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Von Bad Oeynhausen auf die Hallig : Erst Berufssoldat - nun Hafenmeister auf der Hallig Hooge

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach Bundeswehr und Studium mit seiner Familie ist Thorsten Junker von Bad Oeynhausen in die Halligwelt gezogen – und alle fühlen sich pudelwohl.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 18:18 Uhr

„Heute wollen wir hier nicht mehr weg“, schwärmt Thorsten Junker, Hafenmeister auf Hallig Hooge. Das kleine Eiland ist längst zu seiner neuen Heimat geworden. Vor drei Jahren kam er mit seiner Frau Corinna und den Söhnen Nick (12) und Fynn (9)von Bad Oeynhausen auf die Hallig mitten im nordfriesischen Wattenmeer. Alle vier fühlen sich in der neuen Umgebung pudelwohl. Die Jungs gehen auf der Hallig in die Schule, Corinna hat einen kleinen Bernsteinladen auf der Hanswarft, und ein Haus auf der Warft konnte die Familie auch schon erwerben.

Wie es zu dem ungewöhnlichen Schritt aus einer Kurstadt mit über 50  000 Einwohnern in Ostwestfalen am Rande des Teutoburger Waldes auf eine Hallig mit gerade mal 100 Bewohnern kam, erzählt Junker gern. „Vor einiger Zeit haben wir uns gedacht, das kann doch noch nicht alles gewesen sein“, so der 49-Jährige. Als er nach dem Abitur zur Bundeswehr ging, wo er nach zwölf Jahren Dienstzeit, zuletzt im Rang eines Hauptmanns, wieder ins Privatleben wechselte, suchte Junker nach neuen Herausforderungen. Die Bundeswehrzeit hatte er unter anderem zum Studium der Politologie an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg genutzt. Vier Jahre lang war Junker auch in Flensburg stationiert. „Da habe ich meine Liebe zum Norden entdeckt“, erinnert er sich. Bei seiner Frau – Thorsten und Corinna sind seit der Schulzeit zusammen – entstand bald auch der Wunsch hier zu leben. Corinna Junker suchte im Internet nach Stellenangeboten und wurde fündig. Auf Hooge suchte die Gemeinde einen Hafenmeister, das war 2014. Thorsten Junker bewarb sich und erhielt eine Zusage. Nach einem verlängerten Wochenende mit den Kindern stand der Entschluss der Familie fest: „Wir ziehen auf die Hallig“.

Heute ist der Diplom-Politologe mit seinen neuen Aufgaben als Hafenmeister zufrieden. Bei Ankunft und Abreise der Fahrgastschiffe ist er für den reibungslosen Ablauf am Anleger sowie für die technische Instandhaltung der Hubbrücke verantwortlich. „Der Fähranleger ist die Lebensader der Hallig“, beschreibt Junker den Stellenwert seines Aufgabenbereichs.

In den Wintermonaten nach dem touristischen Hochbetrieb im Sommer wenn nur wenige Schiffe Hooge anlaufen, dann wird Junker als Gemeindearbeiter eingesetzt. „Als Springer helfe ich auch manchmal in der Gemeindeverwaltung aus“, beschreibt er seine vielfältigen Aufgaben. Erst kürzlich hat er seinen Jagdschein gemacht, jetzt strebt er die Nachfolge des scheidenden Seehundjägers Werner Boysen an. Dafür muss Junker aber noch viel büffeln, genau das Richtige für die kommenden dunklen Monate.

Mittlerweile hat das rührige Allroundtalent einen CDU-Ortsverband gründet. Fünf Mitglieder konnte er bereits für die politische Arbeit gewinnen. Gesellschaftliches Engagement ist ihm wichtig. „Hier muss man den Willen haben, sich zu integrieren – nur so gelingt das Zusammenleben auf einer Hallig.“

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