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Breitere Straße : Endlich Platz für Rettungswagen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Friedrichstädter Altstadt wird die Kirchenstraße verbreitert. Anlieger können nach Ende der Baumaßnahmen wieder vor ihren Häusern parken. Dann gibt es auch keine Probleme mehr für die Rettungsfahrzeuge.

In Friedrichstadt gab es vor fünf Jahren einen Aufschrei der Rettungsdienste. In den kleinen, sehr engen Gassen der Altstadt blieben deren Fahrzeuge während eines Einsatzes nämlich regelrecht stecken. Niemand kam zu Schaden, aber die Stadt, beziehungsweise die Amtsverwaltung, zog die Konsequenzen.

Zufällig waren der damalige Bürgermeister und der heutige Wehrführer Birger Thomsen Zeuge des Vorfalls in der Kirchenstraße, mitten in der historischen Altstadt. Ein Rettungswagen konnte nicht in die Straße hineinfahren, da dann die Sanitäter wegen der dicht auf beiden Seiten geparkten Autos nicht hätten aussteigen können.

Also blieb der Einsatzwagen an der Einmündung Kirchenstraße/Prinzeßstraße stehen, die Ersthelfer nahmen ihre Geräte auf die Schultern und eilten zu Fuß auf dem Bürgersteig zum eigentlichen Ort des Geschehens, einem Wohnhaus in der Kirchenstraße. Schließlich musste der Patient, ein kleines Kind, rund 50 Meter getragen werden, ehe es in den Rettungswagen eingeladen werden konnte.

Daraufhin wurde nach längeren Debatten in den städtischen Gremien das Parken im Bereich der Kreuzungen gänzlich verboten. Beispielsweise in der Kirchenstraße, in der an beiden Fahrbahnseiten Fahrzeuge abgestellt werden durften, wurde ein einseitiges Halteverbot verhängt. Die Sofortmaßnahme hat zumindest dazu geführt, dass die Feuerwehr mit ihren Einsatzfahrzeugen, aber auch die breiten Rettungswagen, die engen Straßen wieder passieren können – und die Besatzungen das Fahrzeug auch verlassen können. Obwohl, wie Wehrführer Birger Thomsen immer wieder feststellte, es teilweise dennoch auch an anderen Stellen im Stadtzentrum doch sehr eng sei. So müsse beispielsweise die Drehleiter durch seitliche Stützen abgesichert werden. Die könnten aber nicht in allen Altstadt-Straßen ohne jedes Problem ausgefahren werden.

Das an vielen Stellen verhängte einseitige Halteverbot hat aber viele Anlieger verärgert. Denn zumindest in der touristischen Hochsaison ist für sie so gut wie kein Parkplatz mehr in der Nähe ihrer Häuser zu bekommen. Verkehrsanalysen haben dies bestätigt und gezeigt, dass zwar die Großparkplätze rund um die Innenstadt gut angenommen werden, viele Tagesgäste aber dennoch mit ihren Autos mitten in der Stadt parken. Versuche, eine Anliegerparkregelung in Friedrichstadt einzuführen, sind bislang gescheitert. Viele Vermieter hatten Angst, dass ihre Gäste wegbleiben, wenn diese keinen Parkplatz vor dem Haus finden. Also entwickelte der Bauausschuss der Stadt einen Plan, möglichst kostengünstig und vor allem auch so viele neue Parkplätze wie möglich in der Altstadt zu schaffen.

Der erste Teil des Planes wurde jetzt in der Kirchenstraße umgesetzt. Der Fußsteig im nördlichen Bereich ist mittlerweile schon erheblich schmaler, aber noch breit genug für Kinderwagen oder Rollstühle. Der so gewonnene Streifen wurde der Fahrbahn zugeschlagen, so dass nun in diesem Abschnitt bald wieder beidseitig geparkt werden kann. Die Anlieger können sich über neun neue Stellplätze für Autos freuen. Die gesamte Maßnahme, einschließlich der noch ausstehenden Teilsanierung der Schmiedestraße, dürfte rund 120 000 Euro kosten.

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erstellt am 19.Nov.2014 | 14:00 Uhr

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