Bücher ohne Grenzen : Empfang mit offenen Armen

Lust auf Schmökern? Bei der Menge an Lesestoff findet jeder etwas für seinen Geschmack. Foto: kon
Lust auf Schmökern? Bei der Menge an Lesestoff findet jeder etwas für seinen Geschmack. Foto: kon

Bücher ohne Grenzen ab sofort in Ladelund.

shz.de von
08. April 2013, 08:42 Uhr

Ladelund | Bücher ohne Grenzen (B.O.G. ) ist umgezogen und ab sofort in Ladelund zu finden. Das ist in jeder Hinsicht ein Glücksfall, da dem Buchladen in Aventoft, in dem der Kunde gut erhaltene gebrauchte Bücher erstehen konnte, vom Hausbesitzer gekündigt wurde und sich der Verein obendrein aufzulösen drohte. Die Vorsitzende Ulla Pieper war aus persönlichen Gründen zurückgetreten und mit ihr auch die beiden weiteren Vorstandsmitglieder. Es fand sich zunächst kein neuer Vorstand (wir berichteten). Der Rücktritt der Vereinsspitze, die Finissage bei "haw" und die Kündigung aller Räume per 1. März diesen Jahres bedeuteten das Ende des Aventofter Buchdorfes. Doch es sollte nicht alles umsonst gewesen sein, beschlossen Gyde und Jens Köster sowie Jürgen Walch. Die drei Braderuper übernahmen den Vorsitz und die Verantwortung und führen nun den Verein mit Buchladen im Haus von Schlachter Hansen in der Dorfstraße in Ladelund weiter.

Die Licht durchfluteten großzügigen Ladenräume mit angrenzendem Lager und Veranstaltungsraum, zu dem eine Treppe im Laden in die obere Etage führt, stießen bei den vielen Besuchern zur Einweihungsfeier, die von Ralf Himmel musikalisch umrahmt wurde, auf Begeisterung. Vereinsvorsitzende Gyde Köster erinnerte an die Anfänge von B.O.G. vor acht Jahren, als Ulla Pieper und sieben weitere Mitstreiter mit der Gründungsversammlung und einer Menge Herzblut begannen, die Buchdorf-Idee in Aventoft umzusetzen und Tondern mit ins Boot zu holen. Buchdörfer gibt es zwar überall auf der Welt, aber ein grenzüberschreitendes Buchdorf war etwas Neues.

Ulla Pieper steckte ihre ganze Energie in die Verwirklichung ihres Projektes und verstand es, ihre Mitmenschen mit ihrer Liebe zum Buch zu begeistern. Der Verein B.O.G. wuchs. Im Aventofter "Kulturviertel" gründete sich die Galerie "haw" (Høyer - Amt Wiedingharde) gleich neben dem Buchladen, in der viele bekannte Künstler ausstellten. Die Galerie löste sich bereits im vergangenen Jahr auf. Ulla Pieper richtete gegenüber ihr Antiquariat ein, in dem der Verein Kulturveranstaltungen anbot, die auf großes Interesse in der Bevölkerung stießen und schon bald kein Geheimtipp mehr waren. In diesen Räumen werden künftig Lebensmittel und keine alten Bücher mehr feil geboten. Die Aventofter Buchdorf-Idee befand sich etliche Blütejahre lang auf Erfolgskurs und erfuhr mit der Verleihung des Preises der Akademie für ländliche Räume ihren Höhepunkt.

Der Umzug nach Ladelund bedeutete für das Vorstandstrio und seine Helfer eine Menge Arbeit. Über 30 Tonnen Bücher mussten bewegt und einsortiert werden. Noch stehen Kartons voller Lesestoff im Lager, der gesichtet und platziert werden muss. "Unser Ziel ist es, uns in unserem neuen Umfeld zu verankern, mit den übrigen Institutionen zusammen zu arbeiten, Außenstellen zu gründen und neue Vereinsmitglieder und Kunden zu werben", schaute Köster in die Zukunft.

Der Ladelunder Bürgermeister Rüdiger Brümmer empfing Verein und Buchladen mit offenen Armen. Er freue sich, wie er sagte, "über den Neuzugang" in seiner Gemeinde.

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