die Besitzer und wir müssen die ganze Arbeit doppelt machen.“ Zumal auch die „Alt-Husum“-Daten gepflegt werden müssen. Tiefbauabteilung und Stadtwerke würden bei geplanten Baumaßnahmen rechtzeitig Bescheid geben, so dass man genug Vorlauf habe.

Wer sich genauer informieren will, kann das auch online machen: Auf der Internet-Seite der Stadt www.husum.de gibt es unter der Rubrik „Rathaus & Politik / Wiederkehrende Straßenausbaubeiträge“ auch Berechnungsbeispiele.

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