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Husum : Erfolgsmesse „New Energy“: Energie-Erzeugung geht alle an

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rund 10.000 Besucher kamen zur „New Energy“ in Husum. Messe-Chef Peter Becker und sein Team sind zufrieden. Gefragt waren Probefahrten mit Elektromobilen.

Husum | Ein zufriedener Peter Becker zog – am letzten Messetag (22. März) – die Bilanz der „New Energy“ Husum, bei der 180 Aussteller ihre Produkte präsentiert hatten. Die Erzeugung erneuerbarer Energien und Mobilität mit Elektrofahrzeugen waren bekannte Schwerpunkte – ergänzt bei der elften Leistungsschau durch den Themenbereich „Energieeffizientes und ökologisches Bauen und Sanieren“. Mit rund 10.000 Besuchern sei die gute Resonanz des Vorjahres erreicht worden. Die Premiere, gezielt Vorträge für den Endverbraucher im Rahmen von offenen Foren anzubieten, ist nach den Worten des Geschäftsführers der Messe Husum & Congress erfolgreich verlaufen.

Parallel fanden erneut zwei Fachkongresse zu Themen und Entwicklungen rund um die Energiewende sowie das Gipfeltreffen der internationalen Kleinwindindustrie mit Teilnehmern aus 20 Nationen statt. Der „World Summit for Small Wind“ wird in jedem Jahr gemeinsam von der Messe Husum und dem Weltwindverband WWEA organisiert. Dass in Schleswig-Holstein Genehmigungsprozesse verschlankt worden sind und ein aktuell geplanter Erlass vorsieht, die kleinen Windkraftanlagen ohne Baugenehmigung errichten zu dürfen, begrüßt Peter Becker. Nach seiner Beobachtung ist der Kleinwind „aus der Talsohle heraus“. Für den Messe-Chef steht fest, dass die Branche auch davon profitiert, dass in Husum weiterhin die „größte Windmesse der Welt“ stattfindet. Die nächste „Husum Wind“ vom 15. bis 18. September ist bereits fast ausgebucht. Becker: „Wir sind im Windbereich eine Macht.“

Beim Messe-Schwerpunkt „Elektromobilität“ geriet der Geschäftsführer ins Schwärmen. Das Team der Messe Husum nutzt selbst ein E-Auto. „Es ist ein tolles Fahrerlebnis.“ Fast 20 Elektrofahrzeuge konnten die „New Energy“-Besucher diesmal ausprobieren. „Die Leute standen Schlange.“ Das Angebot reiche mittlerweile vom Kleinwagen bis zur Luxuskarosse. Mit dem 1088 PS starken „Rimac Concept One“ wurde bei der „New Energy“ ein „grüner E-Gigant der Superlative“ vorgestellt.

„Wir wollen das Niveau halten“, erklärte Peter Becker beim Blick voraus auf die „New Energy 2016“ und plant deshalb erst einmal keine Erweiterung. Eine Messe ist auch abhängig von politischen Unwägbarkeiten – und so begründete der Messe-Chef diese Entscheidung mit „Unsicherheiten“ in der Branche durch Diskussionen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die Auswirkungen des 2012 von dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) initiierten Kürzung der Solarförderung wurden auch bei dieser „New Energy“ sichtbar. Die Branche war mit eher kleineren Ständen vertreten. Vorgestellt wurden unter anderem Photovoltaikanlagen als Unterstützung zur Stromerzeugung für das Eigenheim.

Die Messe ging mit einem besonderen Mann und einer Reise in die Zukunft zu Ende. Unter dem Titel „Intelligent verschwenden“ stellte Prof. Timo Leukefeld, Energie-Botschafter der Bundesregierung – er selbst sieht sich in dieser Rolle als Vermittler zwischen Handwerk und Politik – neue Wege im Umgang mit Energie vor. Dabei baut der studierte Diplom-Ingenieur aus Freiberg, der selbst ohne Heizöl, Strom, Gas und Fernwärme aus dem öffentlichen Netz lebt, auf den „Rohstoff Sonne“. Für den Spezialisten für energetisches Wohnen und seine Mitstreiter sind energieautarke Gebäude, die eine „intelligente Verschwendung“ erlauben, längst keine Utopie mehr. Dabei geht es jedoch nicht um „Robinson-Lösungen“, unterstrich Leukefeld im großen Saal des Nordsee-Congress-Centrums vor zahlreichen Interessierten. Notwendig seien vernetzte Lösungen und eine Zusammenarbeit mit den Energieversorgern, damit Überschüsse aus den privaten Haushalten aufgenommen und zur Stabilisierung der Netze beitragen könnten. Damit rückte der Experte das Thema „Speicherung“ in den Fokus. „Aus einem zentralen muss ein dezentrales System gemacht werden“, legt Timo Leukefeld vor diesem Hintergrund die Aufgabe für Energie-Konzerne und Politik fest.

Für Deutschland müsse nicht von einer „Energiewende“, sondern von einer „Stromwende“ gesprochen werden – denn nur darauf beschränke sich die Entwicklung, obwohl der Stromverbrauch im Gegensatz zur Wärme (mehr als 80 Prozent) nur bei zwei Prozent liege. Leukefeld: „Wir benötigen ein Energiekonzept, das Wärme, Strom, Mobilität, Speicherung und Rohstoffressourcen berücksichtigt und aufeinander abstimmt. Schrittweise erreichen wir so eine intelligente Eigenversorgung aus Quellen, die jedem zugänglich sind – bis hin zur Autarkie.“

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erstellt am 23.Mär.2015 | 07:00 Uhr

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