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Husumer Nachrichten

23. September 2017 | 13:06 Uhr

Bredstedt : Erinnerungen an eine schöne Zeit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ehemalige Landwirtschaftsschülerinnen tauschen nach 60 Jahren Anekdoten aus. Christine Moriarty aus Iowa hatte die weiteste Anreise.

60 Jahre ist es jetzt her, dass 28 damals noch sehr junge Frauen in Bredstedt gemeinsam die Landwirtschaftsschule besucht haben. Um die Erinnerungen an diese für sie so schöne Zeit frisch zu halten, organisieren die einstigen Schülerinnen regelmäßig Klassentreffen, die stets gut besucht sind.

Das erste Treffen fand 25 Jahre nach Schulende 1983 in Rosendahl statt. Seit 2006 kommt die Klasse alle zwei bis drei Jahre in gemütlicher Runde zusammen. „Wir waren schon in Schwesing, in Langballig, auf Nordstrand, in Mölln und in Schobüll“, erzählt Greta Clausen aus Pobüll, die zusammen mit ihrer damaligen Freundin und späteren Schwägerin Magda Hansen in diesem Jahr das Treffen Nummer 7 organisiert hat: 60 Jahre, nachdem die beiden Frauen im Winter 1957/58 in Bredstedt ihren Abschluss gemacht haben, trafen sie sich mit den anderen „Mädchen“ zu einem fröhlichen Beisammensein im Behrendorfer Café Melkkann.

Neben alten Fotoalben mit ganz zauberhaften Bildern aus dem Schulalltag kamen auch einige nette Geschichten auf den Tisch. So hatten die damals 17- bis 20-jährigen Mädchen durchaus Gefallen daran, dass gleich nebenan die angehenden Landwirte zur Schule gingen – schmucke Jungs, mit denen man viel Spaß haben konnte. Weil die Schulleitung die Pausen aber so gelegt hatte, dass sich die Mädchen und Jungs nicht begegnen konnten, griffen diese zu so mancher List: „Doch, lieber Lehrer, wir sind heller, die Milchflaschen müssen in den Keller, da trifft man sich so nebenbei und scherzt und treibt so allerlei.“ Mit Versen wie diesen verrieten die Schülerinnen bei ihrer Abschlussfeier 1958, wie es ihnen gelungen war, so manche strenge Regel zu umgehen.

Insgesamt aber – und auch das ist schriftlich festgehalten – waren alle Mädchen „sehr fleißig, artig und fein“. Im Unterricht lernten sie alles, was damals als wichtig erachtet wurde, um einen Haushalt anständig führen zu können: Kochen und Backen fanden sich ebenso auf dem Stundenplan wieder, wie Nähen, Weben, Sockenstopfen, Bügeln und Wäsche waschen. Dafür stand ihnen damals bereits eine „hochmoderne“ vollautomatische Waschmaschine zur Verfügung. Den Berichten zufolge zählten Greta, Magda und zwei weitere Mädchen aus Pobüll zu den fleißigsten Schülerinnen. „Kein Wunder“, meint Magda Hansen, „wir waren unter der Woche ja auch Tag und Nacht dort.“ Weil ihr Heimweg zu weit war, wohnten die Mädchen vom Lande wochentags im Internat der Schule. Dort mussten sie nicht nur frühmorgens die Öfen in der Küche anheizen, sondern abends auch die Reste der Mahlzeiten essen, die sie mittags gekocht hatten. „Das war nicht immer so lecker“, erinnert sich Greta Clausen ganz besonders an ein Hammelgericht, das ihr überhaupt nicht geschmeckt hat.

Während die heute 77-Jährige sich nicht mehr so ganz sicher ist, warum sie in der Schulzeitung ihre Mitschülerinnen davor gewarnt hatte, während der Unterrichtsstunden mit Eierschalen nach ihr zu werfen, erinnert sich Schwägerin Magda nur zu gerne daran, dass sie gemeinsam mit ihrem Bruder, der später Gretas Ehemann wurde, viele schöne Ausflüge unternommen haben. „Er hatte ein Auto“, sagt sie.

Diese und viele andere Geschichten wurden auch beim 60. Jahrestreffen in Behrendorf aufgefrischt. Dort gab es diesmal einen besonderen Grund zur Freude: Christine Moriarty (geborene Bastian), die damals gleich nach der Schule nach Amerika ausgewandert war und seitdem in Davenport/Iowa lebt, war zufällig gerade zu Besuch in Deutschland und konnte so zum ersten Mal an einem Klassentreffen teilnehmen.

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