zur Navigation springen

Auszeichnungen für Pellworm : Energie intelligent genutzt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf Pellworm wird drei Mal mehr Strom produziert als die 1200 Insulaner verbrauchen. Die Energie wird intelligent gespeichert und genutzt – ein mehrfach ausgezeichnetes Projekt.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 17:58 Uhr

Schon wieder ein Preis: Nachdem das auf der Insel Pellworm betriebene erste intelligente Stromnetz in Norddeutschland bereits im Vorjahr den Umweltpreis der schleswig-holsteinischen Wirtschaft und einen begehrten Innovationspreis der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ erhalten hatte, gab es jetzt die nächste Auszeichnung. Die zur Hansewerk-Gruppe gehörende Schleswig-Holstein-Netz hat mit dem Innovationsprojekt Smart-Region Pellworm den German Renewables Award 2015 in der Kategorie „Projekt des Jahres“ gewonnen.

„Die Hansewerk AG und die Schleswig-Holstein Netz GmbH haben über Jahrzehnte auf der Nordseeinsel ein Versorgungssystem geschaffen, das sich durch einen hohen Einsatz erneuerbarer Energien auszeichnet“, heißt es in der Urteilsbegründung.
„Was heute auf Pellworm bereits in kleinem Maßstab realisiert wird, trägt dazu bei, die alten Abhängigkeiten der neuen Energiewelt zu reduzieren und durch Kopplung von Energieerzeugung und -verbrauch die erneuerbaren Energien besser zu nutzen. Wir freuen uns daher sehr über diese Auszeichnung, die für uns Bestätigung und Ansporn zugleich ist“, sagte Udo Bottländer, Vorstand der Hansewerk-Gruppe, bei der Preisverleihung.

Erneuerbare Energien, intelligente Speicher und ein innovatives Energiemanagementsystem zeichnen das Projekt auf Pellworm aus: „Leistungsstarke Batterien, Haushaltsspeicher, Elektrospeicherheizungen sowie Elektroautos ermöglichen das lokale Speichern von regenerativ erzeugtem Strom. „So brennt das Licht auch dann noch, wenn sich die Mühlen bei Flaute mal nicht drehen“, so Dieter Haack, Leiter des Projektes und der Leiter Verteilnetze-West.

Das Hybridkraftwerk auf Pellworm sowie die vorhandenen Windräder und Photovoltaikanlagen produzieren demnach bei optimalen Verhältnissen drei Mal mehr Strom als die 1200 Insulaner verbrauchen. Sind die Speicher voll, wird die überschüssige Energie über zwei Seekabel ins Netz auf dem Festland eingespeist. Ferner wird der Datenaustausch zwischen den Stromanschlüssen und den Erzeugungsanlagen auf der Insel erprobt und weiterentwickelt. Ziel ist es, gleich mehrere Herausforderungen der Energiewende anzugehen: die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien sowie deren bessere Verwertung vor Ort.

Die Schleswig-Holstein Netz AG (600 Mitarbeiter) betreibt Strom- und Gasleitungen in rund 1000 Kommunen in Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren rund 33  000 Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien an seine Netze angeschlossen. 220 schleswig-holsteinischen Kommunen sind direkte Aktionäre, die elf Kreise im Land sind wiederum an der Muttergesellschaft Hansewerk beteiligt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen