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Husumer Nachrichten

22. Oktober 2017 | 09:10 Uhr

Erinnerungen an das frühere Garding

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft hatte zu einem Bildervortrag von Gerhard Deutschmann eingeladen

von
erstellt am 05.Feb.2017 | 17:58 Uhr

Rodeln auf der Kirchenwarft, Laternelaufen im Stadtpark, Karussell fahren auf dem Marktplatz: An diese und weitere Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend in Garding in den 1950er und 60er Jahren erinnerte Gerhard Deutschmann in einem Vortrag im Alten Rathaus.

Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft der Stadt und des Kirchspiels Garding (HAG). Besonders interessiert betrachteten die zumeist einheimischen Besucher die auf eine Leinwand projizierten Fotos, die Alltagsszenen und besondere Ereignisse, wie die Einschulung 1956, dokumentierten. Viele erkannten ihre Klassenkameraden wieder – oder auch sich selbst. Dazu zeigte der in Hamburg lebende Ruheständler Abbildungen aus seiner ersten Fibel und erheiterte mit Zitaten aus seinem Poesiealbum das Publikum. Nicht vergessen hat der 66-Jährige seine Aufregung, als in der Schule sein Vortrag über den Abriss des Hauses von Dr. Wörpel auf einem für ihn bis dahin unbekannten Tonband aufgezeichnet wurde.

Rückblickend bezweifelte er, ob Garding wirklich eine „Oase der Ruhe“ war, wie es ein Werbeprospekt den ersten Touristen versprach. Denn in seiner Erinnerung hört er noch das Geklapper der Pferdefuhrwerke auf den gepflasterten Straßen, das Brummen einer Grastrocknungs-Anlage und das Läuten des Milchmanns sowie das des Fischhändlers Steffen Bütt, wenn sie mit ihren Verkaufswagen durch die Straßen zogen. Auch nicht immer ruhig verhielten sich die Störche, die bevorzugt auf den stets warmen Schornsteinen von Schmieden nisteten.

Als Teenager besuchte er das Gymnasium in St. Peter-Ording. Gerne denkt er auch an die erlebnisreiche Zeit bei der Landjugend Osterhever/Poppenbüll zurück und daran, wie er für seine Mutter fotografische Aufträge erledigte. Sie berichtete über Land und Leute für das Eiderstedter Tageblatt. Sein Vater war bis zum Umzug der Familie 1971 in der Stadtverwaltung tätig und später der Vorsitzende der HAG. Ausführungen über Knut Kiesewetter, Fiede Kay, Hein Hoop und Peter-Jürgen Boock, der als Terrorist bekannt wurde, rundeten seinen Vortrag ab.

„Witzig, unterhaltsam und tolle Erinnerungen“, so die Meinung von Dagmar Spiegel, Gudrun Martin und Michaela Feddersen. Sie gehörten zu den mehr als 70 Besuchern, die dem Referenten mit anhaltendem Applaus dankten.

Überwältigt von der Resonanz zeigte sich Gastgeber Bernd Laue von der HAG. Er dankte dem Buten-Gardinger für seinen Beitrag zur Erinnerung an die Geschichte der Region, denn dieser haben sich die Hobby-Historiker seit 1986 verschrieben. „Wir haben alle seit 1864 erschienen Ausgaben der Regionalzeitungen gesammelt und ein umfangreiches Fotoarchiv angelegt,“ erklärte der ehemalige Bürgermeister der Stadt. Zum kulturellen Angebot der Arbeitsgemeinschaft gehört die Herausgabe des Heftes „Dor is wat in de Klock“ mit Erlebnisberichten aus der Vergangenheit und Gegenwart. „Die von vielen erwartete Ausgabe Nr. 40 ist fast fertig“, verriet Laue.

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