Husum : Erfolgreiche Staatsgründung

Beim Zoll bekamen die Besucher zuerst ein Visum erteilt, bevor sie das Auenland betreten durften.
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Beim Zoll bekamen die Besucher zuerst ein Visum erteilt, bevor sie das Auenland betreten durften.

Eine Woche lang lebten die Schülerinnen und Schüler der Hermann-Tast-Schule im Auenland, das seine eigenen Gesetze hat.

shz.de von
06. Juli 2018, 10:00 Uhr

Zum dritten Mal führten die Schülerinnen und Schüler der Hermann-Tast-Schule (HTS) in dieser Woche das beliebte Schulprojekt „Schule als Staat“ durch. Nach Plattland und Hermanien gaben sie diesmal ihrem Schulstaat den Namen Auenland.

Schon beim Betreten des Ministaates, der vier Tage alt werden sollte, war es nötig, sich ein Visum zu besorgen und sich in der Wechselstube die Staatswährung, den Auentaler, einzutauschen. „Für unseren Staat ist die Schulaula zum Bundestag umgewandelt worden“, erklärte das Organisationsmitglied Änna Maquardsen. Hier wurden die Gesetze verabschiedet und über die Zukunft des Staates entschieden.

Zahlreiche Gastronomiebetriebe gehörten ebenso zum Auenland wie Handwerksbetriebe, Anwaltskanzleien oder auch Werbeagenturen. Aber auch öffentliche Einrichtungen wie beispielsweise das Finanzamt, die Polizeistation oder auch das Hygieneamt wurden von den Schülern betrieben. Insgesamt gehörten zum Auenland etwa 90 Betriebe und Einrichtungen.

„In diesem Staat wurde ein besonderer Rollentausch vollzogen“, so Maquardsen weiter. „Meine Schülerin ist in der Tourismuszentrale meine Chefin“, berichtete beispielsweise Ilka Vagt. Im Schulalltag unterrichtet sie die Fächer Musik und Sport.

Auch Sabine Jung zeigte sich als Angestellte in der Kunstgalerie begeistert über ihren Chef Marc Dehlert. „Er führt das Unternehmen professionell.“ Im wirklichen Leben unterrichtet sie Kunst und Deutsch und Dehlert gehört zu ihren Schülern. „Dieser Rollentausch hat mir sehr gut getan.“ Gleichzeitig bedauerte sie schmunzelnd, dass sie diese Rolle nicht länger halten könnte.

Die Vorbereitungen für dieses Schulprojekt starteten vor gut einem Jahr. „Die Vorarbeiten sind sehr aufwändig und umfangreich, so dass wir dieses Projekt nur alle drei bis vier Jahre durchführen können“, so das Organisationsmitglied Maquardsen. Während der viertägigen Aktion war das zwölfköpfige Team fast pausenlos im Einsatz.

Ziel des Schulprojektes sei es gewesen, den Schülerinnen und Schülern die wirtschaftlichen Abläufe und das politische System zu erklären. „Die Schüler hatten die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu führen und so die Pflichten als Arbeitgeber und -nehmer kennen zu lernen.

Auch Schulleiterin Renate Christiansen zeigte sich beeindruckt. „Die Schüler haben sich mit diesem Projekt identifiziert und ihre Aufgaben sehr ernst wahrgenommen. Das zeigte sich auch daran, dass ich morgens um sieben Uhr am Zoll kontrolliert worden bin.“

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