Garding : Erinnerung an ein Wahrzeichen

Die Gardinger Herrenmühle  wurde 1955 abgerissen.
Die Gardinger Herrenmühle wurde 1955 abgerissen.

Bis 1955 stand die Herrenmühle am Stadtrand von Garding. Der Heimatkundlichen AG wurde nun ein historisches Modell geschenkt.

shz.de von
27. Juni 2018, 13:00 Uhr

Ein imposantes Modell der Herrenmühle die bis 1955 an der Stadtgrenze von Garding stand, ziert jetzt ein Schaufenster in der Engen Straße in Garding. Vor 100 Jahren angefertigt, ist es jetzt nach Eiderstedt zurückgekehrt. Aber auch die Herrenmühle selbst muss schon ein sehr imposantes Bauwerk gewesen sein, das im Kreuzungsbereich Norderring/Poppenbüller Straße gestanden hat. Im Jahre 1806 wurde der sogenannte Erdholländer von Familie Andresen erbaut. Dazu gehörten Mühlenhaus und Backhaus. Das in der Mühle vermahlene Getreide wurde zu Mehl, aber auch zu Schrot fürs Vieh verarbeitet. Im zugehörigen Backhaus wurden Gebäck und Brote gebacken, die dann im Mühlenhaus verkauft wurden. Auch belieferte man Kundschaft auf dem Lande mit dem Pferdefuhrwerk. Im Jahre 1920 verkaufte Familie Andresen die Mühle an Müller Willi Hinrichs.

Doch mit der Zeit wurde die Mühle baufällig und eine Sanierung unrentabel, zudem zerstörte ein Sturm zwei Flügel. Das führte dazu, dass Müller Hinrichs die Mühle an ein Flensburger Abrissunternehmen verkaufte. Das Subunternehmen, die Firma Boy Pohns aus Tating, erhielt den Auftrag zum Abriss. Am 23. Dezember 1955 wurden die acht Stützpfeiler der Mühle durchgesägt, und die Mühle sollte von einem Trecker umgerissen werden. Doch der hatte nicht genug PS. Erst mit einem zweiten stärkeren Trecker von Nordstrand gelang einen Tag später der Abriss. Am 31. Dezember wurde in den Eiderstedter Nachrichten verkündet, dass das Holz der Mühle als Bau- und Brennholz versteigert werden sollte. Das dazugehörige Mühlenhaus wurde im Jahr 2016 abgerissen.

Überrascht zeigten sich Bernd Laue und Peter Mölck von der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Gardings, dass ein Modell dieser alten Mühle auftauchte. Bereits um 1900 hatte Christian Peters, einst Zimmerer vom Rehmstacker Deich in Tetenbüll, ein naturgetreues Modell angefertigt. Dieses war stets im Besitz der Nachkommen des Erbauers. Es „reiste“ über Tönning bis nach Kiel. Nun stand das Mühlenmodell wegen Platzmangel bei der Enkelin von Christian Peters, Ellen Remmers, in der Garage. Das war Grund genug für sie, dieses wieder nach Garding zu bringen. Mit ihrer Tochter Barbara Tjarks übergab sie das Modell. Auch Hans-Georg Hostrup, Vorsitzender der IG Baupflege, war überrascht von dessen Größe. Für ihn stand gleich fest, dass es seinen Platz gleich neben den Modellen vom Haubarg und Schloss Hoyerswort im Schaufenster in der Engen Straße finden soll.

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