"Schimmelreiter-Session" : Entspannt zuhören und Theodor Storm genießen

Nino Moritz überzeugt als Vorleser. Foto:  aco
Nino Moritz überzeugt als Vorleser. Foto: aco

Nino Moritz, Lehrer für Deutsch und Philosophie an der Hermann-Tast-Schule, liest Storm-Novellen.

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26. April 2013, 09:02 Uhr

Husum | Mit der "Schimmelreiter-Session" hat im 125. Todesjahr von Theodor Storm ein neues Veranstaltungsformat ins Storm-Haus Einzug gehalten. An sechs Abenden zwischen April und Juni liest Nino Moritz, Lehrer für Deutsch und Philosophie an der Hermann-Tast-Schule, fortlaufend eine Storm-Novelle. Begonnen wurde, wie er sagte, mit "dem Klassiker unter Storms Novellen, dem Schimmelreiter".

Mit viel Hingabe nahm Moritz seine Zuhörer mit an den Deich und begleitete den heranwachsenden Hauke Haien, der den Angorakater der alten Trien Jans erschlägt und dann beschließt, sich bei dem Deichgrafen Tede Volkerts um die Stelle des Kleinknechts zu bewerben. Überzeugend setzte Moritz seine sonore Stimme ein, um die unterschiedlichen Charaktere aufleben zu lassen. Dafür erntete er aus den Reihen der Besucher viel Lob. Der einzelne war allein mit der Stimme des Vorlesenden, seiner Fantasie und dem Glockenspiel der Standuhr im Flur des Storm-Hauses. Das hätte dem Dichter gewiss ein großes Vergnügen bereitet. Denn nachweislich praktizierte Storm das gemeinsame Lesen und Vorlesen als selbstverständlichen Bestandteil seines Alltags.

Im Mittelpunkt der "Schimmelreiter-Session" steht der Genuss des ungekürzten Novellentextes, nicht die kompakte Darbietung der Handlung. Das bekräftigten Nino Moritz und Dr. Christian Demandt, der Leiter des Storm-Zentrums. Sie luden ein, sich durch das Zuhören in den Bann schlagen zu lassen. "Ich werde jedes Mal die vorhergegangene Lesung kurz rekapitulieren, damit jeder sofort in die Geschichte einsteigen kann, unabhängig davon, ob und wie oft er die Lesung besuchen kann und mag", machte Moritz seinem Publikum Mut, sich entspannt und ohne Termindruck auf Literatur einzulassen. Dieser Zielsetzung entsprechend ist die einzelne Lesung jeweils auf eine Dauer von 50 Minuten angelegt. "Sie soll kein abendfüllendes Programm darstellen, sondern eher einen literarischen Auftakt mit Storm zum Wochenende", so Demandt. Fortsetzungen folgen heute sowie am 3., 17., und 24. Mai und am

7. Juni - jeweils ab 19.30 Uhr.

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