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Hilfsaktion in Katharinenheerd : Einzigartiger Kirchenschatz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Förderverein Eiderstedter Kirchen unterstützt die Restaurierung der 14 Bilder auf der Orgelempore in Katharinenheerd. Sie stammen aus dem 17. Jahrhundert. Aber auch in Tating hilft der Verein.

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erstellt am 10.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Der Förderverein Eiderstedter Kirchen blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Vorsitzende, Pastor i.R. Sönke Hansen, berichtete das alle geplanten Förderprojekte auch ausgeführt worden seien. Dafür hatte der Verein rund 25.000 Euro bewilligt. Zusätzlich flossen Gelder vom Landesamt für Denkmalpflege und der Nordkirche. Es handelte sich um den dritten und vierten Teilschritt bei der umfangreichen Restaurierung der spätmittelalterlichen Triumphkreuzgruppe in der Tatinger Kirche. Die restaurierte Christusfigur samt Kreuz ist bereits nach Tating zurückgekehrt und hat wieder ihren angestammten Platz im Chorbogen erhalten. Auch ein neuer Balken, auf dem die beiden Beifiguren ihren Platz haben werden, ist bereits eingebaut worden. Voraussichtlich Ende Mai wird die Figur der Maria nach Tating zurückkehren und Anfang 2017 dann auch die Figur des Jüngers Johannes. Schon jetzt lässt sich feststellen, dass die Restaurierung der Triumphkreuzgruppe wie auch ihre Rückkehr von der Nordwand in den Chorbogen ohne jeden Zweifel einen großen Gewinn für die Tatinger Kirche darstellen, so Hansen.

Zwei andere Aktivitäten des Fördervereins, die Kirchenreisen im Sommer mit Propst i. R. Hans-Walter Wulf und die Gottesdienstreihe in Westerhever mit pensionierten Kirchenmusikern und Pastoren, fanden erneut eine sehr gute Resonanz und werden deshalb auch 2016 fortgeführt. Informationen darüber finden sich im Internet unter: Kirche-Eiderstedt, Stichwort Förderverein.

Sodann ging der Vorsitzende darauf ein, dass sich nach Abschluss der Restaurierung der Tatinger Triumphkreuzgruppe der Förderverein der Restaurierung der 14 Bilder der Orgelemporen-Brüstung in der Katharinenheerder Kirche widmen möchte. Es sind keine Darstellungen biblischer Szenen, wie sie etwa in großer Zahl in der Tetenbüller Kirche zu finden sind, sondern Illustrationen zu einzelnen Bibelversen, vorwiegend aus den Psalmen nach dem Vorbild eines niederländischen Andachtsbuches aus dem 16. Jahrhundert. Als so genanntes emblematisches Bildprogramm haben sie in keiner anderen Eiderstedter Kirche eine Parallele und sind einzigartig auf der Halbinsel.

Die Restauratorin Ursula Lins hat über die Bilder bereits ein Zustandsgutachten sowie ein restauratorisches Maßnahmenkonzept einschließlich einer Kostenschätzung erstellt. Darin weist sie darauf hin, dass an den Bildern wie auch sonst in der Kirche nicht wenige Verunreinigungen durch Fledermäuse zu finden sind. Dieses Problem haben unter anderem auch die Kirchen in Tetenbüll, Poppenbüll und Kotzenbüll. Der Förderverein hat sich deshalb auf Empfehlung des Kieler Umweltministeriums an das Fledermaus-Zentrum in Bad Segeberg gewandt, das demnächst mit Wärmebildkameras nach Ende des Winterschlafs der Fledermäuse deren Schlupflöcher ins Kircheninnere ausfindig machen will, um diese dann abzudichten.

Des weiteren ging der Vorsitzende auf die Pressemeldungen ein, dass der Bund 9,35 Millionen Euro für eine Grundsanierung der 18 historischen Eiderstedter Kirchen im Rahmen einer Komplementärfinanzierung zur Verfügung zu stellen bereit ist, also unter der Bedingung, dass der Kirchenkreis Nordfriesland ebenfalls 9,35 Millionen Euro aufbringt, um die geschätzten Gesamtkosten von 18,7 Millionen Euro zu komplementieren. Von diesen Bundesmitteln ist jedoch kein einziger Cent für die wertvollen Innenausstattungen der Eiderstedter Kirchen vorgesehen, um die sich der Förderverein kümmert, so Hansen. Die Bundesmittel würden also weder die Zuschüsse des Fördervereins ergänzen noch gar überflüssig machen.

Nachdem die Mitgliederversammlung die Zuschüsse für die Förderprojekte in diesem Jahr – Restaurierung der Figur des Jüngers Johannes aus der Tatinger Triumphkreuzgruppe sowie zunächst eines Bildes von der Orgelemporenbrüstung in der Katharinenheerder Kirche – einstimmig beschlossen hatte, wurden die Vorstandsmitglieder und die Kassenprüfer neu gewählt. Da sich alle zur Wiederwahl bereiterklärten, wurden sie jeweils einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Dem Vorstand gehören demnach weiterhin an: Sönke Hansen als Vorsitzender, Peter Engelhardt als stellvertretender Vorsitzender, Boje Bartels als Schatzmeister, Inke Schauer als Schriftführerin, Johannes Lindemann, Klaus Merta und Wolfgang Oppermann als Beisitzer. Kassenprüfer sind Ove-Becker Ketels und Hans-Walter Wulf.

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