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Anschlussstelle Bütteleck : Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B5

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Seatfahrerin will nach links abbiegen. Auf der B5 staute sich daher der Verkehr auf der rechten Fahrspur. Ein ortsfremder Rollerfahrer überholte die Kolonne und krachte in die Tür des Seat. Er verstarb am Unfallort.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2014 | 19:30 Uhr

Koldenbüttel | Schon wieder ein tödlicher Verkehrsunfall auf der B5: Das tragische Unglück ereignete  sich am Sonnabendmittag um 11.45 Uhr bei Bütteleck. Eine 37-jährige Autofahrerin aus dem Landkreis Cuxhaven befuhr die zu diesem Zeitpunkt stark frequentierte Hauptverkehrsader in Richtung Süden. 300 m hinter der neuen und sicheren Anschlussstelle bei Bütteleck besteht die Möglichkeit, nach links in den „Behmweg“ abzubiegen. Dies wollte die Fahrerin mit ihrem silbernen Seat-Van und angehängtem Einachs-Anhänger tun. Rein rechtlich ist das Abbiegen an dieser Stelle erlaubt, es besteht jedoch keinerlei Abbiegespur und auch keine Fahrbahnverbreiterung an dieser Stelle.

Erst am 17. März 2014 ereignete sich bei einem gleichen Linksabbiegemanöver an haargenau dieser Stelle ein schwerer Verkehrsunfall. Seinerzeit fuhr ein Lkw in das abbiegende Wohnmobil, katapultierte es auf ein Feld; ein Berliner Ehepaar musste von der Koldenbütteler Unfallfeuerwehr schwer verletzt aus dem Fahrzeug befreit werden.

Neuerlich endete der Verkehrsunfall äußerst tragisch und tödlich. In dem Moment, in dem die Mutter, die mit ihren vier Kindern im Fahrzeug saß, das Lenkrad einschlug, fuhr ihr ein Motorradfahrer in die Seite. Der Kradfahrer, der mit einem sogenannten „Reisemotorroller“ unterwegs war, hatte zuvor eine Fahrzeugschlange überholt. Beim Abbiegen an der Stelle bilden sich recht schnell Fahrzeugschlangen, weil die Fahrbahnbreite ein rechtsseitiges Überholen für breitere Fahrzeug nicht zulässt. Von Weitem ist dies für ortsfremde Fahrer nicht erkennbar. Der Kradfahrer prallte während des Abbiegevorganges in den vorderen linken Bereich des Vans.

Unter den sofort beherzt eingreifenden Ersthelfern waren auch ausgebildete Rettungsdienstkräfte, die zufällig an der Unfallstelle vorbeikamen. Die zentrale Rettungsleitstelle in Harrislee alarmierte Rettungswagen des Landkreises und das Notarzteinsatzfahrzeug aus Husum. Trotz aller Bemühungen konnte der Notarzt Dr. Eberhard Wenzel dem schwerverletzten Biker nicht mehr helfen; er verstarb noch an der Unglücksstelle. Die Fahrerin und eines ihrer Kinder wurden in eine Klinik verlegt.

Die zu diesem Zeitpunkt sehr stark befahrene B5  blieb bis 13.30 Uhr voll gesperrt. An die Unfallstelle eilten drei Streifenwagen – einer davon von der Wasserschutzpolizei. Die weiblichen Beamten der Wasserschutzpolizei kümmerten sich um die Kinder und brachten sie bis zum Abend in der Husumer Wache unter. Dann wurden sie von ihrem Vater abgeholt. Zur Klärung der Unfallursache ließ die Polizei den Dekra-Unfallsachverständigen Ole Piening an die Unfallstelle kommen; beide Fahrzeuge sind sichergestellt. Bis zum Sonntagnachmittag war auch die Identität des Kradfahrers nicht geklärt. Das Fahrzeug war auf einen Flensburger Halter zugelassen. Fahrer und Halter sind identisch, teilte die Polizei mit. Der getötete Motorradfahrer
ist ein 55-jähriger Mann aus Flensburg.

Traurige Bilanz: Mit dem tragischen Unfall vom Samstag ereigneten sich innerhalb von nur etwas über zwei Monaten auf dem rund 20 km langen Abschnitt der B5 von Husum Süd bis kurz hinter Hemme 5 sehr schwere Verkehrsunfälle mit fünf Toten und sechs teils lebensgefährlich Verletzten. Wiederholt wurde auch appelliert, das linksseitige Abbiegen in kleine Nebenstraßen, bei denen keine Abbiegespur auf der B5 besteht, zu untersagen. Zwischen Husum-Süd und Witzwort bestehen vier solcher Stellen.

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