Tönning : Ende einer Zitterpartie

Der neue zweite Vorsitzende Alexander Mansell (li.) freut sich auf die Herausforderung, Klaus-Dieter Mai ist erleichtert.
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Der neue zweite Vorsitzende Alexander Mansell (li.) freut sich auf die Herausforderung, Klaus-Dieter Mai ist erleichtert.

Der Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte drohte die Auflösung – bei der jüngsten Versammlung kam die überraschende Wende.

shz.de von
12. März 2018, 10:00 Uhr

„Die Kuh ist vom Eis. Es kann mit neuem Schwung weitergehen“, stellte der Vorsitzende der Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte, Klaus-Dieter Mai, am Ende der Mitgliederversammlung im Lokal „Zum Goldenen Anker“ sichtlich erleichtert fest. Wie berichtet ging es um Fortbestand oder Auflösung, nachdem drei entscheidende Vorstandsposten, nämlich die des zweiten Vorsitzenden und zugleich Geschäftsführers, bisher Michael Sinnhold, der Schatzmeisterin, bislang Bärbel Krieg, sowie eines Beisitzers als Ausstellungsleitung, bisher Fred Steen, neu zu besetzen waren.

Die überraschende Wende kam allerdings erst, nachdem der Vereins-Chef schon nach ergebnisloser Frage in die Runde nach Nachfolgern, die Feststellung getroffen hatte, dass man sich nun mit der Auflösung des Vereins befassen müsse. Den entscheidenden Impuls gab Mitglied Professor Dr. Waltraut Kokot mit der Frage, ob sich denn nicht der Beisitzerposten genauso gut durch eine Arbeitsgruppe ersetzen ließe. Sie selbst würde gern mitarbeiten und die nicht anwesende Heike Pauls wäre auch mit im Boot. Die dritte im Bunde, Rebecca Mansel, die als Gast dabei war, signalisierte, dass sie Interesse an der Mitarbeit habe. Ein Vereinsbeitritt sei nicht das Problem. Einen weiteren Denk-Anstoß gab Mitglied und Pastorin Gisela Mester-Römmer: „Was würde mit der Ausstellung im Packhaus passieren, wenn wir uns auflösen würden? Das können und wollen wir uns doch wohl nicht antun.“ Sie selbst habe einmal in ihrem Leben die Kasse geführt und würde sich die Kassenführung insbesondere im Hinblick auf das drohende Aus zutrauen.

So als hätte sie damit eine letzte Blockade gelöst, meldete sich – ebenfalls Gast – Alexander Mansel zu Wort. Er sei studierter Historiker und habe nie etwas mit Geschäftsführung zu tun gehabt, würde aber bei entsprechender Unterstützung vom ausscheidenden zweiten Vorsitzenden Sinnhold in die Bresche springen. Auch er würde dem Verein beitreten und wäre froh, wenn er weiter existent bliebe. Für Tönning sei das wichtig.

So wählten die Mitglieder jeweils einstimmig Mansel zum neuen Geschäftsführer und zweiten Vorsitzenden, zur neuen Schatzmeisterin Gisela Mester-Römmer sowie statt eines Beisitzerpostens die Arbeitsgruppe Ausstellung, die sich auch um die Mitteilungshefte kümmern soll, mit Professor Dr. Waltraut Kokot, Heike Pauls und Rebecca Mansel.

Nach dem Ende der Zitterpartie gab es von Mitglied Peter Krüger die Anregung, von Seiten des Vereins etwas für die Innenstadtbelebung zu tun. „Wie wäre es, wenn wir den Standort unserer Ausstellung vom Packhaus direkt in die Innenstadt verlegen“, schlug er vor. Er wisse, dass viele Urlaubsgäste den Weg zum Packhaus scheuten, um die Ausstellung zu besichtigen. Kürzere Wege im Zentrum wären also von Vorteil. Die Runde war sich einig, dass der Vorstand den Punkt auf die Agenda setzt. Auch soll überprüft werden, ob dann nicht auch wieder längere Öffnungszeiten – nicht nur am Wochenende – möglich sind.

Mai konnte vermelden, dass die finanzielle Talfahrt der vergangenen Jahre vorbei sei. Allein die Umstellung der Betreuung der Ausstellung durch ehrenamtliche Kräfte statt einer 450-Euro-Kraft, habe zu erheblichen Einsparungen geführt, nicht minder die Reduzierung von Fotos im Mitteilungsblatt. 114 Mitglieder zählt der Verein derzeit. 1160 Besucher haben 2017 die Ausstellung besucht. Das Stelen-Projekt der Künstlerin Linda Hamkens ist ebenfalls unter der Trägerschaft des Vereins.

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