Mein Schreibtisch & Ich : Enzo mag es strukturiert – mit Platz für Haftnotizen

Enzo Panozzo.
Enzo Panozzo.

In unserer Schreibtischserie erklärt Speicher-Chef Enzo Panozzo, warum das Chaos überall Platz hat – aber nicht an seinem Arbeitsplatz.

shz.de von
26. Oktober 2018, 15:47 Uhr

Wenn Schreibtische erzählen könnten: Sie schultern Akten, balancieren Familienfotos oder ertragen Schläge, wenn ihre Besitzer sich ärgern. In unserer Serie beschreiben Nordfriesen ihr Verhältnis zu dem Möbel.

Ein pinkes Schwein, das quietschende Geräusche macht. Bilder. Ansichtskarten aus aller Welt. Konzerterinnerungen. Bühnen-Dekoration. Ein Foto von Helge Schneiders Orgel – die Pinnwand hinter Enzo Panozzos Schreibtisch erzählt mit lebhaften Erinnerungsstücken von noch viel lebhafteren Abenden ein paar Stockwerke unter seinem Büro. Doch auf seinem Schreibtisch geht es überraschenderweise alles andere als lebhaft zu. „Das Sternzeichen Jungfrau gilt ja als strukturiert und so ist es auch: Bei mir muss es immer aufgeräumt sein.“ Und tatsächlich sind Telefon, Tastatur und To-do-Liste ordentlich aufgereiht nebeneinander platziert und warten auf ihre Verwendung.

Ob es etwas auf seinem Schreibtisch gibt, ohne das Panozzo seinen Büroalltag nicht bewältigen möchte? „Oh, ich bin ein großer Freund von Haftnotizen“, gesteht der 30-Jährige eine besondere Vorliebe. Auf ihnen ließen sich alle spontanen Einfälle sofort festhalten und für den Tag sichern. Auf dem fast klinisch aufgeräumten Schreibtisch fällt zudem eine prall gefüllte Blechdose mit Stiften ins Auge. Auch hier wird nichts dem Zufall überlassen, längst nicht jeder Stift darf auf den Schreibtisch. Ein Stempel, Textmarker und Fineliner dürfen ebenso wenig fehlen. Die passen außerdem so gut zu den Haftnotizen. Privates, etwa ein Foto von seiner Frau, sucht man auf seinem Schreibtisch vergeblich. „Ich finde, das gehört einfach nicht hierher, schließlich ist es ein Arbeitsplatz.“ Jedoch ein Arbeitsplatz mit besonderem Reiz, denn vom Stuhl aus lässt sich ohne Probleme der Ausblick auf den Husumer Hafen genießen, von dem leise Geräusche von flanierenden Menschen und der frische Nordseewind hereingetragen werden. „Viele, die zu mir kommen, stehen erst einmal ein paar Minuten am Fenster und genießen die Aussicht“, sagt er. Dafür ist es im Sommer sehr heiß. Und das kann er genauso wenig ausstehen wie Unordnung. „Dennoch ist es für mich einer der schönsten Arbeitsplätze in Husum.“

Und dann hat sich doch noch ein kleines Detail auf den Schreibtisch geschummelt, das ein bisschen etwas über Panozzos Beruf verrät: Ein kleines silbernes Döschen mit Schutzfarbe für die Bühne. Das nimmt Panozzo schnell in die Hand – und sieht sich suchend nach einem geeigneteren Platz um.

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