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Polizei-Kontrollen : Erschreckend: Brummis mit bösen Macken

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei einer nächtlichen Großkontrolle zwischen B 5 und A 7 musste die Polizei reihenweise Schwertransporter beanstanden.

Ihr Blick galt vornehmlich den „Großen“, doch die acht im Bereich der Bundesstraße 5 eingesetzten Polizeibeamten winkten neben den Brummis auch immer wieder Pkw-Fahrer auf die Kontrollplätze. Und das war gut so – denn der Fahrer eines silberfarbenen Wagens, der um 0.44 Uhr von Polizeiobermeister Carsten Polligkeit auf den Standstreifen gewunken wurde, stand unter Drogeneinfluss. Der Test vor Ort fiel positiv aus, der junge Mann aus Dithmarschen wurde im Streifenwagen zur Blutprobe gefahren.

Ein nach Einschätzung der Beamten „erschreckendes Ergebnis“ brachte die nächtliche Großkontrolle zwischen B  5 und A  7 aber auch sonst: Von 73 kontrollierten Lastwagen – darunter 23 Großraum- und Schwertransporte – wurden 45 beanstandet. Zwei Lkw- und 14 Fahrern von Schwertransporten wurde die Weiterfahrt untersagt. Die komplette Schwertransporter-Flotte einer Firma musste aufgrund gravierender technischer Mängel sogar vorläufig stillgelegt werden.

Dass es auch anders geht, zeigte eine andere Kontrolle: Das enorme Gewicht von 500 Tonnen brachte ein orangefarbener Kran auf die Waage, der ebenfalls herausgewunken worden war. Bei dem seit 23 Jahren als Kran-Kraftwagenfahrer tätigen Fahrzeugführer war rein gar nichts zu beanstanden. Der erforderliche „Wust“ an Genehmigungen lag vor – und vor und hinter dem schweren Ungetüm fuhr jeweils ein Absicherungsfahrzeug.

Für die Beamten des Polizeiautobahnreviers Nord hatte die Aktion bereits um 19 Uhr begonnen: An vier Kontrollstellen – je zwei an der A  7 und an der B  5 in Nordfriesland – überprüften insgesamt zwölf Beamte dieser Dienststelle mit Unterstützung von 18 Kollegen – allesamt Spezialisten der Schwerlast-Überwachung – bis 1.30 Uhr den Verkehr. Auf der B5 waren dazu die Kontrollstellen Platenhörn und Vosskuhle eingerichtet. In Platenhörn hatten Polizeihauptkommissar Martin Rollmann und Polizeiobermeister Sascha Kraus von der ersten Einsatzhundertschaft aus Eutin ihr schweres Fahrzeug in Stellung gebracht und den Platz mit einem acht Meter hohen und LED-Licht-bestückten „Lichtmast“ taghell ausgeleuchtet. Bereits rund einen Kilometer vor der Kontrollstelle hatte sich ein Streifenwagen postiert, der die zu kontrollierenden Fahrzeuge „herausfischte“ und zur Kontrollstelle geleitete.

Die Liste der technischen Mängel an den Fahrzeugen ist lang und reicht bis zu Manipulationen am EG-Kontrollgerät, das die Lenk- und Ruhezeiten, Lenkzeitunterbrechungen, Kilometer und Geschwindigkeit bestimmt. Insgesamt gab es 17 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Fahrpersonalrecht. Dabei waren drei Lkw-Fahrer ohne die erforderliche Fahrerkarte unterwegs, zwei andere mit einer fremden. Sie erwartet ein Strafverfahren.

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