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Bauarbeiten an der B 5 : Erst die Sicherheit und dann ...

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

An der B 5 soll ein Umspannwerk für die geplante 380-Kilovolt-Leitung gebaut werden – doch zuvor wird das Gelände auf Kampfmittel untersucht. Früher befand sich auf dem heutigen Acker ein Fliegerhorst.

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erstellt am 23.Apr.2017 | 08:00 Uhr

Während des Zweiten Weltkriegs haben alliierte Bomberpiloten auf dem Rückflug nach England nicht selten überschüssige Bomben über Nordfriesland abgeworfen. Die Explosionskrater sind auf Luftbildern bis heute erkennbar. Doch einige Bomben sind gar nicht explodiert. Und deshalb muss in besonderen Fällen der Kampfmittelräumdienst oder ein entsprechendes Privatunternehmen anrücken, um ein Gelände zu durchleuchten, bevor dort gebaut werden kann.

Genau das ist derzeit entlang der Bundesstraße 5, kurz vor der Abfahrt nach Horstedt, der Fall. Auf einer rund 1,25 Hektar großen Ackerfläche stehen scheinbar wahllos Fahrzeuge herum, flattern seltsame Bänder im Wind. Das Areal gehört der Firma Tennet, die dort ein Umspannwerk für diesen Abschnitt der 380-Kilovolt-Leitung errichten will. Mit deren Hilfe soll überschüssige, regenerative Energie aus dem nördlichen Schleswig-Holstein in südlichere Gefilde transportiert werden.

Allein an der Westküste drehen sich rund 1500 Windkraftanlagen, die zusammen mehr als doppelt so viel Energie erzeugen wie das Atomkraftwerk Brunsbüttel. Im Zusammenhang mit der 380-Kilovolt-Leitung errichtet Tennet in Süderdonn, Heide, Husum und Klixbüll Schaltanlagen. Und damit die Bagger bei der Arbeit nicht auf einen Blindgänger aus Kriegszeiten stoßen, wird das Gelände an der B  5 zunächst eingehend untersucht.

„Es ist ja nicht so, dass dort wirklich etwas liegen muss“, erklärt ein Mitarbeiter des Amtes Nordsee-Treene auf Anfrage, „aber da das Areal nun einmal Bombenabwurfgebiet ist, geht Sicherheit vor.“ Mehr noch: Was nach einem ganz normalen Acker aussieht, war einst ein Fliegerhorst. Das Gelände könnte also auch ohne englische Blindgänger belastet sein.

Noch konnte die Spurensuche allerdings gar nicht beginnen. „Wir mussten Brut- und Schutzzeiten abwarten“, erklärt ein Mitarbeiter des Hamburger Kampfmittelbergungs-Unternehmens Schollenberger, das Tennet mit dieser Aufgabe betraut hat. Voruntersuchungen sollen zu Tage fördern, was genau da im Verborgenen schlummert und gegebenenfalls gehoben werden muss. Erst dann kann Tennet mit den eigentlichen Arbeiten für das Umspannwerk beginnen.

Nach bisheriger Planung sollen die Untersuchungen bis Ende Juli abgeschlossen sein, aber ob der Termin gehalten werden kann, ist keineswegs sicher. Außerdem muss für den Bau der Schaltanlage schweres Gerät auf das Gelände gebracht werden. Deshalb soll es auch eine eigene provisorische Zufahrt von der Bundesstraße 5 erhalten. Dann kann es losgehen.

Das Projekt ist Teil des dritten Bauabschnitts der Westküstenleitung von Heide nach Husum. Der soll Ende nächsten Jahres abgeschlossen werden. Die Errichtung des Umspannwerks wurde in zwei Bauabschnitte gegliedert. Deren erster soll ebenfalls Ende 2018, der zweite im September 2019 abgeschlossen sein. Die Baustraße von der Bundesstraße 5 soll nach Fertigstellung des Umspannwerkes wieder zurückgebaut werden, hieß es in einer Presseabteilung von Tennet.

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