Neuer Kurdirektor : Er will Pellworm voranbringen

Kurdirektor Björn Hoppe macht sich auf, um die Attraktivität der Insel zu erhöhen.
Foto:
Kurdirektor Björn Hoppe macht sich auf, um die Attraktivität der Insel zu erhöhen.

Der neue Kurdirektor Björn Hoppe sieht Potenzial in Angeboten wie Wattreiten und Fotografie - und sogar im Sternenhimmel über Pellworm. Zudem soll die medizinische Versorgung dauerhaft gesichert werden.

von
15. Januar 2015, 14:00 Uhr

Das Deutsche Rote Kreuz hilft seit fast 50 Jahren auf Pellworm, schließt seit 1966 Lücken, pflegt Bedürftige und leistet bis an die Belastungsgrenzen der Mitarbeiter krankenpflegerische Unterstützung. Auf der Insel ist die medizinische Versorgung ein brisantes Thema. Daher besuchte vergangenes Jahr Kurdirektor Andreas Kobauer die Vorstellung eines möglichen Ärztekonzepts für die Regionen an der Westküste in Büsum. Seinerzeit begegnete der Kurdirektor Björn Hoppe, Betriebsleiter einer Büsumer Kureinrichtung mit Schwerpunkt Gesundheit. Seit dem 1. Januar ist Hoppe, die ehemalige rechte Hand des Büsumer Bürgermeisters, nun der neue Kurdirektor auf Pellworm.

Björn Hoppe lebt seit 19 Jahren auf Eiderstedt in St. Peter-Ording. Dadurch – dass sich der berufliche Wirkungskreis des gebürtigen Nordhessen nach Pellworm verlagert hat, wird der 46-Jährige hauptsächlich auf der Insel leben. Seine Frau besucht ihn aber in der Woche und seine beiden Kinder (13-jährige Tochter und 17-jähriger Sohn) kommen am Wochenende zur Stippvisite. Der Kontakt mit seinem Vorgänger entstand über das Thema Gesundheit, was für Hoppe in Büsum auch zu seinem täglichen Aufgabengebiet gehörte. Somit ist die medizinische Vorsorge auf der Insel auch sein Steckenpferd. „Mein Ziel ist eine Abdeckung zu 100 Prozent“, benennt der Betriebswirt seinen Ansatz. Ein Punkt der aus seiner Büsumer Erfahrung nur möglich ist, wenn das Gesundheitszentrum mit dem jetztigen Mediziner Dr. Uwe Kurtzke mit ins Boot genommen wird. „Eine Verquickung mit der Klinik könnte die Lösung sein“, informiert der neue Kurdirektor. Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung sollen nähere Aufklärung geben.

Wie schon während der Vorstellung des Ärztekonzepts für die Region in Büsum vermittelt, sieht Hoppe die Nordseeküste als Ganzes. Der ehemalige Betriebsleiter möchte daher die Beziehung zu den Halligen genauso nutzen wie zum Festland oder anderen Inseln wie Föhr und Amrum.

„Es gibt keinen Massentourismus. Aber Pellworm hat viele besondere Nieschen wie Wattreiten, Fotografie oder den Sternenhimmel“, spricht der 46-Jährige Möglichkeiten an. Auch die sogenannte Grüne Energie birgt seiner Ansicht nach Potential für Besichtigungen von Photovoltaik- und Biogas-Anlagen sowie Windmühlen. Die Hochzeiten im Leuchtturm sind für ihn ein Magnet. Der Familienvater sieht dort Einnahmequellen in den Bereichen Schmuck, Essen und Wohnen. „Kuschelig, klein und persönlich geht es auf Pellworm zu. Die Insulaner empfangen Gäste mit offenen Armen“, berichtet der Betriebswirt mit dem Schwerpunkt Barrierefreiheit von seiner eigenen Erfahrung, als er sich 2014 erste Eindrücke von der Insel gemacht hat und zwischenmenschlich auf keine Widerstände stieß.

Mit seinem Team von bis zu 25 Mitarbeitern will Hoppe im Bereich Wellness nachlegen. „Auch die Insulaner müssen Angebote bekommen“, ist ein weiterer Ansatz des Kurdirektors, der auch seine Vorkenntnisse mit einer Parkplatz-Bewirtschaftung und Eventmanagement auf der Insel einbringen will, „um Pellworm bekannter zu machen.“ Was der TV-Moderator Stefan Raab in seiner täglichen Talk-Show eingeleitet hat, will Björn Hoppe nutzen. „Natürlich werden keine Viertelmillion Gäste auf die Insel kommen, die den Hafen-Pub auf Facebook gelikt haben, aber wir sind populärer geworden“, weiß der 46-Jährige aufgrund von telefonischen Nachfragen. Diesen virtuellen Zuwachs möchte der Kurdirektor auf gleichem Terrain begegnen. Für ihn wäre eine freie W-Lan-Zone auf der gesamte Insel ein weiteres Ziel.

Ebenso will Hoppe auch die Barrierefreiheit verbessern. Sein wichtigstes Kriterium ist und bleibt der Tourismus: „Da ist für Pellworm noch Wachstum möglich“, und abschließend schiebt er hinterher – „auch als Mittelzentrum für die Inseln und Halligen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen