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Modellbauer in Aktion : Eisenbahn-Romantik steckt an

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine große Modell-Anlage begeistert die Besucher im Gemeindezentrum in St. Peter-Ording: Sie weckt den Spieltrieb.

Als die große Modelleisenbahn-Anlage der Spur null von Märklin – Maßstab 1 zu 45 – im Saal des evangelischen Gemeindezentrums in St. Peter-Ording aufgebaut wurde, spürte jeder – trotz der zwölf Stunden Aufbauzeit – die Begeisterung. Den Enthusiasmus haben sich der Niebüller Jürgen Rohloff, die Rendsburger Wilhelm Seehase, Cay Klein und Heinrich Möller sowie Ernst Warnke aus Delmenhorst aus ihrer Kinderzeit bewahrt. Unterstützt wurden sie vom ehemaligen Berliner Ulrich Reuter, der seit einigen Jahren in Böhl wohnt. Später unterstützte die Modellbauer zudem noch Jürgen Glienecke aus Rendsburg. Ihr Berufsleben haben die Senioren längst hinter sich, aber ihre Spielleidenschaft ist geblieben. Das offenbarte sich explosionsartig, als die ersten Interessierten kamen. Zu Stoßzeiten war es am Wochenende richtig voll.

Von vier Stellwerken an den Ecken der zu einer großen rechteckigen Fläche mit Mittelöffnung zusammengestellten Tische wurden die verschiedenen Züge auf die Fahrt geschickt. Alsbald waren Kinder die Stellwerker. Angeleitet von den erfahrenen „Eisenbahnern“ schickten sie ihre Züge auf die Strecken und regelten den Zugverkehr mit amüsanten Dialogen zwischen Jung und Alt: „Kriegen wir mal wieder einen Gegenzug? Warte, der D-Zug muss erst in den Bahnhof fahren. Der letzte Wagen darf nicht auf der Weiche sitzen bleiben! Jetzt kann der Gegenzug kommen. Es ist ein Güterzug, gezogen vom Krokodil.“

So wird im Fachjargon eine Güterzuglok aus der Alpenregion bezeichnet. Mit den beiden E-Motoren von Siemens & Halske vorn und hinten hat sie eine größere Leistung. Es war in den 1930er Jahren eine der ersten Elektrolokomotiven. Diese hatten noch wie die Dampfloks einen Stangenantrieb.

Viele Besucher jeglichen Alters schauten rein, fachsimpelten oder ließen sich erzählen. Während Wilhelm Seehase in der Werkstatt am „Umachsen“ war, erläuterte Jürgen Rohloff, was für Eisenbahntypen es gibt: zwei- und mehrachsig, mit oder ohne Vorläufer und Tender oder sogar Sandkasten zur Erhöhung des Reibungswiderstandes auf den Gleisen.

Die Modellanlage entspricht durch die Anordnung von Blockstellen mit den entsprechenden Stellwerken einer Anlage damaliger Zeit mit realem Zugbetrieb. Aus Sicherheitsgründen konnten die Züge immer nur von Stellwerk zu Stellwerk fahren.

Beim Spielen entgleiste auch der eine oder andere Zug. Die jungen Lokomotivführer hatten die Geschwindigkeit unterschätzt. Nicht nur die Kinder, auch die ältere Besucher wurden von den alten Eisenbahnern und ihrer Romantik angesteckt. Möglich macht das der Förderverein für die Erhaltung technischen Kulturgutes mit Sitz in Rendsburg. Bundesweit sei man unterwegs.

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