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Winnert und Wittbek : Eltern sauer: Kein Kinderbus mehr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kinder aus Winnert und Wittbek müssen ab Montag (24. Februar) mit normalen Schulbussen zum Kindergarten nach Ostenfeld fahren. Am Donnerstag (19. Februar) wurden die Eltern darüber informiert, doch mit ihnen hat niemand im Vorwege gesprochen.

Die jungen Mütter Rita Bender, Tina Hinz, Tabea Stange und Bianca Ross aus Winnert verstehen die Welt nicht mehr. Ohne jede Rücksprache mit ihnen wurde nämlich von Seiten der Gemeinde der Kindergartenbus abgeschafft. „Man hätte doch im Vorwege mit uns darüber sprechen, die Elternschaft der Fahrkinder informieren und gemeinsam nach Lösungen suchen können“, beklagt Rita Bender. Mit Datum von Donnerstag (19. Februar) wurde sie darüber informiert, dass von Montag (24. Februar) an nicht mehr der Extra-Kleinbus für die Kindergartenkinder fährt. Ab Montag heißt es nun für die Kleinsten: Ab in den Schulbus, der von Schülern bis zur neunten Jahrgangsstufe genutzt wird. Betroffen davon sind die Kiga-Kinder aus Winnert und Wittbek, die den Hort im benachbarten Ostenfeld besuchen.

Nach Informationen der vier Frauen soll sich eine Mutter aus dem Ort darüber beklagt haben, dass die Kleinen, die den Extrabus nutzen, erst um 8.15 Uhr im Kindergarten ankommen, dann aber auch schon wieder vor der offiziellen Schließung losfahren, da sie etwa gegen 11.45 Uhr in Winnert ankommen. Da der Kindergarten aber für die Betreuungszeit von 7.30 bis 12.30 Uhr bezahlt wird, habe sie um eine Ermässigung nachgesucht. Andere Gründe sind Rita Bender, Tabea Stange, Tina Hinz und Bianca Ross nicht bekannt.

Die vier Frauen machen sich Sorgen. „Man weiß doch, was so in den Schulbussen abgeht“, sagt Rita Bender. Dabei verweist sie auf ihren Sohn Silas, der die zweite Klasse der Otto-Thiesen-Schule besucht und schon erste negative Schulbuserfahrungen gesammelt hat. „Die Kita-Kinder sind aber noch kleiner, wie sollen die sich durchsetzen?“ Hinzu komme, dass sich die Lütten immer wieder an neue Gesichter gewöhnen müssen, denn die Schulbusfahrer wechseln, während ihr eigener Busfahrer eine feste Größe sei, den kennen sie, dem vertrauen sie. Der rufe nämlich durchaus schon mal bei den Eltern an, wenn es zu Verzögerungen komme, nimmt auch die Kleinen wieder mit nach Ostenfeld, wenn sie aus irgend einem Grund nicht abgeholt werden. „Das alles entfällt bei der neuen Regelung mit dem Schulbus, die Kinder sind die Leidtragenden“, sagt Tina Hinz.

Jutta Rese, Bürgermeisterin von Winnert, sieht rein organisatorische Gründe für die Abschaffung des Busses. „Die Kinder werden nicht einmal vier Stunden betreut. Bei der neuen Regelung fahren sie erst nach 12 Uhr in Ostenfeld wieder los, so dass sie mindesten vier Stunden betreut werden.“ Gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus Ostenfeld und Wittbek habe sie lange an einer Lösung getüftelt und findet die jetzt gefundenen Lösung sehr gut. Dass die Extra-Touren die Gemeindekasse mit jährlich rund 12.000 Euro belasten, sei kein Grund für die Änderung gewesen, unterstreicht sie. Man habe erreichen wollen, dass die Kleinen eine möglichst lange Betreuungszeit genießen können. Probleme sehe sie nicht, denn Kinder der Ostenfelder Schule sollen für die Kleinen als Paten fungieren, zudem solle dafür gesorgt werden, dass der Schulbus immer nur im Beisein eines Lehrers bestiegen werden darf.

Die Winnerter Mütter hingegen erreichte nun die Information, dass am Donnerstag (27. Februar) die drei Bürgermeister gemeinsam mit den Fahr-Eltern im Kindergarten zusammenkommen wollen. „Das hätte man auch früher machen können“, beklagt Rita Bender. „Wir wissen, dass wir keinen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenbus haben, aber bisher dachten wir immer, das sich Gemeinden über junge Eltern freuen.“

 

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erstellt am 22.Feb.2014 | 07:00 Uhr

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