Entlastung der Gemeindekassen : Energie-Management lohnt sich

LED-Straßenlaternen  haben einigen Gemeinden geholfen, Strom zu sparen.
LED-Straßenlaternen haben einigen Gemeinden geholfen, Strom zu sparen.

Die 27 Gemeinden im Amt Nordsee-Treene haben in zwei Jahren durch das Energie-Management gut 92.000 Euro gespart. Besonders der Einsatz von LED-Straßenlaternen hat die Gemeindekassen ganz erheblich entlastet.

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20. November 2013, 12:00 Uhr

Vor drei Jahren begann die Erfolgsstory mit einem Eklat im Amtsausschuss des Amtes Nordsee-Treene. In der damaligen Zusammenkunft des Gremiums in Simonsberg sorgte das Protokoll des Finanzausschusses für heftigen Ärger. Darin hieß es nämlich, dass eine halbe Stelle für einen Energieberater geschaffen werden sollte. Südermarschs Bürgermeister Karl-Jochen Maas wollte wissen, warum dieser Beschluss durch die Hintertür vom Amt umgesetzt werden sollte. Auch Mildstedts damaliger Bürgermeister Klaus Hinrichs forderte verärgert eine Klärung. Der damalige Vertreter der Wirtschaft im Amtsbereich, Maik Schultze, kritisierte den Beschluss des Finanzausschusses und sagte: „Wir haben im Amtsbezirk 36 Unternehmen, die Energieberatung machen. Wir brauchen dafür keine eigene teure Verwaltungsstelle im Amt.“

Nachdem sich die Wogen geglättet hatten, wurde schließlich doch eine halbe Stelle geschaffen, allerdings gehört das Themenfeld Energie nur zu einem Teil zu den Aufgaben. Doch offensichtlich hat sich das Energiemanagement gelohnt. In der jüngsten Zusammenkunft des Amtsausschusses wurden erste Zahlen vorgelegt. Demnach konnten gegenüber dem Jahr 2011 im Bereich Energie von allen 27 Gemeinden zusammen genau 92.142 Euro eingespart werden. Diese positive Bilanz ließ das Gremium nicht zögern, der Verlängerung des Energiemanagement zuzustimmen. Energieberater-Initiator Wolfgang Schäfer vom Amt: „Ich bin stolz, mit so einem Erfolg konnte niemand rechnen.“

Aufgedröselt nach den einzelnen Posten ergibt sich durch das Energiecontroling bei den 199 Stromanschlüssen der kommunalen Liegenschaften eine Einsparung von 25.080 Euro, bei den Erdgasanschlüssen von 31.900, bei den Flüssiggasanschlüssen von 892 Euro, bei den Heizöltanks von 11.770 Euro, bei Fernwärmeanschlüssen von 4290 Euro, bei den Wasser- und Abwasseranschlüssen von 11.700 Euro und bei der Straßenbeleuchtung von 6510 Euro.

Extrem auffallend allerdings, dass in einigen Gemeinden nach Einführung der LED-Laternen und der damit verbundenen neuen Schalttechnik teilweise extreme Einsparungen zu verzeichnen sind. So fällt die Stromrechnung in Arlewatt von 2670 Euro im Jahr 2011 auf nunmehr 1068 Euro in 2014, in Drage von 2663 auf 1065 Euro, in Fresendelf von 2633 auf 1053 Euro. In Hattstedt freut sich der Kämmerer darüber, dass von 14 303 Euro jetzt nur noch 5721 Euro übrig bleiben. Auch Horstedt ist zufrieden, von 4564 Euro sinkt die Stromrechnung auf 1825 Euro und in Koldenbüttel von 9262 auf 3705 Euro. Ordentliche Einsparungen werden auch auf Nordstrand erzielt. Von 11.753 bleiben nur 4701 Euro übrig, und auch Olderup reduzierte die Rechnung von 2657 auf 1062 Euro. Die Hände reiben kann sich auch die Gemeinde Rantrum. Mussten im Jahr 2011 noch 19 512 Euro Stromkosten für die Straßenbeleuchtung berappt werden, sind es 2014 nur noch 7805 Euro. Auch Seeth spart ordentlich, von 7817 Euro bleiben künftig nur noch 3126 Euro.

Trotz dieser Erfolge ist das Amt noch nicht so ganz mit den Gemeinden zufrieden, denn von 17 Prozent der kommunalen Objekte liegen schon seit längerem keine Zahlen mehr vor und können daher auch nicht mit berücksichtigt werden. Von 38 Prozent wird hingegen monatlich abgelesen, allerdings mit fallender Tendenz, wie das Amt beklagt. 18 Prozent werden nur quartalsweise erfasst, doch auch hier stellt die Verwaltung die fallende Tendenz fest. Schließlich werden 27 Prozent jährlich abgelesen.

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