Engagement für ein altes Haus gewürdigt

Das Ehepaar Reinecke renovierte sein Haus mit viel Liebe zum Detail.  Foto: lok
Das Ehepaar Reinecke renovierte sein Haus mit viel Liebe zum Detail. Foto: lok

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06. November 2011, 06:10 Uhr

Friedrichstadt | 1929 haben ihre Eltern das Haus in der Westerhafenstraße 17 aus der Gründerzeit Friedrich stadts angemietet, 1949 dann gekauft. Die vergangenen zwei Jahre waren Linde und Cord Reinecke damit beschäftigt, möglichst viel alte Bausubstanz zu retten und sanierten das alte Haus aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit viel Eigenarbeit und Liebe zum Detail. Diese gewiss nicht einfache Arbeit und ihr Ergebnis honorierte der Förderverein Landschaft Stapelholm mit dem von ihm erstmals vergebenen Baukulturpreis. In einer Feierstunde in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge übergab der Vorsitzende des Vereins, Arno Vorpahl, Urkunde und Plakette. Zuvor hatte Stadthistoriker Nils Clausen die Baugeschichte der Stadt skizziert und auf viele Details an den Häusern aufmerksam gemacht.

Die Reineckes fanden unter Wandverkleidungen noch Delfter Fliesen, legten die Dielen im ersten Stock frei, die nach Aufarbeitung und Befreiung von Linoleum und Farbresten wieder wie im Jahr 1650 glänzen. Zur Annäherung an die alten Zustände sind die beiden auch durch Museen gereist, haben alte Kacheln fotografiert, deren Motive Linde Reinecke mit kunstfertiger Hand daheim auf neuen Kacheln nacharbeitete, die ihr Mann im eigenen Brennofen brannte. Jetzt zieren sie den Eingangsbereich mit farbigen Blumen- und Tierornamenten oder Küche und Badezimmer mit den bekannten kleinflächigen blauen Bildern aus vergangenen Jahrhunderten. Das Ehepaar hat einen gelungenen Kompromiss zwischen dem Alten und modernen Erfordernissen gefunden, der die Entscheidung der Jury verständlich macht, gerade dieses Haus auszuzeichnen.

Der Preis wird in zweijährigem Rhythmus verliehen, Vorschläge können jederzeit beim Verein eingereicht werden.

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