Husums neuer Messe-Chef : Endlich in der ersten Reihe

Gestalten ist genau sein Ding: Arne Petersen an seinem neuen Arbeitsplatz.
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Gestalten ist genau sein Ding: Arne Petersen an seinem neuen Arbeitsplatz.

Von Salzburg über Hannover und Köln nach Husum: Der neue Messe-Chef Arne Petersen bringt eine Menge Erfahrung mit.

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13. Januar 2018, 16:30 Uhr

„Lieber der Erste hier als der Zweite in Rom!“ Ein Credo, das der große Cäsar einst beim Anblick einer kleinen Stadt in den Alpen in die antike Welt setzte. Doch was hat diese biografische Überlieferung des griechischen Schriftstellers Plutarch mit dem neuen Geschäftsführer der Messe Husum & Congress zu tun? „Lieber die Nummer Eins im kleinen Dorfe als die Nummer Zwei in der großen Stadt“ – diesen Rat habe ihm sein Schwiegervater gegeben, als sich Arne Petersen entscheiden musste, vom Rhein an die Nordsee zu wechseln.

Er, der dreieinhalb Jahre lang im Management der Koelnmesse Events von Weltrang mitgestemmt hat, stand im vergangenen Sommer, als ihn ein branchenüblicher Headhunter ansprach, vor der Wahl: Wollte er in der Dom-Stadt im zweiten Glied bleiben oder in der Storm-Stadt Geschäftsführer werden? „Meine erste Reaktion war: Das klingt toll“, erzählt der Nachfolger von Peter Becker, der die Messe Husum & Congress sieben Jahre lang geleitet hat.

Nun ist Nordfrieslands Kreisstadt zwar kein Dorf, aber doch um einiges beschaulicher als die Karnevals-Hochburg in Nordrhein-Westfalen. Freunde und Mentoren, die bislang seinen beruflichen Weg begleiteten, rieten dem 46-Jährigen zu der Luftveränderung – nicht nur die Familie. Das kaiserliche Zitat hält der gebürtige Hamburger denn auch für treffend: „Das entspricht ganz meinem Naturell und dem Wunsch zu gestalten.“ Das schöne Wetter bei dem einen oder anderen Vorstellungstreffen mit dem Aufsichtsrat der Messegesellschaft in Husum tat ein Übriges.

Apropos Wetter: Als sich Petersen im vergangenen September ein persönliches Bild von der alle zwei Jahre in Husum organisierten Windmesse machte, fegte gerade der Orkan „Sebastian“ übers Land. Klar, von der Leitmesse der Windindustrie für den deutschsprachigen Raum hatte er vorher schon gehört – und natürlich auch vom „Streit mit Hamburg“, der längst in eine wohlwollende Partnerschaft mit Synergie-Effekten aufgegangen ist: An der Elbe richtet man seit 2014 in den geraden Jahren den internationalen Branchentreff aus.

Petersen bringt jede Menge Erfahrung mit an seinen neuen Arbeitsplatz. Vor seiner Tätigkeit als für renommierte Möbelschauen zuständiger Geschäftsbereichsleiter Messemanagement in Köln arbeitete er für die Deutsche Messe in Hannover. Und davor wiederrum vier Jahre bei der Reed Exhibitions Messe in Salzburg.

Nahe der niedersächsischen Landeshauptstadt lebt auch noch die Familie: seine Frau – von Beruf Schulleiterin – nebst achtjährigem Sohn und fünfjähriger Tochter. Schon in seiner Kölner Zeit zog es Petersen jedes Wochenende zu seinen Lieben. So hält er es jetzt auch in Husum. Das mag zwar durchaus abträglich fürs Familienleben klingen, birgt nach Ansicht des Messe-Chefs aber einen großen Vorteil: „So kann ich mich uneingeschränkt auf meinen Job konzentrieren und muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich abends bis neun am Schreibtisch sitze.“

Dort arbeitet Petersen, der mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet ist, an großen Zielen. Die sind natürlich knapp zwei Wochen nach Amtsantritt noch nicht reif, an die große Glocke gehängt zu werden. Nur so viel: „Hier geht mehr als nur Wind- und Gastronomie-Messe.“ Als kleiner Kongress-Veranstalter könne man in Husum mit einer Erfolg versprechenden Kombination aufwarten: eine multifunktionale Halle und attraktive Veranstaltungen. „In der Vermarktung ist noch Luft nach oben“, hat Petersen jetzt schon erkannt.

Und auch in Sachen Digitalisierung, die in allen Bereichen immer wichtiger werde. Bei großen und damit eher schwerfälligen Messegesellschaften wie in Köln „sind da schon mal schnell ein paar Millionen Euro verbrannt“, bevor auf dieser Ebene etwas passiere. Die Messe Husum & Congress hält der Geschäftsführer dagegen für „ein Schnellboot“ – eines, das er sich bei der Digitalisierung gut als Vorbild vorstellen kann.

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