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Musicalabend in St. Peter-Ording : Ernstes Thema mutig umgesetzt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Junge St. Peteraner feierten gelungene Premiere des selbstgeschriebenen Musicals „Club 27“ über tote Rocklegenden wie Janis Joplin und Curt Cobain.

Tiefe Stille herrschte im Saal des evangelischen Jugenderholungsdorfes in St. Peter-Ording. Gerade eben war das neue, selbstgeschriebene Musical des Jugendzentrums mit dem Titel „Club 27“ zu Ende gegangen. Die letzten Szenen waren dem Publikum noch ganz stark in Erinnerung: Janis Joplin links, Kurt Cobain im Spotlight und Amy Winehouse rechts, jeweils mit einer Laterne. Die verstorbenen Rock-Stars waren in den zwei Stunden wieder quicklebendig geworden. Dafür hatten die Darsteller Ann-Christin Mundsahl als Janis Joplin, Ilkay Buruk als Kurt Cobain und Aiken Andresen als Amy Winehouse gesorgt. Die Zuschauer waren sichtlich beeindruckt von der Aufführung, hatten sie doch sozusagen Leben und Sterben der Stars miterlebt. Erst als leise Bühnenmusik erklang, brandete der Beifall auf. Von aller Spannung erlöst und voller Freude genossen die mehr als 20 jungen Leute diesen Lohn nach der höchst gelungenen Premiere.

Die Textvorlage hatten Schulsozialarbeiter Mattias Götzke, Studienreferendarin Alina Krügel und Jugendzentrumsleiter Daniel Schädler geschrieben. Sie hatten auch die Schauspiel- und Gesangsszenen mit den Jugendlichen und den jungen Erwachsenen eingeübt sowie alles Organisatorische bewältigt. Dazu gehörten Bühnenbau, Technik und Catering. Dafür waren noch einmal acht junge Leute tätig. Die Jugend- und Sportstiftung der NordOstsee-Sparkasse unterstützte das Projekt als Hauptsponsor mit 2500 Euro. Seit Februar wurde geprobt. Bei mehr als 40 Rollen waren Mehrfachbesetzungen notwendig. Das Musical „Club 27“ setzt sich mit den Biografien der weltbekannten Musiker Janis Joplin (1943–1970), Kurt Cobain (1967–1994) und Amy Winehouse (1983–2011) auseinander, die alle im Alter von 27 Jahren starben, daher Club 27, zu dem auch Brian Jones, Jimi Hendrix und Jim Morrison gehören. Erzählt werden Ausschnitte ihres brisanten Lebens: Traumatische Kindheitserlebnisse in Elternhaus und Schule, Begabungen, falsche Freunde, die Flucht in den Alkohol- und Drogenkonsum sowie Exzesse. Damit verbunden zeichneten Besessenheit und auch die Wahrnehmung der eigenen Zerbrechlichkeit das Leben dieser Rockidole aus.

Viel Liebe zum Detail, meist kurze und sehr prägnante Spielszenen, ausdrucksstarker Gesang und Identifikation mit den Rollen zogen das Publikum in den Bann. Zu Beginn war ein Interview des Fernsehmoderators Donny mit Amy Winehouse zu sehen. Gregor Aniszewski stellte dessen Überheblichkeit dar. Lisa Venske als Amy ließ mit zittriger Stimme, wenigen Worten und Gesten deren zerbrechliche Seite bewusst werden.

Das Ziel, dass Jugendliche sich auf eine andere Art mit der Alkohol- und Drogenproblematik auseinandersetzen, ist sicher nicht nur bei den Akteuren, auch bei den Zuschauern erreicht worden. „Sinnvoll“, sagte auch der Runde Tisch zur Sucht und Drogenprävention, der das Projekt unterstützt hat.

Mitgewirkt haben außerdem als Darsteller Anina Hoppe, Liska Zöhner-Sell, Klara Manthe, Anja Buchholz, Moritz Mundsahl, Gotje Mumm, Milena Peters, Christopher Schulz und bei Aufgaben hinter den Kulissen Dennis Kock, Pascal Fuß, Leony Perkuhn, Thiemo Clausen, Mathis Clausen, Daniel Eilfeld, Frederic Huwe, Katalina Peters, Ronja Eggert und Norman Prieg.

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